Montag, 21. Februar 2011

Ski Rennen in Missoula, MT

Vorletztes Wochenende fand ein USSA Qualifier Ski Racing in Missoula statt. Das letzte Ski Rennen wo ich teilnehmen konnte. Nach meinen desaströsen Disqualifikationen in Red Lodge war ich umso mehr entschlossen hier ein gutes Rennen hinzulegen. Bis zu diesem Rennen nahm ich an jedem Training teil, auch bei bis zu minus 15 Graden. Dann war es soweit.


Am Donnerstag packte ich all meine Sachen, verstaute sie in den Ski Raum und machte meine Ski bevor ich in den Unterricht ging. Bei diesem Rennen stand nur Slalom auf dem Programm, drei Tage lang. Die Abreise war für Mittags geplant und meine letzte Unterrichtseinheit endete genau um 12. Also hatte ich keine Zeit zu verlieren. Nach dem Unterricht bin ich auf zum Ski Raum. Auf dem Weg war die Cafeteria, ich ging hinein, und griff alles Essbare was ich in meinen Rucksack packen konnte. Dann raus und direkt zum Ski Raum. Dort angekommen, waren die Anderen bereits am Verladen des Vans. Mehr als 20 Leute vom Ski Team fuhren nach Missoula, wir hatten also mehr als 40 paar Ski zu verladen. Nachdem wir alle Gepäckstücke auf dem Dach des Vans platziert hatten, stapelten wir die Ski darauf. Der Van wurde locker um mehr als einen Meter höher. In Österreich ein absoluter Verstoß gegen diversen Regelungen, in den USA, keine große Sache. Die Fahrt selbst dauerte bis zu 5 Stunden. Beim Hotel angekommen, entluden wir den Van und bezogen die Zimmer. Nach einer entspannten Runde im Whirlpool fuhren wir in ein Restaurant dinieren.


Am Freitag hatten wir unser erstes Slalom Rennen. Um 7:30 aufgestanden, danach eine Dusche und ab in den Van. Die ganze Veranstaltung fand im Ski Ressort Snowbowl statt. Ein wirklich nettes kleines Gebiet. Wir hatten ein schönes Wetter, die Sonne schien, was uns eine gschmeidige Rennstrecke versprach. In der Holzhütte zogen wir uns um. Ich warf mich in den gschmeidigen Ski Anzug. Danach hieß es die Rennstrecke zu inspizieren. Wo auf der Strecke sind Hindernisse, wie z.B. hairpins, delays, flushes. Visualisieren und merken. Dann war es soweit, zuerst fuhren die Mädels ab, danach die Burschen. Auf Grund meiner neuen Mitgliedschaft im USSA und meiner dadurch schlechten Punktezahl, startete ich als einer der Letzten. Der um 2 Köpfe kleinere Ski Rennfahrer vor mir war bereits abgefahren. Carsen schlug den Schnee von meiner Sohle ab und ich klinkte in meine Ski ein. Dann übergab ich ihm meine Jacke, bekam einen aufmunternden, alles-Glück-wünschenden Klaps auf den Hintern und ging zum Start. Die Fahrtlinie war besonderes um die Tore wieder tief im Schnee eingeschnitten. Nichtsdestotrotz konnte ich diesen Lauf erfolgreich beenden. Ich war zwar nicht der Schnellte, aber auch nicht der Langsamste. Dieser Lauf erlaubte mir auch am zweiten Lauf am Nachmittag teilzunehmen. Der zweite Lauf war viel besser, jedoch verpasste ich ein Delay (eine beabsichtigte Verzögerung der Kurven im Kurs). Ich vergaß auf dieses Hindernis und fuhr voll daran vorbei. Also bin ich stehen geblieben und mit den Ski zurück zum Delay gewandert, um den Lauf fortsetzen zu können. Und wieder konnte ich den zweiten Lauf erfolgreich beenden, trotz des kleinen Zwischenfalls. Für mich ein voller Erfolg, wenn ich daran zurückdenke, dass ich vor einem Monat nicht mal wusste, wie man Tore richtig umfährt, geschweige denn ich niemals an einem Ski Rennen teilgenommen habe. Schulterklopfen für mich. Auch meine Ski Team Kollegen erkannten diese Besonderheit und gratulierten mir für mein erstes erfolgreich-absolviertes Rennen. Dies wurde natürlich am Abend gebührend gefeiert. Mit Whirlpool, Bier und einem gemütlichen Dinner im „the Pizza Company“. Ausgezeichnete Pizzen. Danach gingen wir zu „Hooters“. „Hooters“, eigentlich ein ziemlich berühmtes Restaurant mit heißen Kellnerinnen im knappen Outfit. Jedoch erinnerte mich dieser Laden mehr an ein McDonalds mit Brüsten. Die Kellnerinnen waren auch nicht besonders klug, was mir auffiel, wenn ich mich mit ihnen unterhielt. Wenn man sie was Einfaches fragte, dann sprudelten sie ziemlich lange um den heißen Brei, bevor sie zum Punkt kamen. Was auch immer. Nach einer Weile sind einige vom Ski Team wieder zurück ins Hotel gefahren. Am Ende sind nur noch ich, Carsen, Bjorn, zwei Ski-Fahrer aus Missoula und 2 Mädels im „Hooters“ hängen geblieben. Unser Coach, Jerry, hat uns dort abgeholt und uns ins Hotel zurückgebracht. Jedoch haben wir das Aussteigen nur vorgetäuscht, so dass die Mädels ausgestiegen, wir Männer sind dann mit dem Coach weiter gefahren zur nächsten Bar. ;). Die Mädels müssen sich vielleicht geärgert haben. Ha ha ha. Wir hatten gemeinsam mit dem Coach eine lässige Zeit in verschiedenen Bars. Um 2 Uhr sind wir ins Hotel zurück gekommen. Ich bin in mein Zimmer gegangen, ganz leise, denn meine Zimmerkollegen waren bereits im Tiefschlaf. Plötzlich hörte ich Gelächter am Gang. Ich öffnete die Tür, und es waren die beiden Mädls von vorher und ein Ski Fahrer von Missoula, die mit an Gepäckswagerl herumfuhren. Nach kurzer Überlegung sind wir alle in den Whirlpool gegangen, der 24 Stunden am Tag geöffnet hatte. Erst um halb4 bin ich ins Bett gekommen.


Samstag:

Verschlafen aufgestanden um 7:30. Wecker nochmals nach vorne gestellt, um 15 Minuten mehr Schlaf zu ergattern. Um 7:45 aufgestanden. Frühstücken. Van verladen und ab zu den Bergen. Das Wetter war super schön. Mein erster Lauf, wunderschöner Start, wie üblich :P. Gschmeidige Kurven, dann, beim letzten Royal Flush, das ist eine Reihe von Toren, die auf einer Linie liegen, Tore super eng beisammen liegend, kam ich zum Fall. Meine Ski blieben jedoch an meinen Skischuhen eingeklinkt. Also bin ich auf und habe versucht zum verpassten Tor zu wandern. Jedoch dauerte es zu lange und der nächste Ski Rennfahrer war schon unterwegs und kam immer näher, also habe ich die Piste verlassen, um den anderen Ski Fahrer nicht zu behindern. Disqualifiziert. Macht aber nicht. Ich habe dafür den restlichen Tag auf den wunderschönen Pisten auf der anderen Seite des Berges verbracht... mit Carsen's Powder Ski. Diese Ski waren der Hammer. Ich ging an meine Grenzen. Abends ging ich es langsam an und verzichtete auf den Whirlpool. Ich hatte ziemlich wenig Schlaf letzte Nacht. Also versuchte ich ein Nickerchen zu halten. Abends fuhren wir dann zu einem echten, amerikanischen Restaurant, genannt „Famous Dave“. Ein sehr nett eingerichtetes BBQ Restaurant. Danach gingen einige in die dem Hotel gegenüberliegende Bar. Ich schaute nur kurz vorbei, denn ich war einfach zu müde. Zurück im Hotel habe ich mich schlafen gelegt. Später am Abend kamen Diem und ein ehemaliger Rocky Student zurück und weckten mich auf. Sie wollten Bjorn einen Streich spielen und brauchten mich dazu. Einer hatte einen Kübel voller Wasser und Diem einen Becher voller Kakaopulver. Meine Aufgabe wäre es gewesen, Bjorn aus dem Bett zu werfen, indem ich die Matratze hochheben würde. Nachdem ich das gemacht hätte, hätte Diem's Freund Bjorn mit Wasser übergossen und Diem das Kakaopulver hintennach. Ich verweigerte mich, da ich wusste, dass Björn sehr, sehr verärgert werden würde und er das für längere Zeit nicht vergessen würde. Wie Franzosen eben so sind. Noch dazu wohne ich mit ihm im selben Apartment. Also versuchten sie versuchten es dann zu zweit, hoben die Matratze hoch, Björn rollte aus dem Bett, er wurde sofort munter und stand auf. Der Streich war also in die Hose gegangen und Diem und sein Freund suchten ein anderes Opfer. Ich ging währenddessen zurück in mein Zimmer und legte mich wieder hin. Ja, werte Leser, ihr könnt es euch vielleicht schon denken. Die Beiden kamen in mein Zimmer. Ich konnte die sich öffnende Türe hören, was mir sofort ins Bewusstsein rief, was nun passieren wird. Ich stand auf, auf dem Bett, die Beiden kamen herein. Diem's Freund übergoss mich mit Wasser und Diem mit Kakaopulver. Die eine Hälfte des Bettes war komplett nass und braun vom Pulver, so auch ich. Mann, ich war ziemlich angepisst. Diem's Freund lief davon, aber ich konnte Diem noch rechtzeitig halten, bevor er das Zimmer verlassen konnte. Im Gefecht überlegte ich, was ich als würdigen Gegenschlag tun konnte. Alles ging so schnell. Ich blickte herum, während ich ihm im Schwitzkasten hatte und sah auf Augenhöhe zwei Dosen Bier stehen. Ich griff die schlechtere Biersorte von beiden und versuchte sie mit einer Hand zu öffnen, was sich nicht als Einfach herausstellte. Währenddessen konnte sich Diem lösen und rannte davon. Ich hinter ihm her, halbnackt im Boxershorts. Ich öffnete die Dose und übergoss Diem mit dem gesamten Inhalt. Bei dieser Aktion weckten wir einige Gäste auf und ich ging zurück in mein Zimmer. Ich entfernte vom Bett alle nass-braunen Bettlacken und Polster, die betroffen waren. Ein halbe Stunde später, nahm ich das Hauptlacken mit dem braunen Kakaofleck drauf und ging in Diem's Zimmer. Diem war zufällig im Zimmer und gerade beim Einschlafen, ich ging zu ihm ins Bett, hielt ihn ein wenig und schmierte das Lacken in sein Gesicht ein paar Minuten lang und gab ihn ein paar gesunde Watschn auf seinen Oberschenkel mit. ;) Dies war keine ernste Sache, wir lachten beide. Ein ziemlich witziger Streich und ich denke meine Gegenaktion war auch nicht von schlechten Eltern. Wir sind weiterhin beste Freunde und lachen drüber. Diese Nacht erinnerte mich jedoch zurück an die Zeit im Jugendblasorchester und auf meinen ersten Reisen, wo wir Zahnpasta ins Ohr und Nasenloch geschmiert bekommen haben (ich nicht wirklich, da ich mich rechtzeitig im Badezimmer verriegeln konnte). Vielleicht erinnert sich der ein oder andere Leser meines Blogs noch daran. Im Nachhinein etwas zum Lachen.


Sonntag.

Um 7:30 Uhr aufgestanden, gefrühstückt, Sachen gepackt und den Van verladen. Und wieder ging es ab zum Berg. Der letzte Tag der Slalom-Renn-Veranstaltung. Insgesamt war es eine Spaßveranstaltung. Also nichts Ernstes für das Rmc Ski Team, sondern eher als Training zu betrachten. Es war mehr eine Gefälligkeit, weil viele junge Rennfahrer (Teilnehmer ab 15 Jahre) teilnahmen und es für sie von Vorteil ist, wenn Rennfahrer mit einem sehr guten Punktestand im USSA-Verband mitfahren. Die Wertigkeit der gesamten Veranstaltung wird dadurch erhöht. Macht das Sinn? Die jungen Rennfahrer bekommen bessere Punkte oder ihre Leistung wird besser bewertet, wenn sie an einem Rennen teilnehmen, wo auch sehr gute Skifahrer mitmachen (Schweden, Bjorn,...). Wir taten dadurch also was Gutes für die nachkommenden Ski-Rennfahrer. Nicht ich, meine Punktezahl war noch auf dem schlechtesten Level von 999 Punkte. Je weniger Punkte, desto besser. Am letzten Tag haben sich also einige von unserem Ski Team verkleidet und sind das Slalom-Rennen kostümiert gefahren. Anton als Weihnachtsmann, Bjorn mit einem 70er-Jahre Skianzug und uralte überlange, über-schmale Ski. Chenman mit Boxershort und halbnackt. Olle mit 70er-Jahre Anzug. Ein Ski-Rennfahrer war komplett als Cowboy verkleidet. Einige Ganzkörper-Tierkostüme waren auch dabei. Ich bin im normalen Speedsuit-Outfit gefahren. Das erste Rennen am Vormittag habe ich gut absolviert. Im Vergleich vom ersten Renntag, konnte ich dieses Mal drei junge Ski-Rennfahrer zeitlich schlagen. Yeah. Bis zum zweiten Rennen am Nachmittag, bin ich auf die andere Seite des Berges wieder gefahren und war Freeskiing. Noch rechtzeitig, schaffte ich es zum zweiten Rennen, mehr als die Hälfte der Rennfahrer waren bereits abgefahren. Ich machte mich fertig. „Number 52 is in the gate. 10 Seconds, And GO!“. Ich legte einen guten Start hin. Ziemlich am Schluss der Rennstrecke, konnte ich jedoch die engen Kurven des Flushes (Tore geradlinig hintereinander) nicht packen. Ich rammte also das letzte Tor des Flushes, fiel und verlor ein Ski. Disqualifiziert. Danach fuhren wir zurück. Verluden die restlichen Taschen in den Van und starteten die Heimreise. 5 Stunden.






Insgesamt war es für mich ein sehr erfolgreiches Wochenende, da ich zumindest ein Rennen ganz absolvierte. Wenn ich zurückdenke an die Anfänge, wo ich nicht einmal gscheite, gschmeidige Kurven generell fahren konnte. Sondern nur im Pizza-style und ich noch dazu Angst vor den Toren hatte, um nicht ein Tor ins Gsicht geschlagen zu bekomme oder an anderen empfindlichen Teilen meines Körpers. Jungs wissen was ich meine. Meine Verbesserung im Ski-fahren generell, hat sich nach ein paar Wochen Training ums 1000-fache verbessert und beim GS und Slalom-Fahren sehe ich auch nicht mehr aus wie ein Blödi. Schulterklopfer meinerseits aus. Meine Ski-Renn Saison ist mit diesem Wochenende vorbei. Für die besten 6 männlichen und 5 weiblichen Skifahrer im Ski Team warten nun die Regionals (Ski Rennen auf regionaler Ebene) und danach die Nationals (auf nationaler Ebene). Da bin ich nicht mehr dabei. Ich werde aber weiterhin sooft wie möglich in Red Lodge fahren, mit anderen Freunden vom College, solange die Saison noch geht. Und hier in Billings verspricht es Schnee bis Mitte Juni. Bevor ich es noch vergesse. Als Ski Team war es ebenfalls ein sehr erfolgreiches Rennen. Fast alle Top 5 Plätze an den drei Tagen war mit Rocky Skifahrern belegt.

In nächster Zeit steht das Springbreak (Frühlingsferien) an und danach ein verlängertes Osterwochenende. Mal sehen wo es mich dann hin treibt. Ich hoffe ihr habt einen ungefähren Einglick bekommen, wie so ein Rennwochenende aussieht. Vielleicht werde ich hin und wieder in Österreich an kleinen Rennen in der Umgebung teilnehmen.

Beste Grüße aus den USA,

Peter

Montag, 7. Februar 2011

Ice Climbing

Letztes Wochenende am Samstag war ich mit dem Outdoor Recreation Team Eisklettern, oder wie im Englischen genannt Ice Climbing. Dabei klettern man an Eisformationen wie zum Beispiel gefrorenen Wasserfällen und Eiszapfen. Ausgerüstet ist man mit Steigeisen an den Füssen und Eispickel in beiden Händen. In aller Früh stand ich auf und packte meine Sachen. Thermounterwäsche, Handschuhe, Skihose, Skijacke, Schal, Skibrille, iPod. Um 7 Uhr kamen wir vor dem Outdoor Recreation Büro zusammen, verluden die Ausrüstungen in zwei Trucks verteilt, und fuhren los in Richtung Big Horn. Big Horn ist der Name des Berges, wo wir nach gefrorenen Wasserfällen Ausschau hielten, was nicht ganz stimmt, denn wir hatten einen erfahrenen Eiskletterer dabei, der genau wusste wo es lang geht. Es herrschte ziemliches Unwetter, der Wind blies stark und wirbelte den fallenden Schnee umso mehr wild durch die Gegend. Auf der Straße, die in Schlingelform den Berg hinaufführte, sind wir auf halber Strecke stecken geblieben und konnten nicht mehr weiter fahren. Die Steigung war zu stark für die Trucks. Also haben wir die Autos an gegebener Stelle „geparkt“ und sind den Rest des Weges gewandert. Der Weg führte uns über Stock und Stein, durch Hüfthoch-tiefen Schnee, an steilen Felswänden vorbei und einen steilen Schneehang hinauf. Wir gelangten in einem Tal mit zwei gefrorenen Wasserfällen. Während der erfahrene Kletterer die Route am Wasserfall vorstieg, bauten wir uns unter einem Strauch eine Art Lager auf. Über den Strauch ein Plane, die wie ein Dach wirkte, darunter schaufelten wir uns eine flache Ebene und deckten dies mit einer anderen Plane. Die Temperatur nahm stündlich ab, so kam es mir vor, ich vermute es hatte unter Minus 10 Grad Celsius. Dann war es endlich soweit. Zweit Routen waren fertig verlegt. Ich schnallte mir die Steigeisen um meine Schuhe und griff nach zwei gscheidn Eispickel. Eisklettern kann man mit dem Sportklettern vergleichen. Also wenn ich jetzt an die Kletterwand in Haag denke. Einer sichert, der Andere klettert. Der einzige Unterschied ist, dass das Eisklettern viel einfacher ist, weil man nicht nach farbigen Griffen suchen muss beziehungsweise durch diese eingeschränkt ist. Beim Eisklettern zählt einzig und alleine die Muskelkraft, die man brauch, um mit den Eispickel im gefrorenen Eis an beliebiger Stelle gut einzuschlagen sodass man einen guten Halt hat. Die Kälte ist der andere Unterschied zum Klettern im Sommer. Ich kletterte beim ersten Mal ohne Skibrille,was ich niemanden Empfehlen kann, da beim einschlagen mit dem Eispickel Eisstücke ins Gesicht oder speziell ins Auge fallen kann. Ich kletterte also. Zuerst mit dem Steigeisen des rechten Fußes in die Eiswand rammen. Dann mit dem Eispickel in der rechten Hand. Der selbe Vorganggeschieht mit der linken Seite. Überprüfen, ob die Eispickel sich gut im Eis verankert haben, ist dies der Fall, wird der restliche Körper mit reiner Muskelkraft in die Höhe gezogen, danach rammt man mit dein Steigeisen an den Füßen an höherer Position wieder in die Eiswand. Nach und nach klettert man so die Eiswand hinauf, vorbei an riesige Messerscharfe Eiszapfen. Je höher ich kletterte, desto größer wurde der Nervenkitzel. Es war großartig.

Ich teilte mir mit Luke die Kletterschuhe, da diese in unserer Größe nur beschränkt vorhanden waren. Nachdem ich fertig war, tauschen ich und Luke die Schuhe. Dies war jedes Mal eine horrende Prozedur, da der eisige Wind unaufhaltsam blies und meine verschwitzten Socken immer gleich gefroren waren, sobald sie kurz im Freien waren. Während wir warteten, deckten wir uns mit den Planen zu, um dem Schneesturm etwas zu entkommen. Wir wechselten uns alle ab, mit Sichern und Klettern. Insgesamt wurden 3 Routen aufgebaut und ich kletterte alle, dafür konnte ich meine Finger nicht mehr spüren. Als ich meine letzte Route kletterte, wurde der Schneesturm immer schlimmer und nach und nach wurde ich beim klettern mit kleinen Schneelawinen überrascht.

Am späten Nachmittag packte wir unsere Sachen und stampften durch den Schnee zurück zu den Autos. Ich muss sagen, das war die härteste Wanderung unter den härtesten Bedingungen, die ich je gemacht habe. Sogar verglichen mit den Marschen vom Bundesheer. Der Sturm wandelte sich zu einem Blizzard, man sank tiefer und tiefer ein im Schnee, was das Gehen durch den Schnee ziemlich verlangsamte. Einmal sank man ein bisschen ein und dann wieder bis zur Hüfte, was einige zum Fallen brachte. Vorbei an den Felswänden vorbei und die ganze Ausrüstung im Schlepptau. Die Fingerteiler meiner Handschuhe waren dermaßen gefroren, dass ich sie nicht einmal mit meinen Fingern bewegen konnte. Hartgefroren. Meine Gesichtsmuskel waren eingefroren, würde ich mal als Ursache heranziehen, da ich keine Gesichtsausdrücke machen konnte bzw. es mir schwer viel. Endlich. Bei den parkenden Autos angekommen. Rein und ab nach Hause. Was für ein Erlebnis. Eines der ersten Superdupererlebnissen im neuen Jahr 2011.






Am Sonntag letzter Woche war Superbowl, das größte und meistgesehne Football Spiel in den USA. In der Lounge im Student Union Building war eine Leinwand aufgebaut worden, worauf mit einem Beamer das Spiel projiziert wurde. Das Beste am Superbowl war definitiv die aufgebaute, mit reicher Auswahl an Süß- und Salzwaren bestückte Snackbar. Nach 10 Minuten Spielzeit und vollem Magen bin ich zurück zum Apartment gegangen.

Gestern hatte es wieder 20 Grad Celsius im Minus. Das Training in Red Lodge war ziemlich schwer auszuhalten bei diesen Temperaturen. Das Gesicht brannte, die Fingern trotz des Handschuhs wurden taub.

Kommendes Wochenende ist ein Ski Rennen in Missoula, MT. Das wird mein nächstes und letztes Rennen sein an dem ich teilnehmen werde. Ich werde versuchen dieses Wochenende etwas mehr auf Fotos festzuhalten. Wünscht mir Glück.

Schöne Grüße aus den USA

Peter Frech

Erstes Ski Rennen in Red Lodge


Es ist Abend, ein paar meiner Mitbewohner stehen vorm Spiegel und unterhalten sich, ich gönne mir ein kühles Bier, natürlich im Coozie. Coozie, eines der größten Entdeckungen, die ich hier in den USA bis jetzt gemacht habe. Eine Innovation wie ich es seit Jahren nicht mehr erlebt habe, ein Geniestreich der Ingenieurskunst. Anfangs etwas skeptisch und ein bisschen schüchtern im Umgang mit Coozies, nach einer Weile jedoch voll integriert in meinem Studenten Dasein. Ein kleines, handliches Behälter für Getränkedosen, das den Inhalt der Dose kalt lässt und verhindert dass der Inhalt sich nicht durch direkten Kontakt mit der Hand aufwärmen lässt. Umgedreht kann man auch sagen, dass ein Coozie das frieren der Hand beim umklammern des eisgekühlten Getränkes verhindert. Ein Coozie hält das Getränk kühl und die Hand warm. Ich stoße mit meinem Bier zu meinen Mitbewohnern. Aus dem Nichts heraus fragte mich Dave: „Hey Freshi, bist du betrunken?“ Ich antwortete scherzhaft: „Was! Ist es hier denn verboten sich ein Bier zu gönnen?“. Anton erwiderte: „Ähmm, ja, eigentlich ist es hier in Rimview verboten.“ Gelächter bricht aus.


Da ist mir wieder mal bewusst geworden, wie sehr die amerikanische Kultur sich von der Österreichischen unterscheidet. Alkohol ist ein großer Bestandteil der österreichischen Kultur, man bekommt es überall und man hat es überall, sei es eine kirchliche Festlichkeit, ein Zeltfest, Familientreffen oder jeglicher anderer, öffentlicher Anlass. Vor allem denke ich hier auf akademischer Ebene, wenn ich die Johannes Kepler Universität mit dem Rocky Mountain College vergleiche. Wir haben auf dem Campus jeden Donnerstag ein Mensafest, fast jeden Dienstag spezielle Veranstaltung wie beispielsweise eine Cocktailparty oder eine traditionelle Mostkost. In den umliegenden Studentenheimen sind an all den anderen Tagen unter der Woche zu meist Stockwerksfestln oder andere spezielle Festln im Angebot. Nicht zu vergessen all die Glühwein-Standln am Campus zur Weihnachtszeit. Des weiteren befinden sich auf dem Campus, und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, zwei Bars. All das ist hier auf dem Rocky Mountain College undenkbar und wird von meinen Studienkollegen hier in den USA auch mit einem etwas unglaubwürdigen Gesichtsausdruck aufgenommen, wenn ich von diesem „Ort“ erzähle. Natürlich hat dieser Umstand auch mit dem Mindestalter für Alkoholkonsum hier in den USA zu tun. Das Mindestalter für Alkoholkonsum in Österreich ist mit 16 Jahren festgelegt, wogegen in den USA das Alter mit 21 Jahren festgelegt ist. 5 Jahre Unterschied.


Vor zwei Wochen hatte ich mein erstes Ski Rennen in Red Lodge. Am Donnerstag verließen wir in aller Früh das College. In Red Lodge angekommen teilten wir uns auf. Die Mädls hatten ihr Quartier in der Holzhütte von Wolfi, unser Couch, und die Burschen teilten sich drei Zimmer im Hotel Lumpine. Am selben Tag trainierten wir Slalom. Im Hotel zurück angekommen schnappten wir, die Burschen, ein kühles Bier und entspannten im Whirlpool. Danach besuchten wir in einige ortsansässige Bars. Es war ein gemütlicher Abend. Am Freitag war es dann soweit. Der erste Wettbewerb in der Disziplin GS, Grand Slalom. Der Wettbewerb in GS dauert üblicherweise über den ganzen Tag. Angefangen ab 9.15 Uhr, wo die Gates auf der Rennstrecke bereits gesetzt sind und alle Teilnehmer die Strecke inspizieren können. Das heißt, man kann langsam die Piste runter fahren und sich die Strecke und ihre Begebenheiten anschauen. Man hat ein Zeitfenster von einer Stunde für dies. Dann geht das Rennen los, zuerst fahren alle weiblichen Teilnehmer, danach und nach einer halben Stunde Pause, fahren alle männlichen Teilnehmer. Das Ganze geschieht zweimal. Vormittags und Nachmittags. Die bessere Zeit wird dann für die Bewertung herangezogen. Wenn man sich im ersten Rennen disqualifiziert, dann ist man auch automatisch für das zweite Rennen am Nachmittag ausgeschieden. Die ganze Veranstaltung dauert von 9 Uhr bis 16 Uhr. Als Rennfahrer ist man zusammenfassend nur 50 Sekunden im Einsatz (auf der Rennpiste), abhängig wie schnell man die Piste runter saust. Die restliche Zeit verbringt man mit Warten. Die selbe Prozedur wurde auch am Samstag und Sonntag durchgeführt, wo die Disziplin Slalom an der Reihe war. Am Freitag stand das erste Mal bei der Startline, weit oben am Berg, im engen Skianzug. Ich war einer der letzten der an der Reihe war, weil meine Punkte als Rennfahrer ziemlich hoch waren (hoch = schlecht), da ich als Neumitglied der USSA noch keine Chance hatte irgendwelche Punkte zu sammeln konnte, die man nach absolviertem Rennen bekommt. Ich stand da also, es war eisig kalt und ich war einer der Letzten mit der Startnummer 94. Der Nachteil, wenn man als Letzter fährt, ist, dass all die anderen Teilnehmer entlang der Rennstrecke gravierende und tiefe Spuren in den Kurven hinterlassen. Das bedeutet es ist schwieriger die Kontrolle über die Ski zu behalten, wenn die Ski sich quasi in diesen Rillen einklinken und die Fahrspur dadurch vorgegeben wird. Des weiteren war die Piste sehr eisig. Ich bekam das „Go“, und legte einen fulminanten Start hin. Ich brauste davon, der Wind um die Ohren pfeifend. Vorbei am ersten Tor, dann das nächste Tor in einer Linkskurve liegend. Meinen Körper nach links verlagern. Mit dem linken Oberarm das Tor aus dem Weg drücken, um die Skiroute so nah am Tor wie nur möglich legen zu können. Dann eine scharfe Rechtskurve beim dritten Tor. Die Stelle ist etwas vereist und ich komme ein bisschen ins Rutschen, kann aber noch rechtzeitig das Gleichgewicht halten. Boom, Tor aus dem Weg drücken. Für das nächste Tor verlagere ich mich nach Links, Oberkörper gerade halten und mit dem Oberarm und Schulter das Tor wieder aus dem Weg drücken. Boom. Die Uhr läuft.Tick Tack, Tick Tack. Ich habe ein gutes Gefühl. Je mehr Tore ich passiere, desto steiler und vereister wird die Strecke und desto tiefer die Spuren um die Tore der anderen Skifahrer. Beim Umfahren des siebten Tores passiert es. Ich falle und rutsche am nachkommenden Tor vorbei. Meine Ski sind noch immer mit meinen Skischuhe verbunden. Ich hätte aufstehen können, zum verpassten Tor den Berg hinauf wandern und das Rennen weiterführen. Dies wäre nämlich erlaubt gewesen, was ich jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht wusste. Also bin ich zum Rand gefahren und habe die Rennstrecke verlassen. Disqualifiziert. Die Schweden legten einen ziemlich gutes Rennen hin und belegten die ersten drei Plätze. Am späten Nachmittag sind wir zum Hotel zurückgekehrt. Bier geschnappt und auf zum Whirlpool.


Am nächsten Tag stand ich schon mit dem falschen Fuß auf, denn ich fühlte mich gar nicht gut. Halsschmerzen und Verkühlung. Die Klimaanlage in unserem Zimmer blies die ganze Nacht über kalte Luft durch das Zimmer, obwohl die Anlage auf warm geschaltet war. Trotz alle dem stand heute das Slalom Rennen auf dem Plan. Die Rennstrecke war voller Pulverschnee, denn es hatte in der Nacht zuvor sehr viel geschneit. Keine gute Bedingung um scharfe Kurven zu fahren. Weiters herrschte ein ziemliches Unwetter, der Wind blies, die Rennstrecke war unter dem Pulverschnee sehr vereist und die Strecke der männlichen Teilnehmen führte über steile Kurven direkt neben den Wald. Bei einem Sturz wäre es also nicht unwahrscheinlich sich selbst um einen Baum zu wickeln. Ich wartete der nebenbei anliegenden Hütte und wartete bis zur letzten Minute bis meine Startnummer an der Reihe war. Es hatte bestimmt Minus 10 Grad Celsius und der Wind wirbelte den Schnee im Zickzack herum. Sogar die Lifte stoppten ein paar Mal für einige Minuten, wenn der Wind zu stark war und die Sessel zu arg schaukeln lies. Dann war es soweit. Ich wieder an der Startlinie, wartend auf das Go. GO! Ich legte wieder einen wunderschönen Start hin. Die Kurven waren enger, die Strecke mehr vereist als am Vortag. Ich schaffte es bis zum 8. Tor. Die stark vereiste Kurve beim 9. Tor machte es mir fast unmöglich ein Kurve hinzulegen. Ich rutsche über die Eisfläche und fiel. Dieses Mal verlor ich meine Ski und rutschte einige Meter bis ich zum Stillstand kam. Disqualifiziert. Da es sich hierbei um das Rennen am Vormittag handelte, war ich durch die Disqualifikation vom zweiten Rennen am Nachmittag befreit. Ich lies mich frühzeitig zum Hotel zurück fahren, trank etwas Hustensaft und legte mich schlafen.

Am Abend fühlte ich mich schon viel besser, aber immer noch etwas kränklich. In dieser Nacht gingen wir alle aus, denn viele Freunde aus dem College waren ebenfalls in Red Lodge, um mit uns zu feiern. Die Stammbar der Ski Teams, genannt „Snow Creek“, hatte ihre Pforten für immer verschlossen. Also mussten wir uns eine neue Stammbar suchen. Wir gingen in den Bull & Bear Saloon. Diese Bar war bis zum Rand gefüllt mit all den Teilnehmern des Ski Rennens. Wir waren einen Tag zuvor in dieser Bar, die ziemlich leer war. Aber heute, gefüllt mit motivierten jungen Leuten. Der Barbesitzer hatte diese Menschenmenge wohl nicht erwartet, denn normalerweise ist SnowCreek, die Stammbar für all Ski Rennfahrer. SnowCreek hatte jedoch geschlossen und wir mussten eine neue Stammbar suchen. Bull & Bear Saloon war ein Volltreffer. Ein Pincher of Beer für 5 Dollar. Beinahe jeder rannte mit einem Pincher (ungefähr die Größe zwischen einem Mass und einem Doppelmass) herum. Und wenn du mit einem leeren Becher unterwegs warst und du jemandem mit einem Pincher passiert, dann wurde dein Becher ohne zu fragen aufgefüllt. Es war ne Mordsstimmung und der Barbesitzer plus Frau hatten alle Hänge voll zu tun. Ich wette sie hatten in dieser Nacht ein größeres Geschäft gemacht als all die restlichen Tage im Jahr zusammengezählt. Der Besitzer der Bar erinnerte mich an Papa, da dieselbe Statur und Vollbart hatte wie Papa. Um 2 schloss die Bar und wir alle gingen nach Hause. Natürlich boten wir unseren Freunden, die extra nah Red Lodge gekommen sind, unser Hotel als Schlafplatz an. In unserem Zimmer schliefen 11 Leute. 3 Leute im ersten Bett. 2 Leute im zweiten Bett. 6 Leute am Boden verteilt. Es war ziemlich eng, Einer erbrach am Klo für eine Stunde, die Wände waren sehr dünn. Am nächsten Tag am Morgen, es war verdammt heiß im Zimmer. Soviel Körperwärme konzentriert in einem Raum.

Es war Sonntag, das 2. Slalom Rennen stand am Programm. Ich fühlte mich gar nicht gut und meine Halsschmerzen waren schlimmer geworden. Also bin ich mit Andrew zurück nach Billings gefahren. Mein erstes Rennen. Ein Desaster, was meine Disqualifikation angeht. Dennoch ein Erfolg für mich, wenn ich daran denke, dass noch nie zuvor ein Rennen gefahren bin und ich mich während des Trainings in Red Lodge die Lernkurve steil hinaufgefahren bin. Mein nächstes und letztes Rennen wird in Missoula sein.


Der Alltag ist eingekehrt. Seit den Weihnachtsferien habe ich bezüglich des Fotografierens ziemlich nachgelassen, da es seit Weihnachten auch nicht wirklich vieles zu erleben gab. Ich habe viel Zeit in meinen Bewerbungsschreiben investiert. 17 Bewerbungen an 17 U.S. Firmen. Jetzt heißt es abwarten. Eventuell kann mich Andrew's Vater in die Firma einer seiner vielen Geschäftskontakte reinbringen.

Das Wetter ist in den letzten 3 Tagen am absoluten Tiefpunkt angekommen mit unglaublichen 25 Grad Celsius im Minus. Unsere Haupttür zu unserer Apartment ist von innen vereist/gefroren. Ja, dicht ist hier im Apartment gar nichts. Wenn ich beim Fester sitze, dann kann ich es regelrecht spüren wie ein kalter Wind rein strömt. Unsere Klimaanlage läuft auf Hochtouren.









Übrigens, die Poster für das Ski Team sind schon seit Wochen fertig.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Christmas Break

Hallo, ich habe während der Weihnachtsferien ein Reisejournal geführt, um alle Erlebnisse auf den Tag genau festhalten zu können. Dieser Eintrag ist mit all den Bildern und den Journaleinträgen ziemlich lange geworden. Zu lange. Trotzdem viel Spass beim Lesen.

15. Dezember: Road Trip


Um 7 Uhr standen wir auf. Raus aus
dem Men's Bed (Männerbett). Schnell Frühstücken, danach die Wäsche noch machen, bevor die Reise losgeht. - Packen. Die Koffer und die Skier im VW Passat verladen. Wir haben 4 Racing Ski, 3 Powder Ski, 2 Slalom Ski und meine GS Ski im Auto verladen, also insgesamt 10 Skier und dann noch unser Gepäck. Bevor wir das Gepäck verluden, sagten Harald und Diem scherzhaft zu mir, als sie ins Haus kamen: "Peter, we have good news and bad news. Your big suite case does fit in the car, but we are not sure if you fit in the car". - Das Auto war so vollgepackt, dass ich nicht mal nach vorne zu Harald und Diem blicken konnte. Es war sehr eng im linken hinteren Bereich des Autos, aber auch vorne saß man mit einem 70 Grad Winkel im Sitz dementsprechend unangenehm. - Das Wetter ist sonnig. Diem und Harald haben ihre Skibrillen auf, ich meine Sonnenbrille. - Die Straße geht wieder unendlich geradeaus und ist umgeben von Bergen, Hügeln, die mit Schnee bedeckt sind. - Je länger wir fahren, desto mehr Kurven, die um diese Berge führen. Ein Schild ist zu sehen: 203 Meilen bis zur nächsten Tankstelle. Zwischenstopp in einer Kleinstadt genannt West Yellowstone. - Wir hielten bei der Fast Food Kette "Arby's und aßen dort. Ich deckte mich im anliegenden Geschäft mit Red Bull und Red Bull Cola zu und mit Werthers Original. Diese Kleinstadt war sehr schneebedeckt und es schien als wäre das Schneemobil (Schneemotorrad) das Hauptfortbewegungsmittel hier. Denn an der Tankstelle waren fast nur Schneemobile zu sehen, sowie an all den Parkplätzen. Nach diesem kleinen Aufenthalt fuhren wir auf einer langen, schneebedeckten Straße raus aus der Kleinstadt, links und rechts sind viele Fichtenbäume, und vor uns ein riesiger Berg. Die Winterlandschaft hier ist wunderschön. Wir passieren Idaho. Witz: " Why is a Rhinozeros painting his testicles red? To hide in the cherry tree. What is the loudest noise in the jungle? A Giraffe eating from the cherry tree." - Wir kommen in Salt Lake City an und verbringen die Nacht bei einer alten Schulkollegin von Diem. Sie wohnt in Salt Lake City und studiert auf der Westminster Universität. Sie machte für uns ein leckeres Dinner, zu trinken gab es Bier. Bevor wir zu Bett gingen besuchten wir noch Hali, eine Freundin von Jamie (Diems Freundin), da wir schon in der Stadt waren. Es war ein gemütliches Beisammensein in ihrer Wohnung mit all ihren Freundinnen ;)








16. Dezember: Salt Lake City, Ski Ressort Snowbird


Um 8 Uhr sind wir aufgestanden, zum
Frühstück gab es köstliche Pfannkuchen mit Sirup. Danach packten wir unsere Sachen und fuhren direkt zum Ski Ressort „Snowbird“. Dank Diem's alte Schulkollegin bekamen wir die Tagestickets zum Discountpreis von 55 Dollar, anstatt 79 Dollar. Salt Lake City, kurz SLC, ist eine Stadt mit den schönsten Ski Gebieten, die ich jemals gesehen habe. SLC ist nicht einfach nur eine Stadt, umgeben von Bergen, NEIN, es sind zahlreiche Berge, Bergzeilen, an dessen Füssen sich die Leute angesiedelt haben. Die Straßen verlaufen zwischen den massiven Bergen hindurch, schneebedeckt. Auf Mittelhöhe der Berge sind Häuser gebaut. Dieser Anblick beim durchfahren von SLC ist zauberhaft, links und rechts, riesige Berge, zum greifen nah. Besonders bei Nacht sehr schön anzusehen, zu dieser Zeit auf Grund der Weihnachtsbeleuchtungen. Die Straßen hier gehen auf und ab und in Kurven rund um die einzelnen Bergen. - Im Ski Ressort Snowbird angekommen, haben wir gleich unsere Skischuhe angezogen und sind mit der Ausrüstung auf zum Ski Lift. Diesmal hatte der Lift einen Sicherheitsbügel (im Gegensatz zu den Ski Liften in Red Lodge). Die Aussicht vom Gipfel des Berges ist atemberaubend. Im 360 Grad Winkel, lauter Bergzeilen, so weit das Auge reicht. Wir fuhren anfangs mit den Skier auf der anderen Seite des Berges, wo eine Art Tal war. Das Beste an diesem Ski Ressort ist, dass der Berg nicht mit einigen wenigen Pisten in ihrer Vielfalt für das Ski fahren eingeschränkt ist. Nein. Hier kann man so gut wie überall und in fast jeder Richtung, wie man möchte, Ski fahren. Zwischen den Bäumen, durch den Wald, im Zick-Zack, über Felsvorsprünge springend, durch den Pulverschnee rasend oder auf den Pisten. Uneingeschränkte Wandermöglichkeiten zu anderen Gipfel, um frischen unberührten Pulverschnee zu ergattern. Harald und Diem sind um einige Level besser im Ski fahren als ich und haben mit speziellen Powder Ski die Pisten unsicher gemacht. Ich habe einige ihrer Felssprünge gefilmt bzw. fotografiert. An einigen Stellen war der Schnee bis zu einem Meter tief. Der Schnee ging mir also bis zur Hüfte, als ich versucht habe einige Schritte zu gehen. Ich bin eingesunken wie ein Stein im Wasser. Nach einiger Zeit habe ich mich von Diem und Harald getrennt und habe auf eigene Faust den Berg unsicher gemacht. Ich muss sagen, dass ich im Ski fahren um Welten besser geworden bin. Schwierigkeitsgrade der Pisten lassen mich kalt. Ob blau, rot, grün oder schwarz. Schwarze Pisten fahre ich locker runter. Ein bisschen Schwierigkeit hatte ich als ich mit meinen dünnen GS Ski im Tiefschnee durch den Wald gefahren bin. Ich habe mich sogar einmal verfahren und fand mich kurz vor einem riesigen Felsvorsprung wieder. Das Zurückwandern im Tiefschnee, meine Ski hinterher ziehend, im Zick-Zack durch den Wald, brachte mich ziemlich ins Schwitzen. Ich verbrachte jede einzelne Minute meiner Tageskarte auf dem Berg, bevor alle Ski Lifte schlossen. Den Sonnenuntergang genoss ich auf dem Gipfel mit einer Dose Red Bull, durchgeschüttelt. Am Ende bin ich als einer der letzten Gäste die Piste runter gebraust. - Insgesamt fuhren wir von 9 Uhr in der Früh bis um 4 Uhr nachmittags. It was fun. - Jamie's Vater hat im Ski Ressort Snowbird ein Apartment für die ganze Woche im anliegenden Hotel gebucht, nicht weit von der Gondel entfernt. Ich, Harald und Diem durften die nächsten paar Tage in diesem Apartment mit Jamie und ihrem Dad wohnen.

Die Zimmer waren sehr gemütlich eingerichtet mit einem wundervollen Ausblick auf Stufen. Das Essen hier im Ressort ist sehr teuer, deshalb sind wir zu einem Supermarkt außerhalb vom Ort gefahren, um Lebensmittel einzukaufen. Wir waren alle ziemlich erledigt vom anstrengenden Ski Tag. - Nach einem leckeren Dinner, bin ich rauf auf das Dach des Hotels, um etwas im Whirlpool zu entspannen. Ich fühlte mich wie neu geboren. - Übrigens, ich habe im Supermarkt AUSTRIA BEER gefunden. Gut, es ist nicht wirklich importiertes Bier aus Österreich. Dennoch die Aufschrift sagte zumindest: "First brewed in 1841 by brewer Anton Dreher in Vienna, Austria. The Viennese Lager is brewed in traditional European fashion with only the best German craft melts, Czech zest and Noble Saaz hops.“ - Gebraut in den USA, der Geschmack hat mich nicht unbedingt umgehaut.
 



17. Dezember: Salt Lake City, Ski Ressort Snowbird

Um 9 Uhr aufgestanden. Diem hat Frühstück zubereitet. Ham and Eggs. Schön langsam gewöhne ich mich an das warme Frühstück. Ich bin um 10 Uhr in die Kraftkammer des Hotels gegangen, um etwas wieder in Form zu kommen. Danach habe ich mich im Whirlpool entspannt. - Wir faulenzten den ganzen Tag. Schauten Serien oder irgendwelche Filme. Ich ging ein paar Mal in die Dampfsauna und in die normale Sauna. Während wir uns im Fernsehen Filme angesehen haben, ist mir klar geworden, wie nervend amerikanisches Fernsehen ist. Werbung überall. Man kann nicht wirklich einen Film genießen, weil nach allen 10 Minuten Film eine 5 minütige Werbeunterbrechung folgt. Ich habe die Zeit gemessen. Das ist unglaublich.


18. Dezember: Salt Lake City, A Kurt Bestor Christmas

Um 10 Uhr aufgestanden. Ich habe dieses Mal das Frühstück zubereitet. Eierspeise nach Österreichischer Art. Dazu holte ich noch für jedermann Kaffee. Barfuß durch die Lobby gegangen, mit verschlafenen Augen. Ein Mitarbeiter hat von einem Gast einen Skipass als Trinkgeld bekommen, wo noch ein Tag frei war, um die Lifte. Diese hat er uns für 30 Dollar verkauft, was verdammt billig ist im Vergleich zum Normalpreis. Ich, Diem und Jamie sind an diesem Tag halbtags ab 12 Uhr Ski fahren gegangen. Diesmal hatten wir keinen Sonnenschein. Es schneite sehr stark und wir hatten daher Pulverschnee überall. Die meisten Gäste fuhren nur ab der Mitte des Berges und fuhren mit dem Lift nicht ganz hinauf. Ich fuhr einmal von der Mitte aus mit einer weiteren Gondel bis zum Gipfel des Berges. Die Gondelfahrt war anfangs nicht so schlimm, aber auf halber Strecke wurde der Wind immer intensiver und die Schneeflocken peitschten mir ins Gesicht. Es waren keine weichen Schneeflocken, aber auch nicht harte Hagelkörner. Es war mehr eine Mischung. Harte Schneeflocken. Am Gipfel angekommen, konnte ich keine zwei Meter vor mir sehen, da der Schneesturm so intensiv war. Warnschilder waren aufgestellt die sagten: "Ski fahren auf der anderen Seite des Berges auf eigene Gefahr". Einige Snowboarder fuhren schwungvoll daran vorbei. Man konnte wirklich fast nichts sehen. Ich blieb auf der selben Seite und fuhr kein zweites Mal bis zum Gipfel hinauf. Dafür aber oftmals durch die Wälder (Schwierigkeitsgrad <><> Schwarz). Ich verlief mich einmal im Wald und verlor die Anderen. Der Schnee dort war unberührt und bis zur Brust tief. Ski abschnallen kam also nicht in Frage. Nach langem Kämpfen und wedeln durch den Wald kam ich am Ende zu einer Zwischengondel an(Gat 2), die mich allerdings wieder bis zum Gipfel brachte. Es war schon später Nachmittag und die anderen Gondeln waren bereits abgeschaltet. Am Ende schaffte ich es doch noch zum Ausgangspunkt, Creekside Lodge. Gott sei Dank. Im Hotel zurück warteten wir einander und gingen dann in den Whirlpool. Ich danach noch schnell in die Dampfsauna. - Am Abend fuhren wir gemeinsam mit Jamie's Dad in die Stadt von Salt Lake City, denn er hat uns zu einer Weihnachtsshow eingeladen. A Kurt Bestor Christmas. Viele Mormonen waren an diesem Abend unterwegs. Die Show war atemberaubend. Kurt Bestor spielte Weihnachtslieder, die von ihm auf seine Art neu arrangiert worden waren. Zwischendurch machte er Witze und unterhielt das Publikum. Einer der Musiker auf der Bühne spielte in einem Lied 24 verschiedene Holzinstrumente. Angefangen von der Klarinette über alle Arten von Querflöten bis hin zum Saxophon und noch ein paar exotische Instrumente. Die Weihnachtsshow war wunderschön und stimmte uns auf Weihnachten ein. Nach der Show spazierten wir auf dem Temple Square und bewunderten die prächtige Weihnachtsbeleuchtung sowie die gigantischen Mormonen-Monumente. Auf dem Turm des Salt Lake Tempels ist eine goldene Statue des Propheten Morona. Vor ein paar Jahren gab es ein Skandal, weil jemand dieser Statue eine Jacke umgehangen hat. Keiner wusste wie jemand dazu Fähig war die Statue zu erreichen, da ja fast niemand Zugang zum Tempel hat. Nicht einmal alle Mormonen. Nur Überdrüber Mormonen.




19. Dezember: Weiterfahrt nach Moab, Utah

Heute brachen wir nach Utah auf, in die Kleinstadt Moab. In SLC war eine Art stürmischer Regen angebrochen. Das Wetter war also nicht gerade schön. So gegen Mittag hatten wir alles gepackt und verladen, haben uns bei Jamie's Dad bedankt, verabschiedet und sind los gefahren. Die Fahrt dauerte 4 Stunden. Wir fuhren durch die Bergzeilen und plötzlich auf einen Schlag, rote Berge. Die typisch-amerikanischen roten Felszüge, wie man sie aus den Fernsehen kennt. So nah an der Straße wie in SLC, aber einfach eine komplett andere Landschaft. Der Schnee hörte mit einem Schlag auf und die Temperatur änderte sich auf 10 Grad Celsius plus. Die Landschaft war atemberaubend und komplett anders als in Billings oder SLC. Die wüstenartige Flächen erinnerten mich an Looney Tunes' Road Runner. Fast keine Häuser zu sehen während der ganzen Fahrt. Jedoch fuhren wir durch einige Kleinstädte wie die Stadt Prova beispielsweise. 95 Prozent der Einwohner sind Mormonen. Wir zählten ungefähr 20 Mormonen Tempel während der ganzen Fahrt. - Abends kamen wir in Moab an. Eine 10000 Seelen Stadt. Diem's Eltern sind herzallerliebst. Sie haben für uns Pantoffeln bereitgestellt und es waren sogar Socken für uns am Kamin aufgehängt. Nach der Begrüßung saßen wir zusammen und plauderten ein wenig. Dann erzählte Diem, ich solle vor seiner Oma auf keinen Fall erwähnen, dass ich aus Österreich oder Deutschland komme, da sie im 2. Weltkrieg aus Deutschland als Jüdin geflüchtet ist und sie deshalb Deutsche und Österreicher hasse. Er sagte mir das vor der ganzen Familie. Ich war einfach nur geschockt, denn ich wusste nicht wie ich mich nun vor seiner Oma verhalten sollte. Und um ehrlich zu sein, war diese Geschichte ziemlich glaubwürdig. Plötzlich fing Harald zu grinsen an und alle lachten. Diem machte nur einen Witz. Ich war erleichtert. Denselben Schmäh haben sie mit Bjorn, den Franzosen, gemacht. - Am Abend sind wir ins Kino gegangen. Es war ein sehr kleines Kino, dass nur 3 Filmsälle hatte und somit nur 3 Filme spielen konnte. Wir sahen uns „127 Hours“ an. Dieser Film ist einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Absolut bewegend und passierte gerade mal 10 Minuten von Moab entfernt, im Canyonland. Eine wahre Geschichte.




20. Dezember: Moab, Indian Ladder

Aufgestanden erst um 11 Uhr. Ich schlief so gut. Zum Frühstück gab es Cookies. Selbstbedienung. Diem's Mum hat viele verschiedene Cookies gebacken, Chocolate Chips-, Lemon-, Peanut Cookies. Diese sind wirklich lecker. Ich und Harald tranken noch den alten Kaffee aus der Kanne. Dann fuhren wir los zu einer Winzerei in Moab und machten eine Weinverkostung. Wir hatten einen Riesling, Gewürztraminer, Cherry Wine, Merlot, Cabernet Sauvignon, Chardonnay und an süßlichen Spätriesling. Wir kauften Weine für Jamie's Dad als Dankeschön dafür, dass er uns in SLC beherbergt hat. Ich kaufte einen Gewürztraminer und Cabernet Sauvignon für Papa's Weinsammlung. Mal sehen, ob ich diese nach Hause verschiffen kann. Gut verpacken, Kleidungsstücke beilegen und über Fedex oder UPS verschicken. Nicht über the American Mail Service. - Diem zeigte uns die Indian Ladder (Indianer Leiter). Dabei handelt es sich um eine Felsspalte, die vom Boden bis zum höchsten Punkt des Felsens geht. Diese Spalte ist von den Indianern so präpariert worden, so dass man diesen Spalt wie eine Leiter hochklettern kann. Wir kletterten diesen Feldspaten hoch. Es war ziemlich eng. Die Aussicht dafür wunderbar. Das Wetter hier ist zur Zeit etwas bewölkt, aber dafür hat es milde 10 bis 14 Grad Celsius. Die Winterjacke kann ich hier in dieser Gegend weglegen. In Florida wird es womöglich noch wärmer sein. Am Nachmittag holten wir Jamie ab, die ebenfalls in Moab aufgewachsen ist, und fuhren ein Stück hinaus in die Landschaft, um eine Wanderung zu machen. Die Fahrt führte uns um unzählige, feuerrote Berge, auf und ab, kurvig mit wunderschönen Aussichten auf die Gesteinsformationen für die Moab so berühmt ist. Während der Fahrt bekam ich richtig Lust mir ein Motorrad zu leihen und im Frühling oder Sommer hier runter zu kommen und auf diesen kurvigen Straßen zu fahren und die Landschaft zu genießen. Vielleicht mach ich das auch, sobald mein Übersetzter Führerschein in Billings ankommt. Hm. Mir läuft das Wasser im Munde zusammen bei diesem Gedanken. Nach einer Weile, kamen wir am Ziel an und wanderten durch die rote Landschaft über Stock und Stein. "The Titan" war das Ziel der Wanderung. Auf dem Weg sahen wir so viele nahezu unmögliche Gesteinsformationen in unterschiedlichen Konsistenzen. Hart wie Stein, bröselig wie Sand. Die Gesteine werden durch Wind und Sand geformt über die Jahre. Ein langer Prozess bei dem der Sand Schicht für Schicht aufgetragen wird. Wir kletterten viel herum und ich natürlich schoss wieder Unmengen an Fotos. Auch ein paar Kakteen waren zu sehen, ich wusste jedoch nicht wie ich diese legal nach Hause schicken kann, für Papa. Mal sehen ;) - Am Abend kamen wir zurück und jetzt gerade sitzen wir alle auf der Couch, Harald hat versucht ein Buch zu lesen und ist dabei eingeschlafen, Diem und Jamie lesen ein Buch gemeinsam und ich schreibe gerade in mein Reisejournal (Notizblock) für mein Blog später. Diem's Mumm hat uns gerade einen Snack vorgestellt mit Chips, Gurken, Paprika, Karotten und einem köstlichen Dip. Weihnachtsmusik läuft im Hintergrund, das Feuer im Kamin ist geschürrt und brennt, darüber hängen unsere Weihnachtssocken mit Namen. Eine wirklich gemütliche, weihnachtliche Stimmung, die gerade in der Luft gemeinsam mit den süßlichen Cookies liegt.






21. Dezember: Moab

Heute bin ich mal bald aufgestanden. Um 10:30am. Während die Anderen noch schliefen habe ich die Zeit genutzt und bin in Moab laufen gegangen. Mit Thermo-Fleeze und meinen Hiking Boots bin ich von Diem's Haus aus ca. 10 Meilen gerannt und habe mir dabei auch gleich die Gegend angeschaut. Überall sind rote Berge zu sehen und über diese roten Bergen, weiter hinten sind schwarze, schneebedeckte Bergen zu sehen. Es ist weiterhin bewölkt und angenehm warm. In den Nachrichten hört man, dass es Überschwemmungen gibt (Kalifornien) und in weiten Teilen Europas Schneechaos herrscht. Auch bei uns in Österreich. Ein wunderbares Gefühl nach dem Laufen. Diem war bereits munter und war gerade beim Frühstücken. Ich habe mir Kornflakes zubereitet und gemütlich vorm Fernseher gefrühstückt. Nach dem Duschen und nachdem Harald aufgewacht ist, sind wir mit dem Jeep losgefahren, um einen Weihnachtsbaum zu fällen (Chop a Christmas Tree). Eine weitere typisch-amerikanische Tradition zur Weihnachtszeit. Diem's Vater hat uns dazu ein Erlaubnisschein besorgt, um auf einem der Berge einen Baum fällen zu dürfen. Diem's Vater arbeitet als Förstner im anliegenden Nationalpark. Warm angezogen, ich leider mit meinen Sneakersocken, sind wir auf dem Berg hinaufgefahren. Der Schnee lag schwer und wir sind langsam die Bergstraße entlanggefahren und hielten Ausschau nach einem schönen Fichtenbaum. Auf dem Berg gab es keinen Fichtenwald, dennoch waren vereinzelt, zwischen den anderen Bäumen, Fichtenbäume gewachsen. Vier Mal hielten wir an und stampften durch den Tiefschnee zu anscheinend perfekten Weihnachtsbäumen, doch leider hatten sie immer einen kleinen Mangel, entweder zu klein, oder zu groß, oder doppelt gewachsen. Den letzten Baum erspähte ich und er schien perfekt zu sein. Also schnitten ich und Harald gemeinsam diesen Baum und schleiften ihn zum Auto. Das war der erste Weihnachtsbaum, den ich gefällt habe. Eine schöne Tradition, anstatt einfach einen Baum zu kaufen. Vielleicht kann ich diese Tradition heim bringen. Daheim angekommen, haben wir den Baum aufgestellt und geschmückt. Nun ja, wir haben einfach eine Lichterkette um den Baum gewickelt und ich habe ein paar Kugeln aufgehängt. Dann sind wir alle eingeschlafen. Der Baum ist ziemlich armselig geschmückt, um ehrlich zu sein, leuchtet aber dafür wie ein Scheinwerfer.

Nachdem kleinen Nickerchen, habe ich meine Wäsche gemacht. Und Danke. Ich hatte heute viele Postkarten erhalten. D.h. die Familie Diem hat sie erhalten. Ich habe mich sehr gefreut. Und die Familie Diem hat sich sehr über die Weihnachtskarte gefreut, wo unsere Kirche im Weißen Schneekleid abgebildet ist. Was für eine schöne Postkarte von Haag. Sie haben mich alle umarmt. Es war sehr herzig. Diem's Familie ist generell sehr nett und sie haben mich und Harald sehr lieb aufgenommen und gleich mit Umarmungen begrüsst. Diem hat ein sehr gutes Verhältnis zu seiner Familie. - Jetzt gerade schreiben wir an einer Dankeskarte für Jamie's Dad, da er uns ein Dach über den Klopf gegeben hat in Snowbird, SLC, und uns zu dem Weihnachtskonzert eingeladen hatte.

Eine andere Tradition in den USA ist das sogenannte "Gingerbread Haus" bauen. †bersetzt Lebkuchenhaus. Also ein Haus aus Lebkuchen, zusammengeklebt mit Sahne und geschmŸckt mit unendlich viele Suessigkeiten. Wir bauten unser Haus bei Jamie zu Hause.. Wir hatten sehr viel Spass und sehr viel Suessigkeiten zu essen. Mir war danach ziemlich schlecht. Harald und Mein Werk wurde danach, gleich in den MŸllsack geworfen, weil es keiner schšnes Haus geworden ist. Ich finde das etwas als Lebensmittelverschwendung. Hm. Anja.






22. Dezember: Moab, Game Day, Boise State vs. Utah

Diesen Tag gingen wir etwas gemütlicher an. Frühstückten, schauten die Serie "Friends" auf und ab und schmückten den Christbaum zu Ende. Abends schauten wir uns ein Football-Spiel an. Boisi-State vs. Utah. Game Day. Diem ist ein riesiger Fan von Boise State (Idaho). Diem's Mum bereitete Snacks zu. Jamie's Eltern und ein paar Freunde kamen auch vorbei. Alle schauten dieses Spiel. Die längsten 60 Minuten meines Lebens. Ich bin kein großer Fan von Football und fand es ziemlich langweilig solches so gucken. Die Spielzüge sind einfach zu kurz. Ich meine, ich verstehe die Regeln des Football, aber es langweilt mich. Am selben Abend sind ich und Harald in eine Bar gegangen, um Diem und Jamie etwas Zeit für sich selbst zu geben. Some Alone Time. In Moab gibt es etwa drei Bars, wo man einen Trinken gehen kann. Wir sind in die Sportbar Rio gegangen. Die Bar war halb gefüllt und ich fühlte mich wie zu Hause ;). Dort gab es einige Casino Maschinen, zwei Billardtische und eine Karaoke Bühne. Die Karaoke Bühne war die ganze Nacht über in Betrieb. Gute Laune lag in der Luft. Wir bestellten uns einen Pincher of Beer, einige Shots und spielten Billard. Am Ende brachte ich Harald soweit, dass wir auf die Bühne gingen und ein Lied sangen. (Tenacious D, Funk Me Gently). Alle Hemmungen fielen. Wir sangen schrecklich falsch. Beide mit einem unterschiedlichen Akzent im Englisch. Aber es hatte Spaß gemacht. Um 1 Uhr schloss die Bar. Utah Gesetz.



23. Dezember: Diem's Bruder Charles, Sportbar Rio

Nach dieser langen Nacht, schliefen wir alle bis zu Mittag. Frühstückten und hatten die TV-Serie „Friends“ im Hintergrund laufen. Danach sind wir wieder zu Jamie gefahren und haben Monopoly gespielt. Monopoly ist ähnlich dem DKT. I kicket their asses. Wir spielten über 5 Stunden. Es hat ziemlich viel Spass gemacht. Nebenbei lauschten wir Weihnachtsmusik und Jamie's Mum servierte uns Cookies/Weihnachtskekse. Nach dem Spiel aßen wir bei Jamie noch zu Dinner. Nur als kleinen Snack, eine Suppe. Hm, Lecker. Danach fuhren wir zurück zu Diem's Haus, weil sein Älterer Bruder Charles nach Hause gekommen ist. Jedoch nur für einen Tag, da er am nächsten Tag wieder arbeiten musste. - Wir kamen heim und ich lernte Charles kennen. Diem's Mum hatte ihre Spiegelreflexkamera bereit, als wir alle Charles zur Begrüßung umarmten. Es war Abend und wir entschieden kurzer Hand darauf, in ein kleines nettes Dorfkino zu gehen. Wir schauten den Film "True Grit", was für mich keine gute Idee war, da ich den starken Cowboy Slang im Film kein bisschen verstehen konnte. Danach haben wir uns Überlegt, was wir noch tun könnten. Am 23. Dezember, am Tag vor Heilig Abend. Ich erwähnte unserer traditionellen Christmas Shots und wir sind zur Sportbar Rio aufgebrochen. Diese Bar war dieses Mal vier Mal so voll als gestern. Also vier mal mehr Leute als gestern. Diem hat mich, Harald und Charles zur Bar gefahren und Jamie nach Hause. Wir hatten ne Menge Spass und ne Menge Pincher und ne Menge Shots. Großartige Geschichten ausgetauscht, die uns näher brachten.

Dieses Mal hat uns Diem abgeholt, nachdem die Bar wieder um eins geschlossen hatte. Wir fuhren zur Tankstelle, kauften etwas Bier ein und trafen den Rest der Leute. Es war ein sehr gemütlicher Abend, ein paar Leute sind dann zu den roten Felsen rausgefahren. Nach ein paar Minuten wurde es uns zu kalt und wir fuhren zurück zum Haus. Ich schlief wie ein Baby.




24. Dezember: Moab, Weihnachtsmann

Des Christkindl is kuma. Die Familie Diem hat die Bescherung einen Tag vorgelegt, weil Charles heute noch heimfahren musste. Ansonsten wäre die Bescherung erst am 25. Dezember am Morgen gewesen. Anyways. Ich stand so um 11 Uhr auf, mit einem ziemlichen Kater und fuhr mit Charles zum örtlichen Fitness-Center. Ich war sowas von überhaupt nicht in Form. Unterm Jahr ist man immer gut trainiert und in Form, aber Weihnachten ist wie eine Art Wand, wo gegen man mit seiner Fitness rennt. Soviele Cookies, die ich in den letzten Tagen gegessen habe. Tante Terry und Grandma Lorene, sind heute gekommen. Begrüßung, Umarmung. Dann hat Diem's Mum uns "Kinder" auf einen Spaziergang mit Hund "Sweety" geschickt, so dass Santa Claus kommen konnte. Heute war ein sehr sonniger Tag und es hatte viele Plus-Grade. Es fühtle sich gar nicht an wie Weihnachten. Eher wie Frühherbst. Wir sind also mit Sweety Gassi gegangen und als wir zurück kamen, waren viele Geschenke unter dem Christbaum. Wir saßen dann zusammen, tranken Martini Prosseco und Diem's Mum, verteilte nach der Reihe die Geschenke an alle. Jeder öffnete ein Geschenk nach dem Anderen und es ging im Kreis. Natürlich wurden viele Fotos geschossen. Es war sehr nett, dauerte jedoch ne Ewigkeit bis alle Geschenke geöffnet wurden. Danach aßen wir alle gemeinsam zu Dinner. Serviert wurde traditionell Lasagne. Nach dem Dinner ging es zur "Community Church". Community deshalb, weil dies eine Kirche für Baptisten, Lutheraner, usw. , schlicht für alle Art von Christen war. Die Weihnachtsmesse war verglichen zu den Messen bei uns zu Hause, wie ich es gewohnt bin, komplett unterschiedlich. 90 Prozent in dieser Messe wurde nur gesungen. Ein Lied nach dem Anderen. Dazwischen wurde manchmal etwas gelesen. Aber keine übliche Messeprozedur verfolgt. Ich habe nichteinmal den Pfarrer/Pastor ausfindig machen können. Interessant war, dass ich viele Orgellieder wiedererkennen konnte. Nach ein paar Liedern war ich eingenickt. Harald auch. Die ganze Singerei machte mich müde. Wenn ich in eine Messe gehe, dann möchte ich den Pfarrer reden hören und mehr über Jesus erfahren/lernen. Dennoch, es war eine wunderbare Messe und ich traf danach viele Leute, die ich in den letzten Tagen hier in Moab kennen gelernt hatte. Danach sind wir wieder zu Jamie gefahren, um etwas Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Auch konnten wir Jamie's ältere Schwester Megan kennen lernen. Ich schwöre, sobald man Jamie's Wohnzimmer betritt, bekommt man eine volle Ladung Weihnachtszauber ins Gesicht geschossen. Es ist so nett und Weihnachtlich eingerichtet. Ein gemütlicher Kamin in der Ecke, darüber Weihnachtssocken hängend, daneben ein riesen-großer, super geschmückter Weihnachtsbaum. Am Tisch liegen Weihnachtsbücher und ein Lebkuchenhaus. Über die Fenster hängend, durch den Raum, eine Lichterkette mit Tannenzweigen umwickelt. Weihnachtsmusik im Hintergrund. Und natürlich Weihnachtskekse. Nach einer langen Unterhaltung haben wir noch einen Weihnachtsfilm (Elf) geschaut und sind danach nach Hause gefahren.





25. Dezember: Moab, Ausflug in das Arches National Park

10 Grad Celsius. Sonnenschein. Der wärmste Tag nach Heilig Abend hier in Moab. Wir frühstückten draußen, mit Tante Terry, Grandma Lorens, Papa Mike und Mama Linda. Es war mehr ein Brunch (Something between Breakfast and Lunch). Wir nutzten den sonnigen Tag und fuhren raus zum „Arches National Park“, um die berühmten, in Stein geformten Brücken zu sehen. Es war einfach atemberaubend und so wunderschön durch diese gewaltige Landschaft zu fahren, von Mutternatur geformt. Überraschend, wie viele Touristen an diesem Feiertag hier im Nationalpark unterwegs waren. Hauptsächlich Chinesen und Asiaten (Indien). Wir hielten beim Parkplatzareal und sind von dort aus bis zum berühmten „Delecate Arche“ gelaufen. Ich mit dem Stativ um meinen Arm gewickelt, das ich von Mutter Lamb bekommen habe, und mein Fotoapparat in meiner Hand haltend. Ja. Ich habe wieder unzählige Fotos gemacht. Es war ein anstrengender Lauf über Stock und Stein, über Felsen, über versteinerte Sanddünen, bis zur Delecate Arche. Oh Mann, ich bin komplett aus der Form, war aber ein gutes Gefühl, den eigenen Körper nach den Festtagen zu entgiften. Der Ausblick war atemberaubend. Überall, wo man nur hinsah, gewaltige Gesteinsformationen, wie Eispickel, die aus der Erde ragten. Die von der Natur geformte Brücke war gigantisch. Viele Touristen waren dort. Über den roten Felsen hinwegblickend, weiter hinten Richtung Horizont, konnte man große schneebedeckte Berge sehen. Darüber ein blauer Himmel mit gefärbten Wolken durchzogen. Was für ein Kontrast. Es scheint, als würde Moab alles haben was die Natur zu bieten hat. Nicht weit von Moab befindet sich Salt Lake City, in mitten von vielen Ski Ressorts. Ebenfalls befindet sich Las Vegas nicht weit entfernt von Moab. Unglaubliche Wander- und Mountainbikemöglichkeiten im anliegenden Canyonland. Keine überfüllte Großstadt, sondern eine liebliche 10.000 Seelen Kleinstadt. Die Einwohner sind unglaublich nett und zuvorkommend. Es scheint ein perfekter Ort zu sein, um aufzuwachsen und um alt zu werden. Definitiv eines der wunderschönsten Orte, die ich jemals gesehen habe. Ich habe mich in diesem Ort verliebt und werde definitiv zurück kommen. Eventuell zu Ostern oder im Sommer, um Mountain Bike zu fahren. Attraktionen waren die Felsen in Form von den 3 Weisen und ein Schaf. Die Delecate Arche, die versteinerten Sanddünen und the Devils Bed, worin sogar Leute verloren gehen und sterben. Denn die unendlich vielen Felstürme, die aus der Erde ragen, formen eine Art Labyrinth, worin man leicht seine Orientierung verlieren kann. - Wir kletterten auf einen Felsturm nahe des Delicate Arches, um eine bessere Aussicht zu haben und schönere Fotos schießen zu können. Ich platzierte meine Kamera auf den Felsen in Richtung der Delicate Arche und setzte den Timer auf Maximum (30sec) und 6 Shots nach einander. Harald war bereits unten und bei der Brüke, Diem wartete am Fuße des Felsturmes auf mich, ich drückte den Auslöser, die Kamera tickte. Ich kletterte den Felsturm so schnell wie nur möglich runter und rannte mit Diem bis zur Brücke. Die Brücke war weit entfernt, wir rannten schnell, um rechtzeitig unter der Brücke zu posieren, bevor die Kamera losging. Wir schafften es rechtzeitig. All die Touristen schauten uns zu während dieser Aktion zu und feuerten uns an. Es war lustig. Nun haben wir unser Gruppenfoto. - Es ist jetzt gerade 3 Uhr nachmittags und wir sind zurück und verbringen den Rest des Tages mit Diem's Familie, machen unsere Wäsche und packen. Wir werden morgen so um 5 Uhr in der Früh aufbrechen, in Richtung Idaho zu einem Trainings Camp. Ich werde in Salt Lake City abgesetzt und dort auf meinem Flug nach Florida warten. Ein paar Tage. Ich hatte eine wundervolle Zeit hier in Moab und freue mich auf mein nächstes Abenteuer in Florida. So, ich muss jetzt ein paar Weihnachtstelefonate führen. Tschüss.




26. Dezember: Rückfahrt nach Idaho

Geplant war es bereits um 5 Uhr unsere Weiterreise anzutreten. Jedoch standen wir um diese Uhrzeit erst auf. Diem's Mumm machte uns Lunchpakete für die Fahrt. Wir verabschiedeten uns und brachen auf. Nach einer 4 Stunden Fahrt, kamen wir in SCL an, wo sie mich zu AJ's Haus fuhren und absetzten. AJ ist Mitglied im Ski Team und ich konnte die nächsten paar Tag im Hause seiner Eltern verbringen. Nach einem kleinen Plauscherl fuhren Harald und Diem weiter nach Idaho. Nun bin ich auf mich alleine gestellt. AJ's Eltern machen einen sehr netten Eindruck und AJ's Dad erinnert mich an meinem Vater ;) Muss wohl an dem Vollbart liegen. Ich verbrachte den Tag mit AJ und Marianne im größten Einkaufszentrum (wohl eher eine Einkaufsstadt) SLC's, dem „Gateway“. Sehr schön. In der Mitte dieser kleinen Stadt werden Wasserfontänen im Takt zu Weihnachtsmusik, die in der ganzen City zu hören ist, gespritzt. Ich habe mir einen iPod Nano der 6. Generation zugelegt. Ich hatte endlich wieder die Gelegenheit im Internet zu surfen, um all meine Emails, Accounts und Facebook zu checken. Endlich wieder Kontakt zum Rest der Welt. Während der Tage in Moab, hatte ich keinen Internetzugang. Da merkt man erst wie abhängig man davon ist. Es war ein Entzug und man fühlt sich wie auf einer einsamen Insel gestrandet. - Es ist jetzt Abend, AJ packt seine Sachen, denn er fliegt heute noch nach Billings zurück. Übrigens, AJ's Eltern lebten 25 Jahre in Fort Lauderdale, Florida. Genau dort wo ich hin fliegen werde. (hier wusste ich noch nicht, dass ich 1 Stunde weg vom Flughafen wohnen werde, Boynton Beach). Die haben dort unten noch einige Kontakte, die mir weiterhelfen können (nope).

Ich werde jetzt noch einen Plan zusammen stellen, was ich in den nächsten beiden Tagen unternehmen werde. Also wahrscheinlich ein Theaterstück anschauen und am nächsten Tag eventuell einen Kinofilm ansehen. Untertags werde ich die Mormonen Stadt erkunden.



27. Dezember: Salt Lake City, Temple Square

Was für ein Tag in Salt Lake City. Kay, AJ's Mum, fuhr heute morgen Marianne zum Flughafen, da ihr Flug zurück nach Kalifornien ging. Ich nutzte diese Fahrt und lies mich am Temple Square absetzen, um die Gegend rund um den Salt Lake Tempel zu erkunden. In der Nacht zuvor habe ich den Visitor Guide für Salt Lake City durch geblättert und einige nette Sachen entdeckt. Da wären beispielsweise die 11-feet Jesus Statue, das Vienna Bistro, the Tabernacle, die Family History Library, also die ganzen Gebäude am Temple Square of the Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints, kurz Mormonen. Mein erstes Ziel war das South Visitors' Center, oder besser gesagt, wo ich zufällig zuerst hingekommen bin. Sobald ich das Gebäude betrat, kamen mir zwei Mormonen-Missionare entgegen und sprachen mich an. Eine aus Sakramento und die Andere aus Kolumbien, beide 22 Jahre alt. Sie waren sehr nett und gaben mir quasi eine Führung durch das ganze Temple Square. Sie führten mich herum und brachten mich zum North Visitors' Center, wo sich die Jesus Statue befand. Im Erdgeschoss befanden sich entlang der Wand viele 4x4 Meter große Gemälde, Eins nach dem Anderen, die das Leben von Jesus zeigten. Die Geburt in Bethlehem, ..., das letzte Abendmahl, die Kreuzigung, die Auferstehung, die Einkehr auf einem Esel, … und natürlich zeigte das letzte Gemälde, die beiden Engel, die zu Joseph Smith sprachen. Dann gingen wir eine kurvige Treppe hinauf in den nächsten Stock, diese Treppe führte uns kreislich nach oben. Die Wand entlang dieser Treppe war mit Sternen, Planeten, Himmel und Wolken bemalt. Dies vermittelte mir ein magisches Gefühl. Ich Ging langsam diesen Gang hinauf und es war so als würde ich einer Treppe zum Himmel hinaufgehen. Am Ende stand die Jesus Statue, Hände offen haltend, mit den Stigmata an Händen und Füßen, im Hintergrund die Wand mit Sternen, der Erde und ein paar anderen Planeten abgebildet. Der Gesamteindruck war atemberaubend, wozu auch die himmlische Musik im Hintergrund beigetragen hatte. Die Planeten, darunter auch die Erde, wirkten so klein im Vergleich zu Jesus, was die Mächtigkeit und Größe von Jesus unterstrich. Eines der Mormonen schaltete für mich die Soundanlage auf Deutsch und plötzlich konnte ich die Stimme Jesu hören, die etwas erzählte, womöglich aus dem Buch der Mormonen, was den ganzen Eindruck und die Stimmung vervollständigte. Ich bin dann später alleine nochmals in dieses Gebäude reingegangen und hab mir das untere Stock besichtigt. Dort waren lauter Stationen aufgebaut, mit Wachsfiguren und andere lebensecht-wirkende Requisiten, die die Geschichte Jesus und einigen Propheten erzählten, die von Gott gesandt wurden. Moses, Abraham und natürlich wurde Joseph Smith mit ihnen gleichgesetzt. Man konnte sich Filme ansehen, die die Werte der Mormonen visuell darbrachten. Die Geschichte der goldenen Platten und wie diese es nach Mittelamerika geschafft haben und diese goldenen Platten dann im 18 Jahrhundert gefunden worden sind, ist mir etwas zu fantasiereich. Bei den Mormonen wird das "Buch der Mormonen" als zusätzliches Testament zu dem Alten und Neuen Testament anerkannt, und somit ist nach Ansicht der Mormonen Joseph Smith von Gott als Propheten erwählt worden und er kann wiederum neue Propheten ernennen. Es gibt also nach Ansicht der Mormonen Kirche lebende Propheten. Die eine Missionarin aus Kalifornien, erklärte mir auf sehr schöne Weise, als ich fragte, ob denn das Alte und Neue Testament in der Mormonen Kirche wichtige Bücher seien, wie folgt. "Halte dir mit der Hand ein Auge zu. Siehst du mit einen offenen Auge? - Ja ich sehe alles. - Nun entferne die Hand und verwende das Zweite Auge. Wie fühlt es sich an? - Ich sehe alles, aber viel besser. - Genau, so ist es mit dem Buch der Mormonen, man versteht und sieht die Geschichte Jesu besser.". In der Mormonen Kirche gibt immer 3 Personen in der Präsidentschaft und 12 Propheten, die gemeinsam quasi die Kirche leiten. Unsere Tour führte uns bis zum Tabernacle, ein Gebäude mit einer riesigen Orgel drinnen und einer berühmten bis zur Perfektion funktionierenden Akustik. Die beiden Mädls waren wirklich super nett und sie konnten mir immer auf meine Fragen auf informative Weise antworten. Komisch wurde es dann, als sie einen Zettel hervor zauberten und nach meinen ganzen Namen, Telefonnummer und Adresse fragten. Natürlich nur, um mit mir in Kontakt zu bleiben und damit sie ihre Freunde in Florida verständigen können, um mich dort zu treffen. Blabla. Ich wollte nicht unhöflich erscheinen, obwohl deren Anfrage nach meinen privaten Daten als Unhöflichkeit zu interpretieren war. Ich buchstabierte also meinen Nachnamen falsch und gab auch eine falsche Telefonnummer an und an meine Adresse konnte ich mich nicht erinnern. Die beiden mussten zu einem Gespräch mit einem der Apostel, um sich als würdig zu erweisen, um eine Zugangserlaubnis in den Salt Lake Tempel zu bekommen. Zufällig habe ich an diesem Tag sehen dürfen, als ein Brautpaar aus diesem Tempel trat. Wenn man Heiratet wird man in diesen Tempel gerufen. Wir verabschiedeten uns also und ich ging in das Tabernacle-Gebäude und hörte mir ein Orgelkonzert an, das jeden Tag ab Mittags für eine halbe Stunde stattfindet. Die Orgel war gigantisch, dahinter verschieden farbige Lichter, die über die Zeit die Farbe änderten. Die Halle ist aus akustischer Sicht so perfekt konstruiert, dass man sogar eine fallende Nadel auf der Bühne laut hören kann, ohne Mikrophon, auch wenn man ganz hinten in der Halle sitzt. Dies wurde vor dem Konzert demonstriert.




Brummm, brummm. Mein Magen knurrte, ich hatte tierischen Hunger. Auf meinem Weg in die Stadt traf ich noch ein paar junge Missionare, eine davon kam aus der Schweiz und eine Andere die zufällig Deutsch sprechen konnte. Ich unterhielt mich mit ihnen sehr schön. Wenn man als Mormone als Missionar für 18 Monate tätig sein möchte, muss man zum einen Alles selbst zahlen und man kann sich nicht aussuchen wohin man geht. Man füllt ein Formular aus und schickt diese nach Salt Lake City. Die 12 lebenden Apostel schauen über jeden Kandidaten und erwählen wohin die einzelnen Kandidaten missionieren gehen dürfen. Mein Hunger war zu groß und ich wollte unbedingt noch in das Vienna Bistro vor der Schließung. Also hab ich mich von den Missionaren getrennt und bin weiter Richtung Restaurant gegangen. Das Vienna Bistro ist nicht weit vom Temple Square und nahm nur einige Minuten in Anspruch. Je näher ich war, umso größer wurde mein Grinser. Und dann war es endlich soweit. Vienna Bistro. In dezenten Buchstaben, keine übertriebene Wachsfiguren mit Lederhosen oder unnötige Werbesachen über Österreich. Nein. Es war ein Lokal mit Klasse. Ich trat ein und sah wunderschöne Gemälde und geschmackvolle Fotos von Bergen und österreichischen Landschaften hängen. Weiter hinten war eine geschmackvolle Vitrine mit den typisch-österreichischen Gefäßen mit den grünen Streifen. Dieses Lokal hat mir sehr gut gefallen. Die Speise Karte war gefüllt mit unglaublichen Köstlichkeiten, wie dem Wiener Schnitzel, Spätzle, Schweinsbratn mit Knödl, Leberkas-Sandwich (Warum nicht Semmel? - Keine Ahnung), Apfelkuchen, Sacher Torte, Linzer Torte usw. Ich war im Himmel. Mir wurde ein Fensterplatz zu gewiesen und ich bestellte mir ein Wiener Schnitzel und ein Bier der Marke Stiegl. Das teuerste Bier, das ich jemals hatte, für 9 Dollar. Absolute worth it. Der Lokalbesitzer kommt aus Österreich, war aber leider nicht zu gegen. Aber vielleicht morgen, für ein kleines Plauscherl. Hm... Jeder Bissen vom Schnitzel, jeder Schluck vom Stiegl Bier, war wie eine Genussbombe in meinem Mund. Ich genoss jeden Augenblick, weshalb ich für dieses Menü doppelt so lange gebraucht habe als sonst. Das war mit Abstand der Höhepunkt des Tages. Morgen werde ich wieder kommen und ein leckeres Leberkassemmerl zu mir nehmen. Danach bin ich durch die Gegend spaziert und kam zufällig bei Siegfried's Delikatessen vorbei. Ein deutsches Restaurant/Supermarkt/Touristenramsch-Laden. Ich ging rein, alles Deutsch, Lebensechte Figuren mit Lederhosen, eine Wursttheke, eine Käsetheke, Regale mit deutschen Süßigkeiten gefüllt, Touristen-Ramsch-Sachen überall und das Lokal selbst total überfüllt. Mir hat es gar nicht gefallen, jedoch hab ich mir eine Milka-Schokolade gekauft. Es arbeiten nicht mal Deutsche dort, als ich nachfragte und bekam ein verschmitztes, mit amerikanischen Akzent betontes "Tschuess". Raus und Weg. Das exakte Gegenteil vom Vienna Bistro, bezüglich der Klasse. Ein paar Häuser weiter kam ich bei dem Capital Theatre vorbei, wo gerade in dieser Zeit ein amerikanischer Weihnachtsklassiker, nämlich "The Nutcracker", aufgeführt wird. Dabei handelt es sich, um ein Ballett. Jaja, ich weiß. Diese Aufführung ist jedoch weltweit bekannt und wann sonst bekomme ich die Möglichkeit dazu. Also warum sich nicht ein bisschen Kultur reinziehen. Ich bin also rein und hab mir eine Karte für die morgige Aufführung gekauft.

Den Rest des Tages verbrachte ich wieder auf dem Temple Square, wo ich das Family History Library besuchte. Dieses Gebäude ist wirklich beeindruckend. Man kann in dieser Bibliothek Geburten- und Heiratsbücher sämtlicher Kirchen, Mikrofilme, und sonstige Aufzeichnungen aus der ganzen Welt einsehen, analog und digital und Ahnenforschung betreiben. Gratis. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mir hier beispielsweise die Geburtenbücher der letzten paar hundert Jahre der Stadtpfarre Haag digital ansehen konnte. Diese sind bereits digitalisiert und können online, gratis, durchforstet werden. Auch sämtliche Aufzeichnungen der Kirchen in Steyr konnte ich mir ansehen, wobei diese Datenbank für Oberosterreich noch etwas dünn ist. Die Diazöse St. Pölten schickte z.B. Kopien nach Salt Lake City. Zwei ältere Frauen, eine aus Deutschland und eine aus Österreich halfen mir mit dem Umgang der Computer und wie ich alle Webseiten und Datenbanken verwenden kann. Dies ist eine ganz neue Möglichkeit zur Ahnenforschung. Ich werde morgen wieder hinschauen und mal schauen, was ich so ausfinden kann, ausgehend von unserem bereits bestehenden Stammbaum. - Bin jetzt wieder zurück und chill ein bisschen. Hm. Ich freue mich schon auf das Leberkassemmerl und einem weiteren Bier morgen im Vienna Bistro. Mein morgiger Höhepunkt, the Nutcracker Ballet ist nur, um die Zeit zu überbrücken ;) In der Zwischenzeit hat sich auch Juan schon gemeldet. In Florida wird also alles glatt gehen.




28. Dezember: Salt Lake City, Der Nussknacker

Noch etwas zu Gestern. Die Eine der beiden Mormonen-Missionare war blond, schlank und hatte blaue Augen. Ich bin mit einem bestimmten, klischeebeladenen Bild zum Temple Square gegangen, nämlich jenes, was ich aus der einen South Park Episode über Mormonen hatte. Familie. Viele Kinder. Alle Blond und Blaue Augen, im Grunde gleich aussehend. Diese Missionarin zeigte mir ihr Familien Foto, das sie in ihrem Mormonen Buch hatte. Und auf diesem Foto waren zu sehen. Blonde Eltern und ACHT Geschwister, ebenfalls blond. Weiters interessant war, als sie mir erzählte, dass ihr Vater in Sacramento im Government tätig ist und die ganze Familie Arnold Schwarzenegger persönlich kennt, da sie alle mal zusammen gegessen haben. A Bummer. Nett war es zu hören, dass sie Arni mögen und schätzen was er für Kalifornien getan hat und die Gegner nicht sehen, was gut ist. - Anyway. - Heute fuhr ich mit Kay, AJ's Mum, etwas in Park City herum und sie zeigte mir die Gegend und wirklich wunderschön aussehende Ski Gebiete. Im Jahr 2002 waren in Salt Lake City die olympischen Winterspiele, weshalb Kay mir einige Schauplätze zeigte. Auch besuchten wir ein Olympische-Winterspiele-Museum. - Am späten Nachmittag kam ich heim. Ich möchte gerne zwei Weinflaschen, die in Moab, Utah, gefüllt wurden und die ich gekauft habe, nach Hause schicken. Leider sind die Gesetze bezüglich Alkohol hier in den USA sehr streng. Es ist verboten Alkohol per Post zu verschicken, außer man besitzt eine bestimmte Lizenz. Ich habe viel recherchiert, ob es Wege gibt, diese Weinflaschen dennoch nach Übersee zu schicken. Keine Chance hat man über The American Mail Service. Bei UPS und FedEx ist das versenden von Weinen ebenfalls einer strikten Politik vorgelegt. Jedoch gibt es hier die sogenannte "Don't ask, don't tell"-Politik. D.h. Wenn sie nicht fragen, was drinnen ist im Paket, dann muss man es ihnen auch nicht sagen. Bei Paketen muss man angeben, was drinnen ist. Ich werde es mit "Fruit Juice" versuchen. Habe heute beide Weine gut verpackt und werde sie morgen über FedEx wegschicken. Ich hoffe das Paket kommt an. - Am späten Nachmittag fuhr Kay mich nach Downtown. Ich hatte mir ja ein Ticket für das Ballett „The Nutcracker“ gekauft. Bevor ich jedoch in das Capital Theater gegangen bin, schaute ich nochmals für ein leckeres Menü in das Vienna Bistro rein. Ich war in Schale geworfen und bekam wieder ein Fensterplatz. Dieses Mal bestellte ich mir ein Leberkas-Sandwich und ein köstliches, vollmundiges, blond-kühles Stiegl. Serviert wurden mir 2 Sandwich. Ich denke mal es war Frenchbread mit an guatn Leberkas dazwischn und als Beilage gab es Kartoffelsalat. Da ich ein Fensterplatz hatte, es schon dunkel war, ich in Schale geworfen war und draußen Leute vorbei spazierten, fand ich es unangebracht, diese Köstlichkeit mit den Händen zu essen. Also, Leberkas raus ausn Kleid, aufs Teller und Messer und Gabel verwenden. Ich versuchte beim Essen und Trinken gut auszusehen, da die Spaziergänger immer wieder herein guckten. I think I did a great job. Nach dem Essen hörte ich plötzlich von der Seite ein "Griassi Gott". Der Chefkoch und Besitzer des Lokals kam zu mir. Ich habe mich voll gefreut und wir hatten ein nettes Plauscherl im Mundart. Er kommt aus Bludenz, Vorarlberg, und hat schon seit 6 Jahren sein Restaurant hier. Am Ende brachte er mir einen Apfelstrudel, das aufs Haus ging. Glücklicher konnte ich in diesem Moment nicht sein. Es war nun Zeit zu gehen, denn das Ballett fing in Kürze an. - Übrigens. Ich sprach mitn Besitzer über das eine Deutsche Siegfried's Delikatessen Laden. Und er sagte: "Pfui, dieser Lodn is untam Hund". Er teilte also meine Meinung. - Jaja, ich weiß, Ballett, was is mit n Peter passiert? Ich war ebenfalls etwas skeptisch. Jedoch muss ich sagen, dass dieses Ballett ziemlich bewundernswert war. Vielleicht drücke ich es besser anders aus. Ich höre gerne Klassische Musik und „Der Nussknacker“ ist ein Stück von Tchaikovsky. In diesem Ballett spielte ein Orchester die ganze Musik im Hintergrund. Zusätzlich gab es neben der Musik auch in visueller Form etwas zu sehen. Eine Hilfe, um sich unter Tchaikovsky's Musik etwas vorstellen zu können. Das Orchester spielte wunderbar und der Anfang des Balletts war sehr weihnachtlich und lustig anzusehen mit den herum springenden Kinder. Beim Ballett wird nicht gesungen. Wer also die Musik von Tchaikovsky liebt, der liebt auch dieses Ballett. Ich kann diese Erfahrung nur weiter empfehlen. - Bin danach noch zum Temple Square gegangen, um diesen Platz bei Nacht zu bewundern. Die Beleuchtung dort ist unglaublich. Da ist bei einem Baum z.B. jeder einzelne Ast mit einer Lichterkette umwickelt. Und das bei allen Bäumen und Sträuchern. Die Arbeiter brauchten 4 Monate, um alles fertig zu gestalten.




29. Dezember: Salt Lake City

Nun ist es soweit, das Warten hat ein Ende. Online eingecheckt. Boardingpass ausgedruckt. Kay hat mir noch Frühstück zubereitet und um 8:30am sind wir zum Flughafen aufgebrochen. Vorher sind wir noch zum am Flughafen anliegenden FedEx gefahren, um mein Paket aufzugeben. Anstatt unseren Plan durch zuführen, also als Inhalt einfach "Fruit Juice" anzugeben, sagten wir ehrlich "It is White Wine". Anscheinend war es kein Problem Weiß Wein zu verschicken. Ich musste ein spezielles Formular ausfüllen, wo genau nachgefragt wurde, nach Alkoholgehalt und Zuckergehalt. Nach dem Aufgeben des Paketes wurde aus einem mittelklassigen, 12 Dollar Wein ein exquisiter, edler Tropfen für 32 Dollar. Ich bezahlte 40 Dollar Porto für 2 Flaschen Wein. Und das war der Discount Preis, weil Kay für die Delta Airline arbeitet. Wir sind dann weiter zum Terminal gefahren und haben uns verabschiedet. - Der Flug nach Denver verlief soweit gut. Bummelig wurde es mir im Magen, als wir beim Flug nach Houston durch schwarze Gewitterwolken flogen und ich viele Blitze durch das Fenster sehen konnte. Das Flugzeug rüttelte auch ein bisschen. - Nun warte ich auf den Weiterflug nach Florida. Der Abflug hat sich Jetzt schon 2 Mal verschoben. Draußen herrscht weiterhin ein Unwetter. Immer wieder fahren Flugmitarbeiter mit kleinen Waagerlchen vorbei, die schreien: "Car comes through the middle, please, the car comes in the middle, excuse." Und das mit einer Art singenden, weit ausgedehnten Stimme. - Der Flug von Houston nach Florida war wohl einer der turbulentesten Flüge, die ich jemals hatte. Wir starteten bei einem Unwetter, eine Stunde verspätet und flogen in mitten durch schwarz-graue Gewitterwolken. Ich hatte ein Fensterplatz und konnte direkt den Flügel sehen. Wir flogen nicht direkt durch die Gewitterwolken, sondern schlängelten uns zwischen den Wolken vorbei. Da waren Blitze überall in Millisekundentakt zu sehen. Ein Wunder, dass sich das Flugzeug keinen Blitz eingefangen hat. Kurz vor Florida durchbrachen wir dann die graue Wolkenschicht und ich kann euch sagen, der Ausblick auf Florida bei Nacht aus der Luft war wunderschön. So viele Lichter und die Küsten. Ein Lichtermeer. Um Mitternacht bin ich dann von Juan und seiner Mutter abgeholt worden. Jetzt muss ich schauen, dass ich mein Spanisch etwas auffrische, damit ich mit Juan's Eltern auch etwas sprechen kann.




30. Dezember: Florida

Es war irgendwie ein eigenartiges Gefühl als wir alle am Esstisch saßen und Juan's Familie sich temperamentvoll auf Spanisch unterhalten hatten. Ich verstand im wahrsten Sinne des Wortes nur Spanisch. Das blöde ist halt, dass man nicht mitreden kann. Meine Spanischkenntnisse reichen nur für Standardphrasen aus, wie „Danke“, „Bitte“, „Ich mag das“, usw. Am Abend schaltete Juan's Vater den Fernseher ein und schaute Spanische/Kolumbianische Musik Videos an. Dabei hat er mir einen Drink zubereitet. Kolumbianischen Rum mit Cola und Limette. Er ist sehr nett und scheint lustig zu sein. Gemeinsam mit dem Internet und SpanishDict.org habe ich versucht etwas mit ihm zu kommunizieren. Hat zu meinem Überraschen ziemlich gut funktioniert. Nach ein paar Drinks sind dann ich und Juan zu seinen Freunden gefahren. Einer von denen hatte Geburtstag. Diese Leute konnte Englisch reden. Wir saßen also draußen, House/Techno Musik aufgedreht und tranken Bier. Lauter Kolumbianer, braun gebrannt und ich der einzige Weiße. Ein eigenartiges Gefühl, wenn man wie ein bunter Hund hervorsticht. Wir hatten aber dennoch viel Spass.











31. Dezember: Florida

Ich stand mit einem Mords Kater auf. Es war bereits mittags und verdammt heiß. Das Wetter ist ziemlich schön hier. Das Wetter hier in Florida im Winter ist wie bei uns in Österreich im Sommer. - Heute schliefen wir fast den ganzen Tag. Als Juan's Eltern nach Hause kamen, planten wir am Abend zum City Plaza zu fahren. Das ist eine Art Einkaufsstraße in Boynton Beach, wo sehr viele Restaurants sind. Heute Abend spielte eine wirklich gute Jazz Band namens "Bass Groove". In diesem Zentrum war die Hölle los, sehr viele Leute und die Band spielte sehr gut. Jedoch blieben wir nicht lange, denn Juan hatte Hunger und ohne Reservierung konnte man keinen Platz kriegen in diesen Restaurants. Also fuhren wir leider schon, um 10 wieder heim und verbrachten Silvester auf der Terrasse, aßen Nachos und Salsa. Das war wohl das langweiligste Silvester, das ich jemals hatte. Juan erzählte mir, dass die Leute in Kolumbien nicht gerne auf Partys gehen, sondern eher in der Familie unter sich Spass hat. Also wenn die ganzn Verwandten usw. zusammenkommen. Und Juan schläft gerne den ganzn Tag und unternimmt fast nichts. Seit ich hier bin, haben wir nicht sehr viel gemacht, vielleicht ein paar mal mit dem Auto herum gefahren, aber die meiste Zeit im Haus verbracht und geschlafen. Heute habe ich fast den ganzen Tag verschlafen, weil wir einfach kein Auto hatten und alles andere einfach zu weit weg ist. Zu Fuß kann man in den USA ohnehin fast nichts erreichen, vorallem wenn das Wetter sehr heiß ist, da man schnell müde wird. Morgen haben wir den ganzen Tag das Auto zur Verfügung und geplant ist ein Trip nach Miami zum Strand. Jedoch war es nicht leicht Juan dafür zu motivieren. - Da ich auf keinen Fall möchte, dass dies in den nächsten 9 Tage so weiter geht, bin ich am überlegen, mir in Miami ein Zimmer in einem Hostel zu mieten oder über CouchSurfing auf einer Couch zu schlafen und Miami auf eigene Faust zu erkunden.



01. Jänner: Florida, Autofahrt nach Miami

Autofahrt nach Miami - Entlang des Ocean Drive - laute superschöne Villen der Superreichen sind entlang dieser Straße zu sehen - Viele Sportautos sind auf der Straße unterwegs - Suchten über ne Stunde einen Parkplatz - war wie ein Kampf und das Wetter verdammt heiß - einige Leute verkauften einen Parkplatz auf ihrem Grundstück für schweineviel Geld - Am Ende parkten wir in einer Parkgarage von einem Einkaufszentrum, weit weg vom Miami Beach - Wir spazierten zum Strand - So viele trendy-gekleidete Leute, die hier herum laufen - es ist echt viel los - und viele alte Leute sind da, weil viele reiche Säcke im Winter nach Florida kommen, denn das Klima hier ist wirklich warm - Juan und Louis waren etwas anstrengend, denn sie mochten es nicht oder fanden es langweilig durch Miami zu gehen und sich die Stadt anzusehen. Wahrscheinlich weil sie schon ihr ganzes Leben in Florida leben und das Alles nicht mehr neu ist. Ich würde auch nicht gerade Haag entdecken gehen wollen. Ich sah es in ihren Gesichtern, als ich bei einem deutschen Hofbräu Restaurant mir ein Bier genehmigte, dass sie keine Lust mehr hatten. Wir fuhren also recht bald am Nachmittag wieder nach Hause. Ich werde Miami in den nächsten Tagen wohl alleine erkunden. Glücklicherweise ist in Boynton Beach eine Haltestelle, durch das ein Zug von West Palm Beach kommend, entlang der Ostküste durch Fort Lauderdale bis hin zu Miami fährt. Am Abend bin ich dann in der Community Anlage, wo Juan lebt, in einem Fitnissraum gegangen, um mich wieder in Form zu bringen. Das hat echt gut getan. Danach haben wir uns einen gemütlichen Filmabend gemacht.



02. Jänner: Florida

Heute bin ich Laufen gegangen. Es war schweineheiß. Bin 12 Meilen gelaufen. z'Mittag sind wir dann zu einem nahegelegenen Strand gefahren. War in der Nähe der George Bush Straße. Die Parkplatzsuche war wieder sehr anstrengend. In Florida ist es ratsam sich ein Fahrrad oder ein Motorrad zu zulegen. Man kann fast Überall Parken und auch an den im Stau stehenden Autos vorbeifahren.



03. Jänner: Trip Nach Miami

Mein Plan war es schon seit Tagen, alleine nach Miami zu gehen, um sich diese Millionenmetropole in Ruhe anzusehen. Juan versuchte es mir auszureden und betonte immer wieder, dass dies zu Gefährlich sei. Alle Schlimmen Dinge, Verbrechen, Morde passieren in Miami. Ich wollte nicht hören, denn für mich ist Miami mit Sonnenschein, endlos lange Ständen und schönen Frauen in Bikinis verbunden, wie ich es halt aus dem Fernsehen wie CSI:Miami (hm, ist vielleicht ein schlechtes Beispiel bezüglich der Morde) kenne. Fest entschlossen stand ich heute in der Früh auf, druckte die Google-Maps Route aus und packte meinen Rucksack. Ich zog mein schönstes T-Shirt an, denn ich fühlte mich etwas Underdressed als ich mit Juan das letzte Mal in Miami war. Juan fuhr mich wie geplant zur Tri-Trail Station in Boynton Beach, wo ich den 7:52 Uhr Zug nehmen sollte, jedoch fuhr mir dieser vor der Nase davon. „Macht nichts“ sagte ich mir und nahm den Nächsten, der eine halbe Stunde später ging. Ich dachte mir, dass die Wegbeschreibung von Google-Maps weiterhin stimmen mag. Also bin ich aus dem Zug nach Miami auf halber Strecke mitten im Nirgendwo ausgestiegen, um mit dem Bus weiter zu fahren. An der Bus-Station hatte ich mal zu kämpfen durch all die Graffiti den Fahrplan der unterschiedlichen Buslinien zu entziffern und wie das mit dem Ticket hinhaut. Ich kaufte mir ein Tagesticket für 5 Dollar und wartete auf die 77er Linie. Was für ein schönes Wetter. Nur ein paar Wolken waren am Himmel zu sehen. Ich sah mich um und sah einen riesengroßen Afroamerikaner, etwas Plump (also dick), komplett in Schwarz gekleidet. Schwarze weite Hose, schwarzes T-Shirt bis zum Knie hängend und mit einer schwarzen Haube auf. Sah zum fürchten aus. Ein paar Meter weiter, sah ich einen Afroamerikaner, etwas heruntergekommen aussehend, sitzend auf einer Bank, mich ansehend. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich hier mit meinem neuen, superaussehenden T-Shirt und dem neuen iPod Nano in meinem Ohr gestöpselt wohl am falschen Ort war. Ich fühlte mich förmlich unwohl und packte meine Kamera und iPod weg. Endlich, der Bus kam und ich stieg ein. Der Bus war ziemlich vollgepackt, ich hatte im hinteren Bereich einen Stehplatz. Viele wirklich elend-aussehende Viertel lagen auf der Strecke, ein Nagelstudio oder Barbiershop nach dem anderen, Afroamerikaner, davor sitzend, nichts tuend. Je länger wir fuhren, desto mehr Leute stiegen zu und desto weiter verlagerte ich meinen Stehplatz nach vorne zum Busfahrer. Es stiegen nur Afroamerikaner zu, wirklich, ich war das einzige Weißbrot im Bus. Ich fühlte mich wie eine Nadel in einem Raum voller schwarzer Luftballons, die jederzeit explodieren konnten. Einer hatte ein weites Jersey an, bis zum Knie hängend, eine Plastiktüte in der einen Hand und die andere Hand in seinen Shorts. Er stand plötzlich auf und stellte sich neben mir und stieg die nächsten paar Haltestationen nicht aus. Etwas stimmte nicht, als führe er etwas in Schilde. Vielleicht konnte er meine Angst riechen. Also bewegte ich mich weiter nach vorne. Beim Busfahrer fühlte ich mich sicher. - Endlich kam der Bus am Biscayne Boulevard an, wo sich all die Hot Spots befanden, die ich mir für diesen Tag im Programm vorgenommen hatte. Dieser Boulevard befindet sich direkt am Fuße der Wolkenkratzer dort und befand sich entlang neben der Bucht. Neben dem Boulevard befindet sich ein sehr schöner Park mit vielen Springbrunnen und Palmen. Ich spazierte durch und geradewegs zur Ankerstelle der Sightseeing Schiffe. Ich unternahm die Millionaire's Row Sightseeing Schiffsfahrt, die uns zu den ganzen Inseln, wie z.B. Star Island, Fisher Island führten und uns einen unglaubliche Aussicht auf die Skyline von Miami verschaffte. - Was mich ziemlich ärgerte war nach der Bootsfahrt. Der Kapitän schoss ein Foto von jedem Passagier,stehend an einem Bootslenkrad. Nichts böses ahnend lies ich mich abfotografieren. Nach der Bootsfahrt teilten sie uns die entwickelten Bilder aus und sammelten Geld dafür ein. Ohne uns vorher zu fragen, ob wir eines wollen. Nun denn, ich bezahlte und zog weiter. War zu Mittag im Hard Rock Cafè Miami. Danach fuhr ich eine Runde mit dem Metromover. Der Metromover ist ein öffentliches Verkehrsmittel, welcher 10 Meter über den Boden rund um die Hochhäuser durch Downtown fährt. Dieses Transportmittel ist führerlos und man kann einfach zu steigen. Ich fuhr mit diesem Gefährt eine ganze Runde, da man einen schönen Ausblick auf die Stadt hatte, ohne Stress im Verkehr. Der Kontrast zwischen Arm und Reich ist in Miami sehr deutlich zu sehen. Während sich Macy's sich im Wolkenkratzer hervorhebt, befinden sich auf der selben Straße unzählige Nagelstudios, Barbiershops (Friseursalons) oder Eletronikgeschäfte, die nicht unbedingt aussahen, als würden sie viel Umsatz machen. Auf der anderen Seite sieht man Sportautos durch die heruntergekommenen Straßen fahren und viele fashioned Personen mit kleinen Hündchen herumspazieren. Viele verarmte Afroamerikaner, die ziellos herumlungern und den Tag verstreichen lassen. Die Plätze und Parks am Fuße der riesigen Wolkenkratzer hingegen sahen wunderbar aus und waren von Springbrunnen und Palmen nur so gespickt. Viel Bänke, Skulpturen und Security Beamten. Während meiner herfahrt bemerkte ich, dass an jeder Zugstation ein Security Beamter mit einer Pistole zu sehen waren. - Miami, eine Metropole mit geschätzten 5,5 Millionen Einwohnern. Zusammengepresst auf eine kleine Fläche. Nach einer Weile hat mich diese Großstadt nur noch gestresst. So viele Leute, so viel Verkehr, die Hitze, das Großstadtleben, die Armut, alles Konzentriert und Komprimiert auf einen Punkt.




04.Jänner bis 10. Jänner:

Miami hat mir wirklich viel abverlangt und ich war müde noch mehr Energie in etwas zu investieren. Also bin ich die nächsten 6 Tage etwas lockerer angegangen. Die letzten Tage der Weihnachtsferien ausklingen lassen. Wir sahen uns viele Filme an, gingen ins Kino. Einmal sind wir am Boynton Beach Fischen gegangen, mit einem kühlen Bier in der einen Hand und der Angelrute in der Anderen. Den Sonnenuntergang genießen. Leider ging uns kein Fisch ins Netz. Am Wochenende haben wir einer Freundin der Familie beim Umziehen geholfen. Von einer riesigen Villa in eine etwas kleinere Villa. Sie war geschieden und hatte drei Kinder. Ich bekam als Dankeschön aus der Zigarrensammlung ihres Exmannes ein paar kubanische und kolumbianische Zigarren. Einmal gingen wir gemeinsam Golfen, ich lernte wie man den Schläger richtig schwingt, traf aber den Golfball nur selten. Golfen ist schwieriger als man es sicht vorstellt.