Mittwoch, 12. Januar 2011

Christmas Break

Hallo, ich habe während der Weihnachtsferien ein Reisejournal geführt, um alle Erlebnisse auf den Tag genau festhalten zu können. Dieser Eintrag ist mit all den Bildern und den Journaleinträgen ziemlich lange geworden. Zu lange. Trotzdem viel Spass beim Lesen.

15. Dezember: Road Trip


Um 7 Uhr standen wir auf. Raus aus
dem Men's Bed (Männerbett). Schnell Frühstücken, danach die Wäsche noch machen, bevor die Reise losgeht. - Packen. Die Koffer und die Skier im VW Passat verladen. Wir haben 4 Racing Ski, 3 Powder Ski, 2 Slalom Ski und meine GS Ski im Auto verladen, also insgesamt 10 Skier und dann noch unser Gepäck. Bevor wir das Gepäck verluden, sagten Harald und Diem scherzhaft zu mir, als sie ins Haus kamen: "Peter, we have good news and bad news. Your big suite case does fit in the car, but we are not sure if you fit in the car". - Das Auto war so vollgepackt, dass ich nicht mal nach vorne zu Harald und Diem blicken konnte. Es war sehr eng im linken hinteren Bereich des Autos, aber auch vorne saß man mit einem 70 Grad Winkel im Sitz dementsprechend unangenehm. - Das Wetter ist sonnig. Diem und Harald haben ihre Skibrillen auf, ich meine Sonnenbrille. - Die Straße geht wieder unendlich geradeaus und ist umgeben von Bergen, Hügeln, die mit Schnee bedeckt sind. - Je länger wir fahren, desto mehr Kurven, die um diese Berge führen. Ein Schild ist zu sehen: 203 Meilen bis zur nächsten Tankstelle. Zwischenstopp in einer Kleinstadt genannt West Yellowstone. - Wir hielten bei der Fast Food Kette "Arby's und aßen dort. Ich deckte mich im anliegenden Geschäft mit Red Bull und Red Bull Cola zu und mit Werthers Original. Diese Kleinstadt war sehr schneebedeckt und es schien als wäre das Schneemobil (Schneemotorrad) das Hauptfortbewegungsmittel hier. Denn an der Tankstelle waren fast nur Schneemobile zu sehen, sowie an all den Parkplätzen. Nach diesem kleinen Aufenthalt fuhren wir auf einer langen, schneebedeckten Straße raus aus der Kleinstadt, links und rechts sind viele Fichtenbäume, und vor uns ein riesiger Berg. Die Winterlandschaft hier ist wunderschön. Wir passieren Idaho. Witz: " Why is a Rhinozeros painting his testicles red? To hide in the cherry tree. What is the loudest noise in the jungle? A Giraffe eating from the cherry tree." - Wir kommen in Salt Lake City an und verbringen die Nacht bei einer alten Schulkollegin von Diem. Sie wohnt in Salt Lake City und studiert auf der Westminster Universität. Sie machte für uns ein leckeres Dinner, zu trinken gab es Bier. Bevor wir zu Bett gingen besuchten wir noch Hali, eine Freundin von Jamie (Diems Freundin), da wir schon in der Stadt waren. Es war ein gemütliches Beisammensein in ihrer Wohnung mit all ihren Freundinnen ;)








16. Dezember: Salt Lake City, Ski Ressort Snowbird


Um 8 Uhr sind wir aufgestanden, zum
Frühstück gab es köstliche Pfannkuchen mit Sirup. Danach packten wir unsere Sachen und fuhren direkt zum Ski Ressort „Snowbird“. Dank Diem's alte Schulkollegin bekamen wir die Tagestickets zum Discountpreis von 55 Dollar, anstatt 79 Dollar. Salt Lake City, kurz SLC, ist eine Stadt mit den schönsten Ski Gebieten, die ich jemals gesehen habe. SLC ist nicht einfach nur eine Stadt, umgeben von Bergen, NEIN, es sind zahlreiche Berge, Bergzeilen, an dessen Füssen sich die Leute angesiedelt haben. Die Straßen verlaufen zwischen den massiven Bergen hindurch, schneebedeckt. Auf Mittelhöhe der Berge sind Häuser gebaut. Dieser Anblick beim durchfahren von SLC ist zauberhaft, links und rechts, riesige Berge, zum greifen nah. Besonders bei Nacht sehr schön anzusehen, zu dieser Zeit auf Grund der Weihnachtsbeleuchtungen. Die Straßen hier gehen auf und ab und in Kurven rund um die einzelnen Bergen. - Im Ski Ressort Snowbird angekommen, haben wir gleich unsere Skischuhe angezogen und sind mit der Ausrüstung auf zum Ski Lift. Diesmal hatte der Lift einen Sicherheitsbügel (im Gegensatz zu den Ski Liften in Red Lodge). Die Aussicht vom Gipfel des Berges ist atemberaubend. Im 360 Grad Winkel, lauter Bergzeilen, so weit das Auge reicht. Wir fuhren anfangs mit den Skier auf der anderen Seite des Berges, wo eine Art Tal war. Das Beste an diesem Ski Ressort ist, dass der Berg nicht mit einigen wenigen Pisten in ihrer Vielfalt für das Ski fahren eingeschränkt ist. Nein. Hier kann man so gut wie überall und in fast jeder Richtung, wie man möchte, Ski fahren. Zwischen den Bäumen, durch den Wald, im Zick-Zack, über Felsvorsprünge springend, durch den Pulverschnee rasend oder auf den Pisten. Uneingeschränkte Wandermöglichkeiten zu anderen Gipfel, um frischen unberührten Pulverschnee zu ergattern. Harald und Diem sind um einige Level besser im Ski fahren als ich und haben mit speziellen Powder Ski die Pisten unsicher gemacht. Ich habe einige ihrer Felssprünge gefilmt bzw. fotografiert. An einigen Stellen war der Schnee bis zu einem Meter tief. Der Schnee ging mir also bis zur Hüfte, als ich versucht habe einige Schritte zu gehen. Ich bin eingesunken wie ein Stein im Wasser. Nach einiger Zeit habe ich mich von Diem und Harald getrennt und habe auf eigene Faust den Berg unsicher gemacht. Ich muss sagen, dass ich im Ski fahren um Welten besser geworden bin. Schwierigkeitsgrade der Pisten lassen mich kalt. Ob blau, rot, grün oder schwarz. Schwarze Pisten fahre ich locker runter. Ein bisschen Schwierigkeit hatte ich als ich mit meinen dünnen GS Ski im Tiefschnee durch den Wald gefahren bin. Ich habe mich sogar einmal verfahren und fand mich kurz vor einem riesigen Felsvorsprung wieder. Das Zurückwandern im Tiefschnee, meine Ski hinterher ziehend, im Zick-Zack durch den Wald, brachte mich ziemlich ins Schwitzen. Ich verbrachte jede einzelne Minute meiner Tageskarte auf dem Berg, bevor alle Ski Lifte schlossen. Den Sonnenuntergang genoss ich auf dem Gipfel mit einer Dose Red Bull, durchgeschüttelt. Am Ende bin ich als einer der letzten Gäste die Piste runter gebraust. - Insgesamt fuhren wir von 9 Uhr in der Früh bis um 4 Uhr nachmittags. It was fun. - Jamie's Vater hat im Ski Ressort Snowbird ein Apartment für die ganze Woche im anliegenden Hotel gebucht, nicht weit von der Gondel entfernt. Ich, Harald und Diem durften die nächsten paar Tage in diesem Apartment mit Jamie und ihrem Dad wohnen.

Die Zimmer waren sehr gemütlich eingerichtet mit einem wundervollen Ausblick auf Stufen. Das Essen hier im Ressort ist sehr teuer, deshalb sind wir zu einem Supermarkt außerhalb vom Ort gefahren, um Lebensmittel einzukaufen. Wir waren alle ziemlich erledigt vom anstrengenden Ski Tag. - Nach einem leckeren Dinner, bin ich rauf auf das Dach des Hotels, um etwas im Whirlpool zu entspannen. Ich fühlte mich wie neu geboren. - Übrigens, ich habe im Supermarkt AUSTRIA BEER gefunden. Gut, es ist nicht wirklich importiertes Bier aus Österreich. Dennoch die Aufschrift sagte zumindest: "First brewed in 1841 by brewer Anton Dreher in Vienna, Austria. The Viennese Lager is brewed in traditional European fashion with only the best German craft melts, Czech zest and Noble Saaz hops.“ - Gebraut in den USA, der Geschmack hat mich nicht unbedingt umgehaut.
 



17. Dezember: Salt Lake City, Ski Ressort Snowbird

Um 9 Uhr aufgestanden. Diem hat Frühstück zubereitet. Ham and Eggs. Schön langsam gewöhne ich mich an das warme Frühstück. Ich bin um 10 Uhr in die Kraftkammer des Hotels gegangen, um etwas wieder in Form zu kommen. Danach habe ich mich im Whirlpool entspannt. - Wir faulenzten den ganzen Tag. Schauten Serien oder irgendwelche Filme. Ich ging ein paar Mal in die Dampfsauna und in die normale Sauna. Während wir uns im Fernsehen Filme angesehen haben, ist mir klar geworden, wie nervend amerikanisches Fernsehen ist. Werbung überall. Man kann nicht wirklich einen Film genießen, weil nach allen 10 Minuten Film eine 5 minütige Werbeunterbrechung folgt. Ich habe die Zeit gemessen. Das ist unglaublich.


18. Dezember: Salt Lake City, A Kurt Bestor Christmas

Um 10 Uhr aufgestanden. Ich habe dieses Mal das Frühstück zubereitet. Eierspeise nach Österreichischer Art. Dazu holte ich noch für jedermann Kaffee. Barfuß durch die Lobby gegangen, mit verschlafenen Augen. Ein Mitarbeiter hat von einem Gast einen Skipass als Trinkgeld bekommen, wo noch ein Tag frei war, um die Lifte. Diese hat er uns für 30 Dollar verkauft, was verdammt billig ist im Vergleich zum Normalpreis. Ich, Diem und Jamie sind an diesem Tag halbtags ab 12 Uhr Ski fahren gegangen. Diesmal hatten wir keinen Sonnenschein. Es schneite sehr stark und wir hatten daher Pulverschnee überall. Die meisten Gäste fuhren nur ab der Mitte des Berges und fuhren mit dem Lift nicht ganz hinauf. Ich fuhr einmal von der Mitte aus mit einer weiteren Gondel bis zum Gipfel des Berges. Die Gondelfahrt war anfangs nicht so schlimm, aber auf halber Strecke wurde der Wind immer intensiver und die Schneeflocken peitschten mir ins Gesicht. Es waren keine weichen Schneeflocken, aber auch nicht harte Hagelkörner. Es war mehr eine Mischung. Harte Schneeflocken. Am Gipfel angekommen, konnte ich keine zwei Meter vor mir sehen, da der Schneesturm so intensiv war. Warnschilder waren aufgestellt die sagten: "Ski fahren auf der anderen Seite des Berges auf eigene Gefahr". Einige Snowboarder fuhren schwungvoll daran vorbei. Man konnte wirklich fast nichts sehen. Ich blieb auf der selben Seite und fuhr kein zweites Mal bis zum Gipfel hinauf. Dafür aber oftmals durch die Wälder (Schwierigkeitsgrad <><> Schwarz). Ich verlief mich einmal im Wald und verlor die Anderen. Der Schnee dort war unberührt und bis zur Brust tief. Ski abschnallen kam also nicht in Frage. Nach langem Kämpfen und wedeln durch den Wald kam ich am Ende zu einer Zwischengondel an(Gat 2), die mich allerdings wieder bis zum Gipfel brachte. Es war schon später Nachmittag und die anderen Gondeln waren bereits abgeschaltet. Am Ende schaffte ich es doch noch zum Ausgangspunkt, Creekside Lodge. Gott sei Dank. Im Hotel zurück warteten wir einander und gingen dann in den Whirlpool. Ich danach noch schnell in die Dampfsauna. - Am Abend fuhren wir gemeinsam mit Jamie's Dad in die Stadt von Salt Lake City, denn er hat uns zu einer Weihnachtsshow eingeladen. A Kurt Bestor Christmas. Viele Mormonen waren an diesem Abend unterwegs. Die Show war atemberaubend. Kurt Bestor spielte Weihnachtslieder, die von ihm auf seine Art neu arrangiert worden waren. Zwischendurch machte er Witze und unterhielt das Publikum. Einer der Musiker auf der Bühne spielte in einem Lied 24 verschiedene Holzinstrumente. Angefangen von der Klarinette über alle Arten von Querflöten bis hin zum Saxophon und noch ein paar exotische Instrumente. Die Weihnachtsshow war wunderschön und stimmte uns auf Weihnachten ein. Nach der Show spazierten wir auf dem Temple Square und bewunderten die prächtige Weihnachtsbeleuchtung sowie die gigantischen Mormonen-Monumente. Auf dem Turm des Salt Lake Tempels ist eine goldene Statue des Propheten Morona. Vor ein paar Jahren gab es ein Skandal, weil jemand dieser Statue eine Jacke umgehangen hat. Keiner wusste wie jemand dazu Fähig war die Statue zu erreichen, da ja fast niemand Zugang zum Tempel hat. Nicht einmal alle Mormonen. Nur Überdrüber Mormonen.




19. Dezember: Weiterfahrt nach Moab, Utah

Heute brachen wir nach Utah auf, in die Kleinstadt Moab. In SLC war eine Art stürmischer Regen angebrochen. Das Wetter war also nicht gerade schön. So gegen Mittag hatten wir alles gepackt und verladen, haben uns bei Jamie's Dad bedankt, verabschiedet und sind los gefahren. Die Fahrt dauerte 4 Stunden. Wir fuhren durch die Bergzeilen und plötzlich auf einen Schlag, rote Berge. Die typisch-amerikanischen roten Felszüge, wie man sie aus den Fernsehen kennt. So nah an der Straße wie in SLC, aber einfach eine komplett andere Landschaft. Der Schnee hörte mit einem Schlag auf und die Temperatur änderte sich auf 10 Grad Celsius plus. Die Landschaft war atemberaubend und komplett anders als in Billings oder SLC. Die wüstenartige Flächen erinnerten mich an Looney Tunes' Road Runner. Fast keine Häuser zu sehen während der ganzen Fahrt. Jedoch fuhren wir durch einige Kleinstädte wie die Stadt Prova beispielsweise. 95 Prozent der Einwohner sind Mormonen. Wir zählten ungefähr 20 Mormonen Tempel während der ganzen Fahrt. - Abends kamen wir in Moab an. Eine 10000 Seelen Stadt. Diem's Eltern sind herzallerliebst. Sie haben für uns Pantoffeln bereitgestellt und es waren sogar Socken für uns am Kamin aufgehängt. Nach der Begrüßung saßen wir zusammen und plauderten ein wenig. Dann erzählte Diem, ich solle vor seiner Oma auf keinen Fall erwähnen, dass ich aus Österreich oder Deutschland komme, da sie im 2. Weltkrieg aus Deutschland als Jüdin geflüchtet ist und sie deshalb Deutsche und Österreicher hasse. Er sagte mir das vor der ganzen Familie. Ich war einfach nur geschockt, denn ich wusste nicht wie ich mich nun vor seiner Oma verhalten sollte. Und um ehrlich zu sein, war diese Geschichte ziemlich glaubwürdig. Plötzlich fing Harald zu grinsen an und alle lachten. Diem machte nur einen Witz. Ich war erleichtert. Denselben Schmäh haben sie mit Bjorn, den Franzosen, gemacht. - Am Abend sind wir ins Kino gegangen. Es war ein sehr kleines Kino, dass nur 3 Filmsälle hatte und somit nur 3 Filme spielen konnte. Wir sahen uns „127 Hours“ an. Dieser Film ist einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Absolut bewegend und passierte gerade mal 10 Minuten von Moab entfernt, im Canyonland. Eine wahre Geschichte.




20. Dezember: Moab, Indian Ladder

Aufgestanden erst um 11 Uhr. Ich schlief so gut. Zum Frühstück gab es Cookies. Selbstbedienung. Diem's Mum hat viele verschiedene Cookies gebacken, Chocolate Chips-, Lemon-, Peanut Cookies. Diese sind wirklich lecker. Ich und Harald tranken noch den alten Kaffee aus der Kanne. Dann fuhren wir los zu einer Winzerei in Moab und machten eine Weinverkostung. Wir hatten einen Riesling, Gewürztraminer, Cherry Wine, Merlot, Cabernet Sauvignon, Chardonnay und an süßlichen Spätriesling. Wir kauften Weine für Jamie's Dad als Dankeschön dafür, dass er uns in SLC beherbergt hat. Ich kaufte einen Gewürztraminer und Cabernet Sauvignon für Papa's Weinsammlung. Mal sehen, ob ich diese nach Hause verschiffen kann. Gut verpacken, Kleidungsstücke beilegen und über Fedex oder UPS verschicken. Nicht über the American Mail Service. - Diem zeigte uns die Indian Ladder (Indianer Leiter). Dabei handelt es sich um eine Felsspalte, die vom Boden bis zum höchsten Punkt des Felsens geht. Diese Spalte ist von den Indianern so präpariert worden, so dass man diesen Spalt wie eine Leiter hochklettern kann. Wir kletterten diesen Feldspaten hoch. Es war ziemlich eng. Die Aussicht dafür wunderbar. Das Wetter hier ist zur Zeit etwas bewölkt, aber dafür hat es milde 10 bis 14 Grad Celsius. Die Winterjacke kann ich hier in dieser Gegend weglegen. In Florida wird es womöglich noch wärmer sein. Am Nachmittag holten wir Jamie ab, die ebenfalls in Moab aufgewachsen ist, und fuhren ein Stück hinaus in die Landschaft, um eine Wanderung zu machen. Die Fahrt führte uns um unzählige, feuerrote Berge, auf und ab, kurvig mit wunderschönen Aussichten auf die Gesteinsformationen für die Moab so berühmt ist. Während der Fahrt bekam ich richtig Lust mir ein Motorrad zu leihen und im Frühling oder Sommer hier runter zu kommen und auf diesen kurvigen Straßen zu fahren und die Landschaft zu genießen. Vielleicht mach ich das auch, sobald mein Übersetzter Führerschein in Billings ankommt. Hm. Mir läuft das Wasser im Munde zusammen bei diesem Gedanken. Nach einer Weile, kamen wir am Ziel an und wanderten durch die rote Landschaft über Stock und Stein. "The Titan" war das Ziel der Wanderung. Auf dem Weg sahen wir so viele nahezu unmögliche Gesteinsformationen in unterschiedlichen Konsistenzen. Hart wie Stein, bröselig wie Sand. Die Gesteine werden durch Wind und Sand geformt über die Jahre. Ein langer Prozess bei dem der Sand Schicht für Schicht aufgetragen wird. Wir kletterten viel herum und ich natürlich schoss wieder Unmengen an Fotos. Auch ein paar Kakteen waren zu sehen, ich wusste jedoch nicht wie ich diese legal nach Hause schicken kann, für Papa. Mal sehen ;) - Am Abend kamen wir zurück und jetzt gerade sitzen wir alle auf der Couch, Harald hat versucht ein Buch zu lesen und ist dabei eingeschlafen, Diem und Jamie lesen ein Buch gemeinsam und ich schreibe gerade in mein Reisejournal (Notizblock) für mein Blog später. Diem's Mumm hat uns gerade einen Snack vorgestellt mit Chips, Gurken, Paprika, Karotten und einem köstlichen Dip. Weihnachtsmusik läuft im Hintergrund, das Feuer im Kamin ist geschürrt und brennt, darüber hängen unsere Weihnachtssocken mit Namen. Eine wirklich gemütliche, weihnachtliche Stimmung, die gerade in der Luft gemeinsam mit den süßlichen Cookies liegt.






21. Dezember: Moab

Heute bin ich mal bald aufgestanden. Um 10:30am. Während die Anderen noch schliefen habe ich die Zeit genutzt und bin in Moab laufen gegangen. Mit Thermo-Fleeze und meinen Hiking Boots bin ich von Diem's Haus aus ca. 10 Meilen gerannt und habe mir dabei auch gleich die Gegend angeschaut. Überall sind rote Berge zu sehen und über diese roten Bergen, weiter hinten sind schwarze, schneebedeckte Bergen zu sehen. Es ist weiterhin bewölkt und angenehm warm. In den Nachrichten hört man, dass es Überschwemmungen gibt (Kalifornien) und in weiten Teilen Europas Schneechaos herrscht. Auch bei uns in Österreich. Ein wunderbares Gefühl nach dem Laufen. Diem war bereits munter und war gerade beim Frühstücken. Ich habe mir Kornflakes zubereitet und gemütlich vorm Fernseher gefrühstückt. Nach dem Duschen und nachdem Harald aufgewacht ist, sind wir mit dem Jeep losgefahren, um einen Weihnachtsbaum zu fällen (Chop a Christmas Tree). Eine weitere typisch-amerikanische Tradition zur Weihnachtszeit. Diem's Vater hat uns dazu ein Erlaubnisschein besorgt, um auf einem der Berge einen Baum fällen zu dürfen. Diem's Vater arbeitet als Förstner im anliegenden Nationalpark. Warm angezogen, ich leider mit meinen Sneakersocken, sind wir auf dem Berg hinaufgefahren. Der Schnee lag schwer und wir sind langsam die Bergstraße entlanggefahren und hielten Ausschau nach einem schönen Fichtenbaum. Auf dem Berg gab es keinen Fichtenwald, dennoch waren vereinzelt, zwischen den anderen Bäumen, Fichtenbäume gewachsen. Vier Mal hielten wir an und stampften durch den Tiefschnee zu anscheinend perfekten Weihnachtsbäumen, doch leider hatten sie immer einen kleinen Mangel, entweder zu klein, oder zu groß, oder doppelt gewachsen. Den letzten Baum erspähte ich und er schien perfekt zu sein. Also schnitten ich und Harald gemeinsam diesen Baum und schleiften ihn zum Auto. Das war der erste Weihnachtsbaum, den ich gefällt habe. Eine schöne Tradition, anstatt einfach einen Baum zu kaufen. Vielleicht kann ich diese Tradition heim bringen. Daheim angekommen, haben wir den Baum aufgestellt und geschmückt. Nun ja, wir haben einfach eine Lichterkette um den Baum gewickelt und ich habe ein paar Kugeln aufgehängt. Dann sind wir alle eingeschlafen. Der Baum ist ziemlich armselig geschmückt, um ehrlich zu sein, leuchtet aber dafür wie ein Scheinwerfer.

Nachdem kleinen Nickerchen, habe ich meine Wäsche gemacht. Und Danke. Ich hatte heute viele Postkarten erhalten. D.h. die Familie Diem hat sie erhalten. Ich habe mich sehr gefreut. Und die Familie Diem hat sich sehr über die Weihnachtskarte gefreut, wo unsere Kirche im Weißen Schneekleid abgebildet ist. Was für eine schöne Postkarte von Haag. Sie haben mich alle umarmt. Es war sehr herzig. Diem's Familie ist generell sehr nett und sie haben mich und Harald sehr lieb aufgenommen und gleich mit Umarmungen begrüsst. Diem hat ein sehr gutes Verhältnis zu seiner Familie. - Jetzt gerade schreiben wir an einer Dankeskarte für Jamie's Dad, da er uns ein Dach über den Klopf gegeben hat in Snowbird, SLC, und uns zu dem Weihnachtskonzert eingeladen hatte.

Eine andere Tradition in den USA ist das sogenannte "Gingerbread Haus" bauen. †bersetzt Lebkuchenhaus. Also ein Haus aus Lebkuchen, zusammengeklebt mit Sahne und geschmŸckt mit unendlich viele Suessigkeiten. Wir bauten unser Haus bei Jamie zu Hause.. Wir hatten sehr viel Spass und sehr viel Suessigkeiten zu essen. Mir war danach ziemlich schlecht. Harald und Mein Werk wurde danach, gleich in den MŸllsack geworfen, weil es keiner schšnes Haus geworden ist. Ich finde das etwas als Lebensmittelverschwendung. Hm. Anja.






22. Dezember: Moab, Game Day, Boise State vs. Utah

Diesen Tag gingen wir etwas gemütlicher an. Frühstückten, schauten die Serie "Friends" auf und ab und schmückten den Christbaum zu Ende. Abends schauten wir uns ein Football-Spiel an. Boisi-State vs. Utah. Game Day. Diem ist ein riesiger Fan von Boise State (Idaho). Diem's Mum bereitete Snacks zu. Jamie's Eltern und ein paar Freunde kamen auch vorbei. Alle schauten dieses Spiel. Die längsten 60 Minuten meines Lebens. Ich bin kein großer Fan von Football und fand es ziemlich langweilig solches so gucken. Die Spielzüge sind einfach zu kurz. Ich meine, ich verstehe die Regeln des Football, aber es langweilt mich. Am selben Abend sind ich und Harald in eine Bar gegangen, um Diem und Jamie etwas Zeit für sich selbst zu geben. Some Alone Time. In Moab gibt es etwa drei Bars, wo man einen Trinken gehen kann. Wir sind in die Sportbar Rio gegangen. Die Bar war halb gefüllt und ich fühlte mich wie zu Hause ;). Dort gab es einige Casino Maschinen, zwei Billardtische und eine Karaoke Bühne. Die Karaoke Bühne war die ganze Nacht über in Betrieb. Gute Laune lag in der Luft. Wir bestellten uns einen Pincher of Beer, einige Shots und spielten Billard. Am Ende brachte ich Harald soweit, dass wir auf die Bühne gingen und ein Lied sangen. (Tenacious D, Funk Me Gently). Alle Hemmungen fielen. Wir sangen schrecklich falsch. Beide mit einem unterschiedlichen Akzent im Englisch. Aber es hatte Spaß gemacht. Um 1 Uhr schloss die Bar. Utah Gesetz.



23. Dezember: Diem's Bruder Charles, Sportbar Rio

Nach dieser langen Nacht, schliefen wir alle bis zu Mittag. Frühstückten und hatten die TV-Serie „Friends“ im Hintergrund laufen. Danach sind wir wieder zu Jamie gefahren und haben Monopoly gespielt. Monopoly ist ähnlich dem DKT. I kicket their asses. Wir spielten über 5 Stunden. Es hat ziemlich viel Spass gemacht. Nebenbei lauschten wir Weihnachtsmusik und Jamie's Mum servierte uns Cookies/Weihnachtskekse. Nach dem Spiel aßen wir bei Jamie noch zu Dinner. Nur als kleinen Snack, eine Suppe. Hm, Lecker. Danach fuhren wir zurück zu Diem's Haus, weil sein Älterer Bruder Charles nach Hause gekommen ist. Jedoch nur für einen Tag, da er am nächsten Tag wieder arbeiten musste. - Wir kamen heim und ich lernte Charles kennen. Diem's Mum hatte ihre Spiegelreflexkamera bereit, als wir alle Charles zur Begrüßung umarmten. Es war Abend und wir entschieden kurzer Hand darauf, in ein kleines nettes Dorfkino zu gehen. Wir schauten den Film "True Grit", was für mich keine gute Idee war, da ich den starken Cowboy Slang im Film kein bisschen verstehen konnte. Danach haben wir uns Überlegt, was wir noch tun könnten. Am 23. Dezember, am Tag vor Heilig Abend. Ich erwähnte unserer traditionellen Christmas Shots und wir sind zur Sportbar Rio aufgebrochen. Diese Bar war dieses Mal vier Mal so voll als gestern. Also vier mal mehr Leute als gestern. Diem hat mich, Harald und Charles zur Bar gefahren und Jamie nach Hause. Wir hatten ne Menge Spass und ne Menge Pincher und ne Menge Shots. Großartige Geschichten ausgetauscht, die uns näher brachten.

Dieses Mal hat uns Diem abgeholt, nachdem die Bar wieder um eins geschlossen hatte. Wir fuhren zur Tankstelle, kauften etwas Bier ein und trafen den Rest der Leute. Es war ein sehr gemütlicher Abend, ein paar Leute sind dann zu den roten Felsen rausgefahren. Nach ein paar Minuten wurde es uns zu kalt und wir fuhren zurück zum Haus. Ich schlief wie ein Baby.




24. Dezember: Moab, Weihnachtsmann

Des Christkindl is kuma. Die Familie Diem hat die Bescherung einen Tag vorgelegt, weil Charles heute noch heimfahren musste. Ansonsten wäre die Bescherung erst am 25. Dezember am Morgen gewesen. Anyways. Ich stand so um 11 Uhr auf, mit einem ziemlichen Kater und fuhr mit Charles zum örtlichen Fitness-Center. Ich war sowas von überhaupt nicht in Form. Unterm Jahr ist man immer gut trainiert und in Form, aber Weihnachten ist wie eine Art Wand, wo gegen man mit seiner Fitness rennt. Soviele Cookies, die ich in den letzten Tagen gegessen habe. Tante Terry und Grandma Lorene, sind heute gekommen. Begrüßung, Umarmung. Dann hat Diem's Mum uns "Kinder" auf einen Spaziergang mit Hund "Sweety" geschickt, so dass Santa Claus kommen konnte. Heute war ein sehr sonniger Tag und es hatte viele Plus-Grade. Es fühtle sich gar nicht an wie Weihnachten. Eher wie Frühherbst. Wir sind also mit Sweety Gassi gegangen und als wir zurück kamen, waren viele Geschenke unter dem Christbaum. Wir saßen dann zusammen, tranken Martini Prosseco und Diem's Mum, verteilte nach der Reihe die Geschenke an alle. Jeder öffnete ein Geschenk nach dem Anderen und es ging im Kreis. Natürlich wurden viele Fotos geschossen. Es war sehr nett, dauerte jedoch ne Ewigkeit bis alle Geschenke geöffnet wurden. Danach aßen wir alle gemeinsam zu Dinner. Serviert wurde traditionell Lasagne. Nach dem Dinner ging es zur "Community Church". Community deshalb, weil dies eine Kirche für Baptisten, Lutheraner, usw. , schlicht für alle Art von Christen war. Die Weihnachtsmesse war verglichen zu den Messen bei uns zu Hause, wie ich es gewohnt bin, komplett unterschiedlich. 90 Prozent in dieser Messe wurde nur gesungen. Ein Lied nach dem Anderen. Dazwischen wurde manchmal etwas gelesen. Aber keine übliche Messeprozedur verfolgt. Ich habe nichteinmal den Pfarrer/Pastor ausfindig machen können. Interessant war, dass ich viele Orgellieder wiedererkennen konnte. Nach ein paar Liedern war ich eingenickt. Harald auch. Die ganze Singerei machte mich müde. Wenn ich in eine Messe gehe, dann möchte ich den Pfarrer reden hören und mehr über Jesus erfahren/lernen. Dennoch, es war eine wunderbare Messe und ich traf danach viele Leute, die ich in den letzten Tagen hier in Moab kennen gelernt hatte. Danach sind wir wieder zu Jamie gefahren, um etwas Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Auch konnten wir Jamie's ältere Schwester Megan kennen lernen. Ich schwöre, sobald man Jamie's Wohnzimmer betritt, bekommt man eine volle Ladung Weihnachtszauber ins Gesicht geschossen. Es ist so nett und Weihnachtlich eingerichtet. Ein gemütlicher Kamin in der Ecke, darüber Weihnachtssocken hängend, daneben ein riesen-großer, super geschmückter Weihnachtsbaum. Am Tisch liegen Weihnachtsbücher und ein Lebkuchenhaus. Über die Fenster hängend, durch den Raum, eine Lichterkette mit Tannenzweigen umwickelt. Weihnachtsmusik im Hintergrund. Und natürlich Weihnachtskekse. Nach einer langen Unterhaltung haben wir noch einen Weihnachtsfilm (Elf) geschaut und sind danach nach Hause gefahren.





25. Dezember: Moab, Ausflug in das Arches National Park

10 Grad Celsius. Sonnenschein. Der wärmste Tag nach Heilig Abend hier in Moab. Wir frühstückten draußen, mit Tante Terry, Grandma Lorens, Papa Mike und Mama Linda. Es war mehr ein Brunch (Something between Breakfast and Lunch). Wir nutzten den sonnigen Tag und fuhren raus zum „Arches National Park“, um die berühmten, in Stein geformten Brücken zu sehen. Es war einfach atemberaubend und so wunderschön durch diese gewaltige Landschaft zu fahren, von Mutternatur geformt. Überraschend, wie viele Touristen an diesem Feiertag hier im Nationalpark unterwegs waren. Hauptsächlich Chinesen und Asiaten (Indien). Wir hielten beim Parkplatzareal und sind von dort aus bis zum berühmten „Delecate Arche“ gelaufen. Ich mit dem Stativ um meinen Arm gewickelt, das ich von Mutter Lamb bekommen habe, und mein Fotoapparat in meiner Hand haltend. Ja. Ich habe wieder unzählige Fotos gemacht. Es war ein anstrengender Lauf über Stock und Stein, über Felsen, über versteinerte Sanddünen, bis zur Delecate Arche. Oh Mann, ich bin komplett aus der Form, war aber ein gutes Gefühl, den eigenen Körper nach den Festtagen zu entgiften. Der Ausblick war atemberaubend. Überall, wo man nur hinsah, gewaltige Gesteinsformationen, wie Eispickel, die aus der Erde ragten. Die von der Natur geformte Brücke war gigantisch. Viele Touristen waren dort. Über den roten Felsen hinwegblickend, weiter hinten Richtung Horizont, konnte man große schneebedeckte Berge sehen. Darüber ein blauer Himmel mit gefärbten Wolken durchzogen. Was für ein Kontrast. Es scheint, als würde Moab alles haben was die Natur zu bieten hat. Nicht weit von Moab befindet sich Salt Lake City, in mitten von vielen Ski Ressorts. Ebenfalls befindet sich Las Vegas nicht weit entfernt von Moab. Unglaubliche Wander- und Mountainbikemöglichkeiten im anliegenden Canyonland. Keine überfüllte Großstadt, sondern eine liebliche 10.000 Seelen Kleinstadt. Die Einwohner sind unglaublich nett und zuvorkommend. Es scheint ein perfekter Ort zu sein, um aufzuwachsen und um alt zu werden. Definitiv eines der wunderschönsten Orte, die ich jemals gesehen habe. Ich habe mich in diesem Ort verliebt und werde definitiv zurück kommen. Eventuell zu Ostern oder im Sommer, um Mountain Bike zu fahren. Attraktionen waren die Felsen in Form von den 3 Weisen und ein Schaf. Die Delecate Arche, die versteinerten Sanddünen und the Devils Bed, worin sogar Leute verloren gehen und sterben. Denn die unendlich vielen Felstürme, die aus der Erde ragen, formen eine Art Labyrinth, worin man leicht seine Orientierung verlieren kann. - Wir kletterten auf einen Felsturm nahe des Delicate Arches, um eine bessere Aussicht zu haben und schönere Fotos schießen zu können. Ich platzierte meine Kamera auf den Felsen in Richtung der Delicate Arche und setzte den Timer auf Maximum (30sec) und 6 Shots nach einander. Harald war bereits unten und bei der Brüke, Diem wartete am Fuße des Felsturmes auf mich, ich drückte den Auslöser, die Kamera tickte. Ich kletterte den Felsturm so schnell wie nur möglich runter und rannte mit Diem bis zur Brücke. Die Brücke war weit entfernt, wir rannten schnell, um rechtzeitig unter der Brücke zu posieren, bevor die Kamera losging. Wir schafften es rechtzeitig. All die Touristen schauten uns zu während dieser Aktion zu und feuerten uns an. Es war lustig. Nun haben wir unser Gruppenfoto. - Es ist jetzt gerade 3 Uhr nachmittags und wir sind zurück und verbringen den Rest des Tages mit Diem's Familie, machen unsere Wäsche und packen. Wir werden morgen so um 5 Uhr in der Früh aufbrechen, in Richtung Idaho zu einem Trainings Camp. Ich werde in Salt Lake City abgesetzt und dort auf meinem Flug nach Florida warten. Ein paar Tage. Ich hatte eine wundervolle Zeit hier in Moab und freue mich auf mein nächstes Abenteuer in Florida. So, ich muss jetzt ein paar Weihnachtstelefonate führen. Tschüss.




26. Dezember: Rückfahrt nach Idaho

Geplant war es bereits um 5 Uhr unsere Weiterreise anzutreten. Jedoch standen wir um diese Uhrzeit erst auf. Diem's Mumm machte uns Lunchpakete für die Fahrt. Wir verabschiedeten uns und brachen auf. Nach einer 4 Stunden Fahrt, kamen wir in SCL an, wo sie mich zu AJ's Haus fuhren und absetzten. AJ ist Mitglied im Ski Team und ich konnte die nächsten paar Tag im Hause seiner Eltern verbringen. Nach einem kleinen Plauscherl fuhren Harald und Diem weiter nach Idaho. Nun bin ich auf mich alleine gestellt. AJ's Eltern machen einen sehr netten Eindruck und AJ's Dad erinnert mich an meinem Vater ;) Muss wohl an dem Vollbart liegen. Ich verbrachte den Tag mit AJ und Marianne im größten Einkaufszentrum (wohl eher eine Einkaufsstadt) SLC's, dem „Gateway“. Sehr schön. In der Mitte dieser kleinen Stadt werden Wasserfontänen im Takt zu Weihnachtsmusik, die in der ganzen City zu hören ist, gespritzt. Ich habe mir einen iPod Nano der 6. Generation zugelegt. Ich hatte endlich wieder die Gelegenheit im Internet zu surfen, um all meine Emails, Accounts und Facebook zu checken. Endlich wieder Kontakt zum Rest der Welt. Während der Tage in Moab, hatte ich keinen Internetzugang. Da merkt man erst wie abhängig man davon ist. Es war ein Entzug und man fühlt sich wie auf einer einsamen Insel gestrandet. - Es ist jetzt Abend, AJ packt seine Sachen, denn er fliegt heute noch nach Billings zurück. Übrigens, AJ's Eltern lebten 25 Jahre in Fort Lauderdale, Florida. Genau dort wo ich hin fliegen werde. (hier wusste ich noch nicht, dass ich 1 Stunde weg vom Flughafen wohnen werde, Boynton Beach). Die haben dort unten noch einige Kontakte, die mir weiterhelfen können (nope).

Ich werde jetzt noch einen Plan zusammen stellen, was ich in den nächsten beiden Tagen unternehmen werde. Also wahrscheinlich ein Theaterstück anschauen und am nächsten Tag eventuell einen Kinofilm ansehen. Untertags werde ich die Mormonen Stadt erkunden.



27. Dezember: Salt Lake City, Temple Square

Was für ein Tag in Salt Lake City. Kay, AJ's Mum, fuhr heute morgen Marianne zum Flughafen, da ihr Flug zurück nach Kalifornien ging. Ich nutzte diese Fahrt und lies mich am Temple Square absetzen, um die Gegend rund um den Salt Lake Tempel zu erkunden. In der Nacht zuvor habe ich den Visitor Guide für Salt Lake City durch geblättert und einige nette Sachen entdeckt. Da wären beispielsweise die 11-feet Jesus Statue, das Vienna Bistro, the Tabernacle, die Family History Library, also die ganzen Gebäude am Temple Square of the Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints, kurz Mormonen. Mein erstes Ziel war das South Visitors' Center, oder besser gesagt, wo ich zufällig zuerst hingekommen bin. Sobald ich das Gebäude betrat, kamen mir zwei Mormonen-Missionare entgegen und sprachen mich an. Eine aus Sakramento und die Andere aus Kolumbien, beide 22 Jahre alt. Sie waren sehr nett und gaben mir quasi eine Führung durch das ganze Temple Square. Sie führten mich herum und brachten mich zum North Visitors' Center, wo sich die Jesus Statue befand. Im Erdgeschoss befanden sich entlang der Wand viele 4x4 Meter große Gemälde, Eins nach dem Anderen, die das Leben von Jesus zeigten. Die Geburt in Bethlehem, ..., das letzte Abendmahl, die Kreuzigung, die Auferstehung, die Einkehr auf einem Esel, … und natürlich zeigte das letzte Gemälde, die beiden Engel, die zu Joseph Smith sprachen. Dann gingen wir eine kurvige Treppe hinauf in den nächsten Stock, diese Treppe führte uns kreislich nach oben. Die Wand entlang dieser Treppe war mit Sternen, Planeten, Himmel und Wolken bemalt. Dies vermittelte mir ein magisches Gefühl. Ich Ging langsam diesen Gang hinauf und es war so als würde ich einer Treppe zum Himmel hinaufgehen. Am Ende stand die Jesus Statue, Hände offen haltend, mit den Stigmata an Händen und Füßen, im Hintergrund die Wand mit Sternen, der Erde und ein paar anderen Planeten abgebildet. Der Gesamteindruck war atemberaubend, wozu auch die himmlische Musik im Hintergrund beigetragen hatte. Die Planeten, darunter auch die Erde, wirkten so klein im Vergleich zu Jesus, was die Mächtigkeit und Größe von Jesus unterstrich. Eines der Mormonen schaltete für mich die Soundanlage auf Deutsch und plötzlich konnte ich die Stimme Jesu hören, die etwas erzählte, womöglich aus dem Buch der Mormonen, was den ganzen Eindruck und die Stimmung vervollständigte. Ich bin dann später alleine nochmals in dieses Gebäude reingegangen und hab mir das untere Stock besichtigt. Dort waren lauter Stationen aufgebaut, mit Wachsfiguren und andere lebensecht-wirkende Requisiten, die die Geschichte Jesus und einigen Propheten erzählten, die von Gott gesandt wurden. Moses, Abraham und natürlich wurde Joseph Smith mit ihnen gleichgesetzt. Man konnte sich Filme ansehen, die die Werte der Mormonen visuell darbrachten. Die Geschichte der goldenen Platten und wie diese es nach Mittelamerika geschafft haben und diese goldenen Platten dann im 18 Jahrhundert gefunden worden sind, ist mir etwas zu fantasiereich. Bei den Mormonen wird das "Buch der Mormonen" als zusätzliches Testament zu dem Alten und Neuen Testament anerkannt, und somit ist nach Ansicht der Mormonen Joseph Smith von Gott als Propheten erwählt worden und er kann wiederum neue Propheten ernennen. Es gibt also nach Ansicht der Mormonen Kirche lebende Propheten. Die eine Missionarin aus Kalifornien, erklärte mir auf sehr schöne Weise, als ich fragte, ob denn das Alte und Neue Testament in der Mormonen Kirche wichtige Bücher seien, wie folgt. "Halte dir mit der Hand ein Auge zu. Siehst du mit einen offenen Auge? - Ja ich sehe alles. - Nun entferne die Hand und verwende das Zweite Auge. Wie fühlt es sich an? - Ich sehe alles, aber viel besser. - Genau, so ist es mit dem Buch der Mormonen, man versteht und sieht die Geschichte Jesu besser.". In der Mormonen Kirche gibt immer 3 Personen in der Präsidentschaft und 12 Propheten, die gemeinsam quasi die Kirche leiten. Unsere Tour führte uns bis zum Tabernacle, ein Gebäude mit einer riesigen Orgel drinnen und einer berühmten bis zur Perfektion funktionierenden Akustik. Die beiden Mädls waren wirklich super nett und sie konnten mir immer auf meine Fragen auf informative Weise antworten. Komisch wurde es dann, als sie einen Zettel hervor zauberten und nach meinen ganzen Namen, Telefonnummer und Adresse fragten. Natürlich nur, um mit mir in Kontakt zu bleiben und damit sie ihre Freunde in Florida verständigen können, um mich dort zu treffen. Blabla. Ich wollte nicht unhöflich erscheinen, obwohl deren Anfrage nach meinen privaten Daten als Unhöflichkeit zu interpretieren war. Ich buchstabierte also meinen Nachnamen falsch und gab auch eine falsche Telefonnummer an und an meine Adresse konnte ich mich nicht erinnern. Die beiden mussten zu einem Gespräch mit einem der Apostel, um sich als würdig zu erweisen, um eine Zugangserlaubnis in den Salt Lake Tempel zu bekommen. Zufällig habe ich an diesem Tag sehen dürfen, als ein Brautpaar aus diesem Tempel trat. Wenn man Heiratet wird man in diesen Tempel gerufen. Wir verabschiedeten uns also und ich ging in das Tabernacle-Gebäude und hörte mir ein Orgelkonzert an, das jeden Tag ab Mittags für eine halbe Stunde stattfindet. Die Orgel war gigantisch, dahinter verschieden farbige Lichter, die über die Zeit die Farbe änderten. Die Halle ist aus akustischer Sicht so perfekt konstruiert, dass man sogar eine fallende Nadel auf der Bühne laut hören kann, ohne Mikrophon, auch wenn man ganz hinten in der Halle sitzt. Dies wurde vor dem Konzert demonstriert.




Brummm, brummm. Mein Magen knurrte, ich hatte tierischen Hunger. Auf meinem Weg in die Stadt traf ich noch ein paar junge Missionare, eine davon kam aus der Schweiz und eine Andere die zufällig Deutsch sprechen konnte. Ich unterhielt mich mit ihnen sehr schön. Wenn man als Mormone als Missionar für 18 Monate tätig sein möchte, muss man zum einen Alles selbst zahlen und man kann sich nicht aussuchen wohin man geht. Man füllt ein Formular aus und schickt diese nach Salt Lake City. Die 12 lebenden Apostel schauen über jeden Kandidaten und erwählen wohin die einzelnen Kandidaten missionieren gehen dürfen. Mein Hunger war zu groß und ich wollte unbedingt noch in das Vienna Bistro vor der Schließung. Also hab ich mich von den Missionaren getrennt und bin weiter Richtung Restaurant gegangen. Das Vienna Bistro ist nicht weit vom Temple Square und nahm nur einige Minuten in Anspruch. Je näher ich war, umso größer wurde mein Grinser. Und dann war es endlich soweit. Vienna Bistro. In dezenten Buchstaben, keine übertriebene Wachsfiguren mit Lederhosen oder unnötige Werbesachen über Österreich. Nein. Es war ein Lokal mit Klasse. Ich trat ein und sah wunderschöne Gemälde und geschmackvolle Fotos von Bergen und österreichischen Landschaften hängen. Weiter hinten war eine geschmackvolle Vitrine mit den typisch-österreichischen Gefäßen mit den grünen Streifen. Dieses Lokal hat mir sehr gut gefallen. Die Speise Karte war gefüllt mit unglaublichen Köstlichkeiten, wie dem Wiener Schnitzel, Spätzle, Schweinsbratn mit Knödl, Leberkas-Sandwich (Warum nicht Semmel? - Keine Ahnung), Apfelkuchen, Sacher Torte, Linzer Torte usw. Ich war im Himmel. Mir wurde ein Fensterplatz zu gewiesen und ich bestellte mir ein Wiener Schnitzel und ein Bier der Marke Stiegl. Das teuerste Bier, das ich jemals hatte, für 9 Dollar. Absolute worth it. Der Lokalbesitzer kommt aus Österreich, war aber leider nicht zu gegen. Aber vielleicht morgen, für ein kleines Plauscherl. Hm... Jeder Bissen vom Schnitzel, jeder Schluck vom Stiegl Bier, war wie eine Genussbombe in meinem Mund. Ich genoss jeden Augenblick, weshalb ich für dieses Menü doppelt so lange gebraucht habe als sonst. Das war mit Abstand der Höhepunkt des Tages. Morgen werde ich wieder kommen und ein leckeres Leberkassemmerl zu mir nehmen. Danach bin ich durch die Gegend spaziert und kam zufällig bei Siegfried's Delikatessen vorbei. Ein deutsches Restaurant/Supermarkt/Touristenramsch-Laden. Ich ging rein, alles Deutsch, Lebensechte Figuren mit Lederhosen, eine Wursttheke, eine Käsetheke, Regale mit deutschen Süßigkeiten gefüllt, Touristen-Ramsch-Sachen überall und das Lokal selbst total überfüllt. Mir hat es gar nicht gefallen, jedoch hab ich mir eine Milka-Schokolade gekauft. Es arbeiten nicht mal Deutsche dort, als ich nachfragte und bekam ein verschmitztes, mit amerikanischen Akzent betontes "Tschuess". Raus und Weg. Das exakte Gegenteil vom Vienna Bistro, bezüglich der Klasse. Ein paar Häuser weiter kam ich bei dem Capital Theatre vorbei, wo gerade in dieser Zeit ein amerikanischer Weihnachtsklassiker, nämlich "The Nutcracker", aufgeführt wird. Dabei handelt es sich, um ein Ballett. Jaja, ich weiß. Diese Aufführung ist jedoch weltweit bekannt und wann sonst bekomme ich die Möglichkeit dazu. Also warum sich nicht ein bisschen Kultur reinziehen. Ich bin also rein und hab mir eine Karte für die morgige Aufführung gekauft.

Den Rest des Tages verbrachte ich wieder auf dem Temple Square, wo ich das Family History Library besuchte. Dieses Gebäude ist wirklich beeindruckend. Man kann in dieser Bibliothek Geburten- und Heiratsbücher sämtlicher Kirchen, Mikrofilme, und sonstige Aufzeichnungen aus der ganzen Welt einsehen, analog und digital und Ahnenforschung betreiben. Gratis. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mir hier beispielsweise die Geburtenbücher der letzten paar hundert Jahre der Stadtpfarre Haag digital ansehen konnte. Diese sind bereits digitalisiert und können online, gratis, durchforstet werden. Auch sämtliche Aufzeichnungen der Kirchen in Steyr konnte ich mir ansehen, wobei diese Datenbank für Oberosterreich noch etwas dünn ist. Die Diazöse St. Pölten schickte z.B. Kopien nach Salt Lake City. Zwei ältere Frauen, eine aus Deutschland und eine aus Österreich halfen mir mit dem Umgang der Computer und wie ich alle Webseiten und Datenbanken verwenden kann. Dies ist eine ganz neue Möglichkeit zur Ahnenforschung. Ich werde morgen wieder hinschauen und mal schauen, was ich so ausfinden kann, ausgehend von unserem bereits bestehenden Stammbaum. - Bin jetzt wieder zurück und chill ein bisschen. Hm. Ich freue mich schon auf das Leberkassemmerl und einem weiteren Bier morgen im Vienna Bistro. Mein morgiger Höhepunkt, the Nutcracker Ballet ist nur, um die Zeit zu überbrücken ;) In der Zwischenzeit hat sich auch Juan schon gemeldet. In Florida wird also alles glatt gehen.




28. Dezember: Salt Lake City, Der Nussknacker

Noch etwas zu Gestern. Die Eine der beiden Mormonen-Missionare war blond, schlank und hatte blaue Augen. Ich bin mit einem bestimmten, klischeebeladenen Bild zum Temple Square gegangen, nämlich jenes, was ich aus der einen South Park Episode über Mormonen hatte. Familie. Viele Kinder. Alle Blond und Blaue Augen, im Grunde gleich aussehend. Diese Missionarin zeigte mir ihr Familien Foto, das sie in ihrem Mormonen Buch hatte. Und auf diesem Foto waren zu sehen. Blonde Eltern und ACHT Geschwister, ebenfalls blond. Weiters interessant war, als sie mir erzählte, dass ihr Vater in Sacramento im Government tätig ist und die ganze Familie Arnold Schwarzenegger persönlich kennt, da sie alle mal zusammen gegessen haben. A Bummer. Nett war es zu hören, dass sie Arni mögen und schätzen was er für Kalifornien getan hat und die Gegner nicht sehen, was gut ist. - Anyway. - Heute fuhr ich mit Kay, AJ's Mum, etwas in Park City herum und sie zeigte mir die Gegend und wirklich wunderschön aussehende Ski Gebiete. Im Jahr 2002 waren in Salt Lake City die olympischen Winterspiele, weshalb Kay mir einige Schauplätze zeigte. Auch besuchten wir ein Olympische-Winterspiele-Museum. - Am späten Nachmittag kam ich heim. Ich möchte gerne zwei Weinflaschen, die in Moab, Utah, gefüllt wurden und die ich gekauft habe, nach Hause schicken. Leider sind die Gesetze bezüglich Alkohol hier in den USA sehr streng. Es ist verboten Alkohol per Post zu verschicken, außer man besitzt eine bestimmte Lizenz. Ich habe viel recherchiert, ob es Wege gibt, diese Weinflaschen dennoch nach Übersee zu schicken. Keine Chance hat man über The American Mail Service. Bei UPS und FedEx ist das versenden von Weinen ebenfalls einer strikten Politik vorgelegt. Jedoch gibt es hier die sogenannte "Don't ask, don't tell"-Politik. D.h. Wenn sie nicht fragen, was drinnen ist im Paket, dann muss man es ihnen auch nicht sagen. Bei Paketen muss man angeben, was drinnen ist. Ich werde es mit "Fruit Juice" versuchen. Habe heute beide Weine gut verpackt und werde sie morgen über FedEx wegschicken. Ich hoffe das Paket kommt an. - Am späten Nachmittag fuhr Kay mich nach Downtown. Ich hatte mir ja ein Ticket für das Ballett „The Nutcracker“ gekauft. Bevor ich jedoch in das Capital Theater gegangen bin, schaute ich nochmals für ein leckeres Menü in das Vienna Bistro rein. Ich war in Schale geworfen und bekam wieder ein Fensterplatz. Dieses Mal bestellte ich mir ein Leberkas-Sandwich und ein köstliches, vollmundiges, blond-kühles Stiegl. Serviert wurden mir 2 Sandwich. Ich denke mal es war Frenchbread mit an guatn Leberkas dazwischn und als Beilage gab es Kartoffelsalat. Da ich ein Fensterplatz hatte, es schon dunkel war, ich in Schale geworfen war und draußen Leute vorbei spazierten, fand ich es unangebracht, diese Köstlichkeit mit den Händen zu essen. Also, Leberkas raus ausn Kleid, aufs Teller und Messer und Gabel verwenden. Ich versuchte beim Essen und Trinken gut auszusehen, da die Spaziergänger immer wieder herein guckten. I think I did a great job. Nach dem Essen hörte ich plötzlich von der Seite ein "Griassi Gott". Der Chefkoch und Besitzer des Lokals kam zu mir. Ich habe mich voll gefreut und wir hatten ein nettes Plauscherl im Mundart. Er kommt aus Bludenz, Vorarlberg, und hat schon seit 6 Jahren sein Restaurant hier. Am Ende brachte er mir einen Apfelstrudel, das aufs Haus ging. Glücklicher konnte ich in diesem Moment nicht sein. Es war nun Zeit zu gehen, denn das Ballett fing in Kürze an. - Übrigens. Ich sprach mitn Besitzer über das eine Deutsche Siegfried's Delikatessen Laden. Und er sagte: "Pfui, dieser Lodn is untam Hund". Er teilte also meine Meinung. - Jaja, ich weiß, Ballett, was is mit n Peter passiert? Ich war ebenfalls etwas skeptisch. Jedoch muss ich sagen, dass dieses Ballett ziemlich bewundernswert war. Vielleicht drücke ich es besser anders aus. Ich höre gerne Klassische Musik und „Der Nussknacker“ ist ein Stück von Tchaikovsky. In diesem Ballett spielte ein Orchester die ganze Musik im Hintergrund. Zusätzlich gab es neben der Musik auch in visueller Form etwas zu sehen. Eine Hilfe, um sich unter Tchaikovsky's Musik etwas vorstellen zu können. Das Orchester spielte wunderbar und der Anfang des Balletts war sehr weihnachtlich und lustig anzusehen mit den herum springenden Kinder. Beim Ballett wird nicht gesungen. Wer also die Musik von Tchaikovsky liebt, der liebt auch dieses Ballett. Ich kann diese Erfahrung nur weiter empfehlen. - Bin danach noch zum Temple Square gegangen, um diesen Platz bei Nacht zu bewundern. Die Beleuchtung dort ist unglaublich. Da ist bei einem Baum z.B. jeder einzelne Ast mit einer Lichterkette umwickelt. Und das bei allen Bäumen und Sträuchern. Die Arbeiter brauchten 4 Monate, um alles fertig zu gestalten.




29. Dezember: Salt Lake City

Nun ist es soweit, das Warten hat ein Ende. Online eingecheckt. Boardingpass ausgedruckt. Kay hat mir noch Frühstück zubereitet und um 8:30am sind wir zum Flughafen aufgebrochen. Vorher sind wir noch zum am Flughafen anliegenden FedEx gefahren, um mein Paket aufzugeben. Anstatt unseren Plan durch zuführen, also als Inhalt einfach "Fruit Juice" anzugeben, sagten wir ehrlich "It is White Wine". Anscheinend war es kein Problem Weiß Wein zu verschicken. Ich musste ein spezielles Formular ausfüllen, wo genau nachgefragt wurde, nach Alkoholgehalt und Zuckergehalt. Nach dem Aufgeben des Paketes wurde aus einem mittelklassigen, 12 Dollar Wein ein exquisiter, edler Tropfen für 32 Dollar. Ich bezahlte 40 Dollar Porto für 2 Flaschen Wein. Und das war der Discount Preis, weil Kay für die Delta Airline arbeitet. Wir sind dann weiter zum Terminal gefahren und haben uns verabschiedet. - Der Flug nach Denver verlief soweit gut. Bummelig wurde es mir im Magen, als wir beim Flug nach Houston durch schwarze Gewitterwolken flogen und ich viele Blitze durch das Fenster sehen konnte. Das Flugzeug rüttelte auch ein bisschen. - Nun warte ich auf den Weiterflug nach Florida. Der Abflug hat sich Jetzt schon 2 Mal verschoben. Draußen herrscht weiterhin ein Unwetter. Immer wieder fahren Flugmitarbeiter mit kleinen Waagerlchen vorbei, die schreien: "Car comes through the middle, please, the car comes in the middle, excuse." Und das mit einer Art singenden, weit ausgedehnten Stimme. - Der Flug von Houston nach Florida war wohl einer der turbulentesten Flüge, die ich jemals hatte. Wir starteten bei einem Unwetter, eine Stunde verspätet und flogen in mitten durch schwarz-graue Gewitterwolken. Ich hatte ein Fensterplatz und konnte direkt den Flügel sehen. Wir flogen nicht direkt durch die Gewitterwolken, sondern schlängelten uns zwischen den Wolken vorbei. Da waren Blitze überall in Millisekundentakt zu sehen. Ein Wunder, dass sich das Flugzeug keinen Blitz eingefangen hat. Kurz vor Florida durchbrachen wir dann die graue Wolkenschicht und ich kann euch sagen, der Ausblick auf Florida bei Nacht aus der Luft war wunderschön. So viele Lichter und die Küsten. Ein Lichtermeer. Um Mitternacht bin ich dann von Juan und seiner Mutter abgeholt worden. Jetzt muss ich schauen, dass ich mein Spanisch etwas auffrische, damit ich mit Juan's Eltern auch etwas sprechen kann.




30. Dezember: Florida

Es war irgendwie ein eigenartiges Gefühl als wir alle am Esstisch saßen und Juan's Familie sich temperamentvoll auf Spanisch unterhalten hatten. Ich verstand im wahrsten Sinne des Wortes nur Spanisch. Das blöde ist halt, dass man nicht mitreden kann. Meine Spanischkenntnisse reichen nur für Standardphrasen aus, wie „Danke“, „Bitte“, „Ich mag das“, usw. Am Abend schaltete Juan's Vater den Fernseher ein und schaute Spanische/Kolumbianische Musik Videos an. Dabei hat er mir einen Drink zubereitet. Kolumbianischen Rum mit Cola und Limette. Er ist sehr nett und scheint lustig zu sein. Gemeinsam mit dem Internet und SpanishDict.org habe ich versucht etwas mit ihm zu kommunizieren. Hat zu meinem Überraschen ziemlich gut funktioniert. Nach ein paar Drinks sind dann ich und Juan zu seinen Freunden gefahren. Einer von denen hatte Geburtstag. Diese Leute konnte Englisch reden. Wir saßen also draußen, House/Techno Musik aufgedreht und tranken Bier. Lauter Kolumbianer, braun gebrannt und ich der einzige Weiße. Ein eigenartiges Gefühl, wenn man wie ein bunter Hund hervorsticht. Wir hatten aber dennoch viel Spass.











31. Dezember: Florida

Ich stand mit einem Mords Kater auf. Es war bereits mittags und verdammt heiß. Das Wetter ist ziemlich schön hier. Das Wetter hier in Florida im Winter ist wie bei uns in Österreich im Sommer. - Heute schliefen wir fast den ganzen Tag. Als Juan's Eltern nach Hause kamen, planten wir am Abend zum City Plaza zu fahren. Das ist eine Art Einkaufsstraße in Boynton Beach, wo sehr viele Restaurants sind. Heute Abend spielte eine wirklich gute Jazz Band namens "Bass Groove". In diesem Zentrum war die Hölle los, sehr viele Leute und die Band spielte sehr gut. Jedoch blieben wir nicht lange, denn Juan hatte Hunger und ohne Reservierung konnte man keinen Platz kriegen in diesen Restaurants. Also fuhren wir leider schon, um 10 wieder heim und verbrachten Silvester auf der Terrasse, aßen Nachos und Salsa. Das war wohl das langweiligste Silvester, das ich jemals hatte. Juan erzählte mir, dass die Leute in Kolumbien nicht gerne auf Partys gehen, sondern eher in der Familie unter sich Spass hat. Also wenn die ganzn Verwandten usw. zusammenkommen. Und Juan schläft gerne den ganzn Tag und unternimmt fast nichts. Seit ich hier bin, haben wir nicht sehr viel gemacht, vielleicht ein paar mal mit dem Auto herum gefahren, aber die meiste Zeit im Haus verbracht und geschlafen. Heute habe ich fast den ganzen Tag verschlafen, weil wir einfach kein Auto hatten und alles andere einfach zu weit weg ist. Zu Fuß kann man in den USA ohnehin fast nichts erreichen, vorallem wenn das Wetter sehr heiß ist, da man schnell müde wird. Morgen haben wir den ganzen Tag das Auto zur Verfügung und geplant ist ein Trip nach Miami zum Strand. Jedoch war es nicht leicht Juan dafür zu motivieren. - Da ich auf keinen Fall möchte, dass dies in den nächsten 9 Tage so weiter geht, bin ich am überlegen, mir in Miami ein Zimmer in einem Hostel zu mieten oder über CouchSurfing auf einer Couch zu schlafen und Miami auf eigene Faust zu erkunden.



01. Jänner: Florida, Autofahrt nach Miami

Autofahrt nach Miami - Entlang des Ocean Drive - laute superschöne Villen der Superreichen sind entlang dieser Straße zu sehen - Viele Sportautos sind auf der Straße unterwegs - Suchten über ne Stunde einen Parkplatz - war wie ein Kampf und das Wetter verdammt heiß - einige Leute verkauften einen Parkplatz auf ihrem Grundstück für schweineviel Geld - Am Ende parkten wir in einer Parkgarage von einem Einkaufszentrum, weit weg vom Miami Beach - Wir spazierten zum Strand - So viele trendy-gekleidete Leute, die hier herum laufen - es ist echt viel los - und viele alte Leute sind da, weil viele reiche Säcke im Winter nach Florida kommen, denn das Klima hier ist wirklich warm - Juan und Louis waren etwas anstrengend, denn sie mochten es nicht oder fanden es langweilig durch Miami zu gehen und sich die Stadt anzusehen. Wahrscheinlich weil sie schon ihr ganzes Leben in Florida leben und das Alles nicht mehr neu ist. Ich würde auch nicht gerade Haag entdecken gehen wollen. Ich sah es in ihren Gesichtern, als ich bei einem deutschen Hofbräu Restaurant mir ein Bier genehmigte, dass sie keine Lust mehr hatten. Wir fuhren also recht bald am Nachmittag wieder nach Hause. Ich werde Miami in den nächsten Tagen wohl alleine erkunden. Glücklicherweise ist in Boynton Beach eine Haltestelle, durch das ein Zug von West Palm Beach kommend, entlang der Ostküste durch Fort Lauderdale bis hin zu Miami fährt. Am Abend bin ich dann in der Community Anlage, wo Juan lebt, in einem Fitnissraum gegangen, um mich wieder in Form zu bringen. Das hat echt gut getan. Danach haben wir uns einen gemütlichen Filmabend gemacht.



02. Jänner: Florida

Heute bin ich Laufen gegangen. Es war schweineheiß. Bin 12 Meilen gelaufen. z'Mittag sind wir dann zu einem nahegelegenen Strand gefahren. War in der Nähe der George Bush Straße. Die Parkplatzsuche war wieder sehr anstrengend. In Florida ist es ratsam sich ein Fahrrad oder ein Motorrad zu zulegen. Man kann fast Überall Parken und auch an den im Stau stehenden Autos vorbeifahren.



03. Jänner: Trip Nach Miami

Mein Plan war es schon seit Tagen, alleine nach Miami zu gehen, um sich diese Millionenmetropole in Ruhe anzusehen. Juan versuchte es mir auszureden und betonte immer wieder, dass dies zu Gefährlich sei. Alle Schlimmen Dinge, Verbrechen, Morde passieren in Miami. Ich wollte nicht hören, denn für mich ist Miami mit Sonnenschein, endlos lange Ständen und schönen Frauen in Bikinis verbunden, wie ich es halt aus dem Fernsehen wie CSI:Miami (hm, ist vielleicht ein schlechtes Beispiel bezüglich der Morde) kenne. Fest entschlossen stand ich heute in der Früh auf, druckte die Google-Maps Route aus und packte meinen Rucksack. Ich zog mein schönstes T-Shirt an, denn ich fühlte mich etwas Underdressed als ich mit Juan das letzte Mal in Miami war. Juan fuhr mich wie geplant zur Tri-Trail Station in Boynton Beach, wo ich den 7:52 Uhr Zug nehmen sollte, jedoch fuhr mir dieser vor der Nase davon. „Macht nichts“ sagte ich mir und nahm den Nächsten, der eine halbe Stunde später ging. Ich dachte mir, dass die Wegbeschreibung von Google-Maps weiterhin stimmen mag. Also bin ich aus dem Zug nach Miami auf halber Strecke mitten im Nirgendwo ausgestiegen, um mit dem Bus weiter zu fahren. An der Bus-Station hatte ich mal zu kämpfen durch all die Graffiti den Fahrplan der unterschiedlichen Buslinien zu entziffern und wie das mit dem Ticket hinhaut. Ich kaufte mir ein Tagesticket für 5 Dollar und wartete auf die 77er Linie. Was für ein schönes Wetter. Nur ein paar Wolken waren am Himmel zu sehen. Ich sah mich um und sah einen riesengroßen Afroamerikaner, etwas Plump (also dick), komplett in Schwarz gekleidet. Schwarze weite Hose, schwarzes T-Shirt bis zum Knie hängend und mit einer schwarzen Haube auf. Sah zum fürchten aus. Ein paar Meter weiter, sah ich einen Afroamerikaner, etwas heruntergekommen aussehend, sitzend auf einer Bank, mich ansehend. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich hier mit meinem neuen, superaussehenden T-Shirt und dem neuen iPod Nano in meinem Ohr gestöpselt wohl am falschen Ort war. Ich fühlte mich förmlich unwohl und packte meine Kamera und iPod weg. Endlich, der Bus kam und ich stieg ein. Der Bus war ziemlich vollgepackt, ich hatte im hinteren Bereich einen Stehplatz. Viele wirklich elend-aussehende Viertel lagen auf der Strecke, ein Nagelstudio oder Barbiershop nach dem anderen, Afroamerikaner, davor sitzend, nichts tuend. Je länger wir fuhren, desto mehr Leute stiegen zu und desto weiter verlagerte ich meinen Stehplatz nach vorne zum Busfahrer. Es stiegen nur Afroamerikaner zu, wirklich, ich war das einzige Weißbrot im Bus. Ich fühlte mich wie eine Nadel in einem Raum voller schwarzer Luftballons, die jederzeit explodieren konnten. Einer hatte ein weites Jersey an, bis zum Knie hängend, eine Plastiktüte in der einen Hand und die andere Hand in seinen Shorts. Er stand plötzlich auf und stellte sich neben mir und stieg die nächsten paar Haltestationen nicht aus. Etwas stimmte nicht, als führe er etwas in Schilde. Vielleicht konnte er meine Angst riechen. Also bewegte ich mich weiter nach vorne. Beim Busfahrer fühlte ich mich sicher. - Endlich kam der Bus am Biscayne Boulevard an, wo sich all die Hot Spots befanden, die ich mir für diesen Tag im Programm vorgenommen hatte. Dieser Boulevard befindet sich direkt am Fuße der Wolkenkratzer dort und befand sich entlang neben der Bucht. Neben dem Boulevard befindet sich ein sehr schöner Park mit vielen Springbrunnen und Palmen. Ich spazierte durch und geradewegs zur Ankerstelle der Sightseeing Schiffe. Ich unternahm die Millionaire's Row Sightseeing Schiffsfahrt, die uns zu den ganzen Inseln, wie z.B. Star Island, Fisher Island führten und uns einen unglaubliche Aussicht auf die Skyline von Miami verschaffte. - Was mich ziemlich ärgerte war nach der Bootsfahrt. Der Kapitän schoss ein Foto von jedem Passagier,stehend an einem Bootslenkrad. Nichts böses ahnend lies ich mich abfotografieren. Nach der Bootsfahrt teilten sie uns die entwickelten Bilder aus und sammelten Geld dafür ein. Ohne uns vorher zu fragen, ob wir eines wollen. Nun denn, ich bezahlte und zog weiter. War zu Mittag im Hard Rock Cafè Miami. Danach fuhr ich eine Runde mit dem Metromover. Der Metromover ist ein öffentliches Verkehrsmittel, welcher 10 Meter über den Boden rund um die Hochhäuser durch Downtown fährt. Dieses Transportmittel ist führerlos und man kann einfach zu steigen. Ich fuhr mit diesem Gefährt eine ganze Runde, da man einen schönen Ausblick auf die Stadt hatte, ohne Stress im Verkehr. Der Kontrast zwischen Arm und Reich ist in Miami sehr deutlich zu sehen. Während sich Macy's sich im Wolkenkratzer hervorhebt, befinden sich auf der selben Straße unzählige Nagelstudios, Barbiershops (Friseursalons) oder Eletronikgeschäfte, die nicht unbedingt aussahen, als würden sie viel Umsatz machen. Auf der anderen Seite sieht man Sportautos durch die heruntergekommenen Straßen fahren und viele fashioned Personen mit kleinen Hündchen herumspazieren. Viele verarmte Afroamerikaner, die ziellos herumlungern und den Tag verstreichen lassen. Die Plätze und Parks am Fuße der riesigen Wolkenkratzer hingegen sahen wunderbar aus und waren von Springbrunnen und Palmen nur so gespickt. Viel Bänke, Skulpturen und Security Beamten. Während meiner herfahrt bemerkte ich, dass an jeder Zugstation ein Security Beamter mit einer Pistole zu sehen waren. - Miami, eine Metropole mit geschätzten 5,5 Millionen Einwohnern. Zusammengepresst auf eine kleine Fläche. Nach einer Weile hat mich diese Großstadt nur noch gestresst. So viele Leute, so viel Verkehr, die Hitze, das Großstadtleben, die Armut, alles Konzentriert und Komprimiert auf einen Punkt.




04.Jänner bis 10. Jänner:

Miami hat mir wirklich viel abverlangt und ich war müde noch mehr Energie in etwas zu investieren. Also bin ich die nächsten 6 Tage etwas lockerer angegangen. Die letzten Tage der Weihnachtsferien ausklingen lassen. Wir sahen uns viele Filme an, gingen ins Kino. Einmal sind wir am Boynton Beach Fischen gegangen, mit einem kühlen Bier in der einen Hand und der Angelrute in der Anderen. Den Sonnenuntergang genießen. Leider ging uns kein Fisch ins Netz. Am Wochenende haben wir einer Freundin der Familie beim Umziehen geholfen. Von einer riesigen Villa in eine etwas kleinere Villa. Sie war geschieden und hatte drei Kinder. Ich bekam als Dankeschön aus der Zigarrensammlung ihres Exmannes ein paar kubanische und kolumbianische Zigarren. Einmal gingen wir gemeinsam Golfen, ich lernte wie man den Schläger richtig schwingt, traf aber den Golfball nur selten. Golfen ist schwieriger als man es sicht vorstellt.

Samstag, 11. Dezember 2010

Weihnachtsplaene

Puh, das letzte Examen hinter mir. Was für ein erleichterndes Gefühl und gleichzeitig ein etwas Trauriges, da die meisten meiner Freunde den Campus schon verlassen haben und bereits auf der Heimreise sind. Bjorn ist am Freitag in der Früh zurück nach Frankreich geflogen. Good Old Europe. Während die meisten am Donnerstag bzw. schon am Mittwoch mit allen Finals fertig wurden und bereits an diesen Tagen zu Feiern anfingen, saß ich in meinem Zimmer, Jalousien runter gedreht, Red Bull Gestank in der Luft liegend, Zetteln und offen geschlagene Bücher herumliegend und lernte für meine beiden Examen, die ich am Freitag hatte. Das erste Examen hatte ich in Computer Graphics in aller Herrgottsfrüh um 7.45. Danach ging ich in die Sauna, um mich zu entgiften und um neue Kraft zu schöpfen. Keine gute Idee, denn nach der Sauna, war ich verdammt müde und musste ein kleines Nickerchen einschieben, bevor ich das Lernen für das zweite Examen, das ich am späten Nachmittag hatte, fortsetzen konnte. Das zweite Examen hatte ich in Computer Networking. Was für ein erleichterndes Gefühl, als ich nach diesen 60 Minuten aus dem Tech Gebäude trat und frische Luft atmete. Endlich, alle Examen vorbei, nun kann Weihnachten kommen. Die Cafeteria sah an diesem Freitagabend ziemlich leer aus und man merkte schon anhand des Essens, dass die Köche in der Cafeteria mit den Gedanken schon längst in den Ferien sind. Das letzte Dinner war also keine gschmackige Angelegenheit.
An diesem Abend gingen wir g
emütlich in ein Lokal, wo zwei Comedians auftraten. Einer davon ist ein alter Schulkollege von Diem, deshalb sind wir auch hingegangen. Der Laden war ziemlich voll. Diem's Bekannter machte einige Tom Hanks Immitationen und andere lustige Jokes, die mich an Alf Poier erinnerten (Bilder herzeigen usw.). Übrigens, er hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Tom Cruise in seinen jüngeren Jahren. Der nächste Comedian war kein unbekannter, denn er hatte schon Auftritte im Fernseher bei Comedy Central. Dieser Typ steckte voller Energie und war wirklich zum Kaputt lachen. Was sind nun meine Pläne für die Weihnachtsferien? Reisen, reisen, reisen. Heute werde ich in das Ski Haus ziehen, da ich ansonsten für das Wohnen im Rimview bezahlen müsste. Zwei Mitbewohner im Ski Haus werden nach Hause fahren, also sind zwei Zimmer für mich und Anton frei. Anton wird ebenfalls vorübergehend einziehen, uns aber schon am 19 Dezember verlassen, da er zurück nach Schweden fliegen wird. Zur Zeit ist im Wohnzimmer ein sogenanntes "Men's Bed" aufgebaut, zwei Matrazen zusammengelegt, viele Decken und Polster. An diesem Samstag waren wir mit dem Coach noch Trainieren in Red Lodge. Als wir daheim ankamen, packten ich und Anton unsere Sachen und zogen ins Shamrock.


















Ich hatte das Glück von Diem zu sich nach Hause in Moab, Utah eingeladen worden zu sein, um Weihnachten mit seiner Familie zu verbringen. Auch Harald (Schwede) wird uns begleiten. Am 16. Dezember werden wir also das Shamrock, Billings verlassen und mit dem Auto nach Moab fahren. Dieser Road Trip wird ungefähr 12 Stunden in Anspruch nehmen. Geplant ist ein Zwischenstopp in Salt Lake City, wo wir nach einer 8 Stunden Fahrt ein paar Tage in einem Kondor (Skihütte) verbringen werden und etwas Ski fahren werden. Nach ein paar Tagen auf den Pisten geht die Reise dann weiter. Moab ist im Herzen Utahs und ungefähr 4 Stunden von Salt Lake City entfernt. Diems Haus befindet sich auf den Rims in Mitten der berühmten roten Gesteinsformationen, wie man sie aus dem Fernsehen vielleicht kennt. In dieser 10000 Seelen Stadt werden ich, Harald und Diem die Weihnachten verbringen.

Ein paar Wanderungen über diese Felsen sind ebenfalls geplant.


Am 26. Dezember steht unser der Stopp unserer Reise an. Genau gesagt, Diem und Harald werden in einem Kinder Ski Camp arbeiten, was schon länger geplant war. Ich werde mich also von ihnen trennen und meine Reise alleine fortsetzen. Ich werde die Beiden noch bis Salt Lake City begleiten, wo wir uns dann trennen. Dort werde ich dann drei Tage verbringen. Dort habe ich die Möglichkeit die drei Tage in AJ's Haus zu verbringen. AJ ist einer vom Ski Team, und wird in diesen Tagen nicht da sein. Das heißt ich werde diese Tage mit seinen Eltern allein verbringen. Bin schon gespannt, wie das laufen wird, da ich ja seine Eltern überhaupt nicht kenne. In Salt Lake City ist eines der größten Mormonen-Tempel der USA errichtet. Vielleicht komme ich irgendwie rein oder kann eine Mormonen-Zeromonie live miterleben. Wäre auf jeden Fall interessant. Hab aber grad gehört, dass nicht mal Mormonen in diesen Tempel dürfen, und ganz hochrangige Mormonen.






Am 29. Dezember geht dann endlich mein Flieger von Salt Lake City nach Fort Lauderdale, Florida. Zwischenstopps in Denver, Colorado und Houston, Texas. Das wird ca. ein 10 Stunden Flug. In Florida werde ich Juan Diego treffen und bei seiner Familie wohnen. Er ist ein Studienkollege auf dem Rocky Mountain College, stammt aus Kolumbien und lebt mit seiner Familie in Florida. Das kann auf jeden Fall interessant werden, da seine Eltern kein Englisch sprechen können, sondern nur Spanisch.













Das waren jetzt nur mal Aussichten auf die nächsten 30 Tage. Ich werde womöglich keine Möglichkeit haben, in diesen Tagen einen weiteren Blogeintrag zu schreiben, da ich meinen Laptop nicht mit auf die Reise nehmen werde und ich auch nicht weiß, ob ich einen Internetzugang haben werde. Anyway. Ich freue mich schon auf dieses Abenteuer und werde euch auf den Laufenden halten sobald wie möglich.

Schöne Grüße nach Hause und frohe Weihnachten
Peter

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Thanksgiving

Letztes Wochenende war Thanksgiving, eine typisch-amerikanische Tradition, das dem Erntedankfest bei uns zu Hause gleich kommt. Unser ursprüngliches Vorhaben über das verlängerte Wochenende nach Washington zu fahren wurde durch das schlechte Wetter zunichte gemacht. Der Weg von Billings nach Washington führt über einige Bergpässe, die bei starkem Schneefall schwer zu passieren sind und somit zu gefährlich wäre. Vor allem mit einem Sommerreifen ausgestattetes typisch-europäisch großes Auto. Umso mehr hat es mich gefreut als ich eine Einladung von Sonja Frank bekommen habe, Thanksgiving bei ihr zu Hause mit ihrer Familie zu verbringen. Ich lernte Sonja Frank schon früher kennen, als ich und Sebastian zu einem BBQ zu ihr nach Hause eingeladen wurden. Sie kommt aus Deutschland, lebt schon einige Jahre in den USA und gibt hier Deutschunterricht. Sie organisierte für mich eine Mitfahrgelegenheit, wodurch ich während der Fahrt eine sehr nette Familie kennen lernen durfte. Der Vater dieser einen Familie, die mich zur Familie Frank gefahren haben, ist beim U.S. Militär und war 2 Jahre lang in Deutschland stationiert. Wir unterhielten uns darüber ein wenig. Im Hause Frank angekommen, startete ich gleich mal mit einem Bier. Thanksgiving selbst war nicht unbedingt anders als die Familientreffen bei uns. Alle Verwandten kommen zusammen, die Erwachsenen unterhalten sich über aktuelle Themen, Kinder rollen die Augen und natürlich der Wichtigste Part: Essen, essen und noch mehr essen. Ich habe mich mit Sonja sehr gut unterhalten und ein paar alte (1995) Glüchweingewürzteesackerl bekommen. Mit ihren Ehemann habe ich mich sehr schön über Waffen unterhalten, was soweit ging, dass er mir seine Sammlung an Patronen zeigte. Lange Patronen, kurze Patronen, Schrottpatronen und so weiter. Allem in allen, war es ein sehr netter Abend, ich habe mich gut unterhalten und wurde von den Verwandten sehr freundlich aufgenommen.

Zwei Tage später fuhr ich gemeinsam mit Ty und Bjorn zum ersten Mal nach Red Lodge zum Ski-Gebiet. Das Ski Ressort ist ziemlich klein, und mal über den Daumen geschätzt mit ungefähr 5 verschiedenen Pisten geöffnet. Der Berg in Red Lodge hat zwei einige mehr Pisten im Petto, jedoch ist noch nicht genug Schnee gefallen, um diese zu eröffnen. Die größte derzeit geöffnete Gondel ist jene mit 3 Sitzen, die vom Fuße des Berges bis zur Mitte der oberen Hälfte des Berges führt. Unangenehm sind die Sitzgondeln, da sie keine Sicherheitsbügel zum Schließen haben, oder Gestelle, wo man seine Skier abstützen kann. Beim Aufsitzen in die Sitzgondel muss man aufpassen, dass man durch die wilden Schaukelbewegungen nicht abgeworfen wird. Das Besondere am Red Lodge Mountain ist, dass man auf der Spitze des Berges einen unglaublichen Ausblick auf reines Flachland hat. Egal in welche Richtung man in Österreich zu denken versucht, versperrt ein oder mehrere Berge den Weg. An diesem Tag schien die Sonne wunderbar, der frisch gefallene Schnee auf dem Berg reflektierte die warmen Sonnenstrahlen.




Ich hatte gerade ein interessantes Gespräch mit einem Schweden hier auf dem Campus geführt. Es ging darum, warum Europäer hier auf dem College und impliziert in den USA so gut ankommen. Ich traf ihn zufällig nach meinem heutigen Exam auf dem Weg in mein Apartment. Als Ausländer wird man immer wieder gefragt, was man zu Thanksgiving macht oder über Pläne über die Weihnachtsferien, generell über die Feiertage. Festsitzend als Hintergedanke, ob man denn nicht über diesen Feiertagen bei denen zu Hause in Irgendwo verbringen möchte. Man also Eingeladen wird. Diese Erfahrung habe nicht nur ich hier gemacht und ich bin auch kein Einzelfall, jetzt in Anbetracht des österreichischen Scharms ;P Nein, auch er (Schwede) macht diese Erfahrung hier schonseit 2 Jahre, wo er hier ist. Übrigens, der Grund warum so viele Schweden in die USA kommen und studieren, ist nicht weil sie so gute Ski fahrer sind, sondern, weil man in Schweden nur 2 Möglichkeiten hat. Entweder man wird eine Krankenschwester oder man gründet sein eigenes Unternehmen. Die Auswahlmöglichkeiten an akademischer Weiterbildung ist also nicht gerade umfangreich und kostet immens viel Geld. Und in Verbindung mit Ski fahren, wenn man ein Pro Ski-Fahrer ist, geht mal überhaupt nichts. Deshalb kommen sie in Scharen in die USA. Anyway. Auch Bjorn bekommt dergleichen Angebote zu jemanden nach Hause zu kommen über die Feiertage. Woran liegt das wohl? Was haben wir gemeinsam, so dass es alle Europäer betrifft? Wir haben diskutiert und Gemeinsamkeiten gesucht. Hautfarbe? Nein. Haare? Nein. Oder sind Europäer eine Art Statussymbol für Amis, wenn sie einen zu Besuch haben? Vielleicht. Ist es cool, mit einem Europäer abzuhängen? Keine Ahnung. Am Schluss sind wir auf die einzig mögliche Antwort gekommen, die wir uns ausmalen konnten. Es muss der Akzent sein. It is all about the aczent. Ich kann meinen Akzent selbst nicht hören, ich nehme mein Englisch als perfekt ausgesprochenes Amerikanisch wahr. Werde aber von anderen auf Grund meines Akzentes als Europäer identifiziert. Das selbe mit den Schweden und der Franzose hier hat überhaupt den stärksten Akzent.

Was noch auffällt. Als fest eingesitzter Österreicher denkt man nicht im Traum daran, dass jemand aus den USA nach Europa kommen geschweige denn Europa besuchen möchte. Es hat hier jedoch den Eindruck, dass so gut wie jeder von Europa träumt. Der alte Kontinent wovon (fast) jeder Amerikaner seine Wurzeln hat. Da streckt man als Europäer schon mal die Brust etwas weiter raus, wenn man davon hört.

In dieser Woche standen für alle Studenten die Finals an. Dabei handelt es sich um Endklausuren, die man in jedem Fach hat. Also eine Woche voller Stress für Studenten. Was hier besonders gefällt, ist, dass im SUB (Student Union Building) eine Art Wellnessbereich aufgebaut wurde. Dort konnten sich über der ganzen Woche hinweg Studenten sich massieren und so richtig durchkneten lassen. Da war noch einiges mehr, was ich aber nicht ganz so mitbekommen habe. Morgen habe ich meine letzten beiden Examen. Meinen letzten Test habe ich am späten Nachmittag. Die meisten Studenten hier sind schon heute fertig geworden und bereits auf dem Heimweg.


Schöne Grüße nach Haag und an meine Lieben

euer Peter

Freitag, 19. November 2010

No Shaving November

Mehr als zwei Wochen sind nun vergangen seit meinem letzten Eintrag hier in meinem Blog. In dieser Zeit ist nicht viel Aufregendes oder Neues passiert. Ich gehe in meine Kurse, arbeite an meine Projekte, lerne bis in die Abendstunden, gehe aus mit meinen Ski Team Buddies, zwitscher ab und zu ein paar Bierchen mit meinen Mitbewohnern. Der Alltag ist eingebrochen. Ich möchte in diesem Eintrag einfach ein paar analytische Gedanken los werden und vielleicht auch Kleinigkeiten aus dem Alltag erzählen.

Was ich an die Professoren hier auf dem College schätze, ist die Beziehung zwischen Studenten und Professoren auf persönlicher Ebene. Dies nimmt die Angst vor der Autoritätsperson und lockert die Stimmung im Unterricht. Es ist also absolut üblich, dass nach dem Unterricht oder sogar während des Unterrichtes, sofern es passt, gefragt wird, wie der Trip zum Glacier National Park war oder warum man gerne rote Cappy's trägt. Im Kurs Parallel Processing ist im Laufe diesen Semesters schon ein paar Mal geschehen, dass unser Professor Kim am Morgen mit gute Mehlspeisen hereinspaziert und an uns verteilt. Einfach aus seiner Laune heraus. Immer wieder unterhaltsam, wenn Kim von seiner Zeit als Student erzählt, von seiner ersten Freundin, die von seiner Schwester, die genau das Gegenteil in Person ist als Kim, genau gemustert und getestet wurde, von seiner Zeit in diversen Firmen und Erfahrungen. Ich denke er ist ziemlich zufrieden mit meiner Leistung in seiner Klasse und hat mich auch schon mehrmals gelobt bezüglich meinen abgegebenen Programmierarbeiten. Im abschließenden Projekt hatte ich die Ehre mit zwei wirklich intelligenten Studenten zusammen arbeiten zu dürfen. Einer davon ist David, ein sehr intelligenter und ehrgeiziger Student, der ein Stipendium für einen „Master of Business Administration“ auf der Oxford Universität bekommt. Von ihm konnte ich einige interessante Sachen bezüglich „Management of Software Development Process“ lernen und einige interessante Tools für zukünftige Projekte mitnehmen. Bei dem Projekthandelte es sich, um die berühmte Suchmaschine BLAST, welche in der Welt der Biologen häufig eingesetzt wird, um neu entdeckte Teilsequenzen in einer riesigen Datenbank zu suchen. Aufgabe war es dieses Programm auf mehrere Cluster parallel arbeiten kann, weiters haben wir ein bedienungsfreundliches Interface implementiert.

Die Formalitäten, um im Ski Team Mitglied zu werden, werden auch immer weniger. Neben meinen zahlreichen Formularen und Beweisen, dass ich in Österreich studiert habe und überhaupt in die Schule gegangen bin, eine aktuelle Version meines „Transcript of Records“ (= eine Liste aller belegten Kurse plus Noten, die ich auf der JKU bis jetzt absolviert habe), was ich mir extra von der JKU per Post schicken lassen muss, weil ja die Zusendung per eMail oder Fax untersagt ist. Dazu kommt noch eine Untersuchung, die ich aber bereits hinter mir habe, und eine Anmeldung zur Mitgliedschaft der USSA, kurz für „United States Ski and Snowboard Association“. Auf dem College bekommt beinahe jedes Sport Team ein eigenes Poster, was die jeweilige Sportart bewirbt und wo alle Teammitglieder abgebildet sind. Sieht ziemlich lässig aus, wenn man ein solches Poster auf dem Campus begegnet. Das Football, Basketball, Fußball und Cross Country Team bekamen das nötige Foto Shooting und Drucken des Posters vom Rocky Mountain College selbst gesponsert. Jedoch nicht das Ski Team oder das Golf Team, weil „wir nichts für die Community tun“, laut Bobby Beers. Aber so auch all die anderen Teams. Ziemlich viele Leute vom Ski Team waren verärgert deswegen, denn all die Mitglieder des Ski Teams haben im Schnitt die besten Noten im Vergleich zu Spielern aus den anderen Teams und wir haben zwei Mal in Folge die „Nationals“ (Ski Rennen auf nationaler Ebene) gewonnen. Doch ratet mal. Alex aus dem Ski Team hat sich der Sache angenommen. Firmen abgeklappert, um Sponsoren zu finden. Auch das Studio hat seine Zeit für das Foto Shooting gesponsert. Also kamen wir letzten Mittwoch zusammen und machten ein Foto Shooting der gesamten Mitgliederschaft des Ski Teams. Mädels trugen die RMC Ski Jacken und die Männer das RMC Ski Jersey (übergroßes Sportdress, wie es die Spieler beim Eishockey tragen), jeder mit diversen Ski Equipment abgebildet. Die Fotos sind ziemlich lässig geworden. Ich muss sagen, dass ich mit meinem Vollbart ziemlich Bad-Ass(knallhart) aussehe. - Hat er Vollbart geschrieben? Was? Vollbart? - Ja! Ich habe mir einen Vollbart wachsen lassen. Warum? Die Geschichte dazu geht so...

In den USA, wobei ich das nicht sicher bestätigen kann, aber zumindest hier auf dem Campus, wobei ich auch das nicht sicher sagen kann, gibt es die jährlich stattfindende Tradition, sich über den gesamten November nicht zu rasieren. Deshalb auch der Name „No Shaving November“. In dieser Zeit lässt man sich einen Weihnachtsbart wachsen. Es scheint etwas typisch-amerikanisches zu sein, also musste ich es einfach mitmachen. Um die Wahrheit zu sagen, ich habe schon 2 Wochen vor November mit dem „No-Shaving-November“ begonnen, um einen kleinen Vorsprung zu haben, da mein Bartwuchs noch etwas langsam voran geht. Leider kann mir keinen echten Vollbart wachsen lassen, da in der Zone zwischen meinem Mund und meinem Kinn nichts wächst.Trotzdem, Tradition ist Tradition. Wenn ich so drüber nachdenke, dann ist der „No-Shaving-November“ eher eine Sache unter uns Ski Team Buddies.fehlt

Nun will ich mal den Umstand erörtern, warum sich mein Red Bull Konsum vervielfacht hat und ich Arnold Schwarzenegger verehre seit dem ich in den USA bin. Eigentlich bin ich kein großer Red Bull Trinker und Arnold Schwarzenegger mag ich auch eher nur in seinen Filmen. Doch warum hängen nun im Apartment 2 Poster von Arnold Schwarzenegger in seinen Jahren als Bodybuilder und warum stehen vier Steign Red Bull in meinem Zimmer. Ich glaube es hat damit zu tun, weil diese beiden Objekte mich mit den Amerikanern verbindet. Etwas gemeinsam haben, etwas was beide Seiten kennen. Vielleicht ist es auch einfach der Versuch dem Heimweh zu entkommen, indem ich ein Stück „Österreich“ in meinen Händen halten und trinken kann. Ein Stück Heimat. Etwas auf das ich stolz sein kann (Red Bull hält 70% Marktanteil des weltweiten Energy Drink Marktes; 85% in Österreich), etwas womit ich mich identifizieren kann (Arnold begann als kleiner Mann in Österreich und wurde groß in Amerika). Vielleicht auch einfach nur deshalb, weil diese Dinge meine Identität, meine Nationalität, meine Herkunft für Außenstehende unterstreichen. Beide Dinge starteten in Österreich und gelangen im Laufe der Zeit zur Weltberühmtheit. The American way of life. Gettin' big in America. Etwas worauf ich als Österreicher ohne Gewissensbisse stolz sein kann. Erst nach einem längeren Aufenthalt „in einem unbekannten Land - tamm-da-damm, tamm-da-damm, damm - vor gar nicht all zu langer Zeit ….“. Ich kann mir jetzt nicht erklären, wie ich auf die Biene Maja gekommen bin. Es ist gerade 5 Uhr morgens, was hier meine Konzentration etwas schwächt. Anyway. Nach einem längeren Aufenthalt in einem fremdem Land wird einem erst Bewusst, wie wunderbar die österreichische Kultur ist (Kultur in allen Richtungen, Esskultur, Trinkkultur) und wie warmherzig und einzigartig unsere Brauchtümer sind. Leider drohen diese Kulturgüter durch die heranwachsende, jüngere Generation in Vergessenheit zu geraten. Deshalb werde ich mich nach meiner Rückkehr mehr mit unserer Kultur auseinandersetzen und versuchen Traditionen zu wahren. Denn nicht nur, dass diese Dinge durch Generationen gegangen sind und somit unsere nationale Identität unterstreichen, sie werden auf internationaler Ebene, wie hier in den USA, mit unserem Land assoziiert und wirft ein gutes, liebliches Bild auf Österreich. Das Erste was ich mir zulegen werde, wenn ich zurück in Österreich bin, wird eine Lederhosen sein. Am Halloween Wochenende hatte ich Bobby's Lederhosen getragen. Es fühlte sich so gut und vertraut an, obwohl ich Trachten nie meine Aufmerksamkeit geschenkt habe. Doch in einem fremden Land mit einer fremden Kultur ist es schön etwas vertrautes, traditionelles zu haben, was die eigene Kultur unterstreicht und was einem hilft nicht zu vergessen woher man kommt. Ich vermisse Österreich und bin stolz ein Österreicher zu sein.


Mit einem Paukenschlag änderte sich gestern das Wetter. Tagsüber schien die Sonne und man konnte mit kurzen Ärmeln draußen herumlaufen. Am Abend begann es zu schneien. Der erste richtige Schnee hier in Billings, einige machten eine Schneeballschlacht draußen. Die Temperatur ist sau kalt geworden. In Red Lodge liegt bereits etwas länger der Schnee. Das Ski Ressort dort wird nächste Woche eröffnet, d.h. Das Ski Team wird wahrscheinlich noch vor den Weihnachtsferien zum Trainieren kommen.

Was steht in den nächsten paar Wochen an? Nächsten Donnerstag, am 25. November, ist Thanksgiving, eine Form des Erntedankfestes, was aber stark von den Bräuchen des europäischen Festes abweicht, aber dennoch im Kern eine Gemeinsamkeit hat. Essen, Essen, Essen und noch mehr Essen. ;) Ich werde über dieses verlängerte Wochenende mit Bjorn und Chris zu Cade nach Hause fahren. Er wohnt in Washington, dieser Bundes

staat ist links von Idaho gelegen und Idaho ist links von Montana gelegen. Dies wird eine 10 Stunden fahrt werden, wobei wir in Missoula (ca. 5 Stunden von Billings entfernt) einen Zwischenstopp einlegen werden. Genaugenommen werden wir die Nacht in Missoula verbringen und am nächsten Tag die Fahrt nach Washington fortfahren. In der Nähe von Cade's Haus soll sich ein Ski Ressort befinden. Also werden wir wahrscheinlich dort zum Ski fahren bzw. Snowboarden kommen.

Über die Weihnachtsferien werde ich in das Ski Haus (Shamrock) ziehen und die Tage mit Harald und Diem verbringen. Harald (Schweden) wird ebenfalls nicht nach Hause fliegen. Über Weihnachten selbst hat uns Diem zu sich nach Hause in Utah eingeladen. Bin schon gespannt.

Schöne Grüße aus den windigen USA,

Peter

Dienstag, 2. November 2010

Homecoming Week

Weil ich gerade in der Bibliothek war, um eine Liste spanischer Vokabeln auszudrucken. Dort saßen ziemlich viele Football-Spieler gemeinsam am Tisch, um zu lernen. Ich dachte mir schon, wann denn diese Leute überhaupt lernen, weil ich meine Mitbewohner nie lernen sehe. Die meiste Zeit, wenn sie mal im Apartment sind, spielen sie Videospiele, sehen fern oder sind einfach nur laut. „Whuhhhh!“, „Yeaahhhh!“ oda „Take this, Fucker!“. Vorgestern war eine Ausnahme, denn alle Mitbewhoner bis auf einen waren außer Haus. Der eine Mitbewohner arbeitete mit einem Kollegen an einem Paper, bei laut aufgedrehtem Fernseher. Ich könnte keinesfalls so lernen, ich brauche Ruhe und absolute Stille, um mich überhaupt einmal konzentrieren zu können. Deshalb gehen die meisten Studenten gerne in die Bibliothek, um zu lernen oder Hausübungen zu machen. Sobald aber ein Rudel von Football-Spielern in die Bibliothek kommen, ist es aus mit der Ruhe. Wenn sie zusammen sind, dann ist es einfach laut und ich kann mir nicht vorstellen dass dann beim Lernen was weiter geht. Andererseits genieße ich die Ruhe hier im Apartment, wenn meine Mitbewohner lernen gehen müssen. Ja, müssen, denn als Football-Spieler musst du nicht nur regelmäßig zum Training kommen, sondern du musst auch für gewisse Zeiten in der Bibliothek sein, um zu büffeln. Macht Sinn.


Glücklicherweise hat es sich ergeben, dass ein Mitbewohner aus dem Apartment von Bjorn und Anton auszog, somit konnte ich einziehen. Der Auszug aus meinem alten Zimmer auf der Nordseite des Rimview Komplexes ging ziemlich schnell von der Hand. Ich mochte meine alten Mitbewohner, allesamt Football-Spieler, sie ärgerten mich nicht oder dergleichen, ich hatte mit denen jedoch so gut wie nichts gemeinsam. Dafür um so mehr mit Bjorn und Anton, die ebenfalls im Ski Team sind und zu meinen engeren Freunden hier zählen. Nach dem überraschenden Auszug besuchte ich noch meine alten Mitbewohner und trank eine Runde Schnaps zum Abschied. Ich bin mit diesem Umzug überglücklich, habe nun ein Zimmer auf der Südseite von Rimview, friere also nicht mehr ständig. Meine neuen Mitbewohner Bjorn, Anton und Dave sind super. Ein Franzose, ein Schwede, ein Österreicher und ein Amerikaner. Klingt schon fast wie der Anfang von einem Witz. ;) Wir haben mal davon geredet das Wohnzimmer mit unseren Nationalfahnen zu dekorieren, was wir auch gemacht haben. (siehe Foto).


Eine Maus fraß sich durch die Wand in Anton's Zimmer. Wir verbrachten Tage, um diese Maus zu fangen, kauften uns Mausefallen, schmierten Erdnussbutter als Köder darauf und stellten sie im ganzen Apartment auf. Zusätzlich noch klebrige Flächen, die man in die Ecke einer Wand stellt, denn Mäuse laufen instinktiv entlang der Wände. Nach 4 Tagen konnten wir die Maus endlich fangen.







Letztes Wochenende war mein erstes, richtig typisch-amerikanisches Halloween. Jedoch war dieses Halloween nicht viel anders als ich es bei uns in Österreich gewohnt bin. Also es war nicht eine über-drüber Sache. Die Häuser waren nicht sonderlich dekoriert, gerade mal ein paar Kürbisse waren zu sehen, aber keine Grabsteine oder aufgestellte Monster. Auch sogenannte „Trick-or-Treaters“ waren nicht sonderlich viele zu sehen. Ich habe ein paar Kleinkinder in Dinosaurierkostümen gesehen, die herumgelaufen sind. Aber sonst nichts besonderes. Wir hatten am Samstag eine Halloweenparty at Shamrock (Ski Haus), wo sich alle verkleideten. Ich borgte mir von Bobby eine echte Lederhosen, die er mal in Österreich gekauft hatte, kaufte mir Muskeln und ging als „Arnold Schwarzenegger in seinen jungen Jahren“. Das Kostüm kam ziemlich gut an. ;).

















Am Samstag war bei uns am Campus wieder ein Football-Spiel. In der Halbzeit war ein kleiner Wettbewerb, wer mit dem schönsten Paradewagen auffahren kann. Das gesamte Ski Team nahm daran teil. Vor der Halbzeit trafen wir uns am Parkplatz zusammen, spielten Beer Pong und heizten unsere Stimmung an. In der Halbzeit dann, fuhren wir mit einem geschmückten Golf-Caddy samt Anhänger auf das Spielfeld und fuhren dort ein paar Mal im Kreis. Dabei brüllten wir „RMC, RMC, RMC“ oder „What kind of power? - Bear Power!“, usw. Es war herrlich, ich auf einer Parade auf einem Football-Feld, wie im Film. Wir trugen alle knackige Skianzüge.














Mit meinen Noten sieht es derweil auch ziemlich gut aus. Ich habe drei A und zwei B. Verglichen mit allen anderen Sportteams auf dem College hat das Ski Team mit Abstand die besten Noten in den Kursen. Bobby Beers, Athletic Director des College, ist mit uns sehr zufrieden. Meine Kurse für das Frühlingssemester stehen auch schon fest. Leider kann mir die Informatik Fakultät auf Grund ihrer Größe keine interessanten Kurse anbieten. Deshalb habe ich beschlossen Kurse zu nehmen, die meinen Social and Communication Skills verbessern.
Meine Kurse werden sein:

- Introduction in Theatre

- Princliples of Management

- Public Speaking

- Small Group Communication

- Design I


Schöne Grüße an zu Hause. Bei uns ist noch immer kein Schnee gefallen. Heute war es so warm, dass ich mit kurzer Hose und T-shirt herumlaufen konnte. Das Wetter für diese Zeit ist in Billings ziemlich ungwöhnlich, da es bereits schon vor einem Monant zu schneien beginnen hätte sollen.

Weekend at D'Jeane's Ranch in Grass Range, MT

Vorletztes Wochenende verbrachte ich auf der Ranch von D'Jeane. Die Ranch ist nördlich von Montana gelegen und trägt den Namen „Finkbeiner Ranch “. Finkbeiner klingt etwas Deutsch, was?, ja, vor über 100 Jahren sind deutsche „Pioniere“ nach Montana gekommen und haben diese Ranch gegründet. Der Nachname dieser Einwanderer war „Finkbeiner“. Im Gegensatz zu der Tradition auf dem Land hier in Österreich, wo ein neuerrichtetes Bauernhaus einen Hausnamen bekommt, wird in Amerika die Ranch nach dem Gründer benannt. Grant-Kohrs Ranch, Finkbeiner Ranch, usw... . D'Jeane erwähnte vor Wochen in der Cafeteria, dass sie an diesem Wochenende nach Hause zu ihrer Familie fährt. Ich war interessiert daran, to see the country side of Montana. Sie lud mich ein sie zu begleiten.

Wir fuhren also am Freitag nachmittags los. Bobby, ein eingefleischter Hunter/Jäger, war mit von der Partie. Die Ranch ist ungefähr um die 80 Meilen von Billings entfernt, wir fuhren etwas mehr als eine Stunde dort hin. Die Nacht war bereits angebrochen als wir ankamen. Die Fahrt auf den typisch-amerikanischen Straßen war wieder mal ein Erlebnis. Endlos geradeaus führende Straßen, auf und ab, die letzten paar Meilen führten uns über Schotterstraßen zu D'Jeane's Ranch. Ihre nächsten Nachbarn sind ungefähr 3 Meilen entfernt. Ein altes Haus begrüßte uns. D'Jeane gab uns eine Führung durch das alte Haus das noch (bis auf die Stromleitungen) im Originalzustand ist, wie vor 100 Jahren. D'Jeane's

Mutter hatte bereits 5 Kisten Bier für uns bereitgestellt, wir kochten noch etwas zu essen und schalteten den Whirlpool im Wintergarten ein. Naja, es war eher eine Art ein am Haus angebautes Glashaus, war also etwas kalt darin. Im Whirlpool dafür angenehm heiß. Wir füllten den Raum mit Musik, tranken Bier und sangen (öster.) Lieder. Unglaublich wie gut das Lied „Ein Prosit, ein Prosit, der Gemütlichkeit.“ ankommt.

Am nächsten Tag, Samstag, standen wir so gegen 9 auf, kochten uns Frühstück und machten uns fertig für die Jagd. Mit D'Jeane's Truck fuhren für dann quer durch ihr Grundstück bis zu einem Waldstück. Wenn in den USA jagen gegangen wird, dann meistens in einem Rudel voller Jäger. Alle tragen Camouflage Klamotten (Camouflage ist die Bezeichnung der Tarnfarbe auf Kleidungsstücken), um in der Umgebung des Waldes unsichtbar zu werden, und zusätzlich zumindest ein neon-oranges Kleidungsstück, sei es ein Kapperl, eine Weste oder ein Pullover, um sich nicht gegenseitig (versehentlich) zu erlegen. Ich, Bobby, D'Jeane, D'Jeane's kleiner Halbbruder Grant mit einem Pfeil und Bogen und D'Jeane's kleine Halbschwester Gwen marschierten durch den Wald auf der Suche nach Truthähnen. Ich versuchte als erstes Ziel ein Eichkatzerl zu erlegen. Ich kniete mich nieder, legte das Gewehr an, zielte und traf. Jedoch nur das rechte Bein des Eichkatzerls, was mir sehr leid tat. Dann versuchte Bobby das angeschossene Eichkatzerl entgültig zu erlegen. Wir gingen weiter. Nach stundenlangem, erfolglosem Durchforsten des Waldes nach Truthähnen gaben wir auf und fuhren zurück zum Haus. Ich meine, wir hörten die Truthähne, konnten sie aber nicht sichten. Zu Hause angekommen wartete bereits ein köstliches Mittagessen auf uns, zubereitet von D'Jeane's Mum.

D'Jeane's Mum ist super nett und machte einige peinliche Bemerkungen gegenüber D'Jeane. - M: „D'Jeane, warum hast du keine Mädls mitgebracht, sondern nur Jungs?“ D: … weil das meine Freunde sind ...“ M: „Also keiner von diesen beiden Jungs ist wegen dir hier?“ - Aber auch mir gegenüber. M: „Peter, you are such a good looking boy. You look like a model from New York.“ P: „ (peinliche Stille)“ – Ich war nach dieser Aussage einfach nur sprachlos. Sie war aber insgesamt sehr unterhaltend. Nach dem Essen fuhren wir mit einem sogenannten 4-Wheeler (= großes Quad) auf D'Jeane's Land herum, über Wiesen und Weiden, an Kühen vorbei, der Wind wehend in unseren Haaren. Das Gruppenbild von uns mit komisch flatternd, aussehenden Haaren nahm ich während der Quadfahrt auf. Ich bin auch ein Stück gefahren und es hat höllischen Spaß gemacht und nebenbei erwähnt, die Gegend war wunderbar anzusehen. Uns rannte ein Hund spielend nach, an uns vorbei, vor uns und manchmal ziemlich nahe vor den Vorderreifen des Quads. Ich hatte ziemlichen schiss, diesen Hund nieder zu fahren. D'Jeane meinte aber nur, ich solle den Hund einfach ignorieren und einfach normal weiterfahren. Ihre Familie ist wirklich nett. Ihr Stiefvater Glen, ein etwas schweigsamer Cowboy, Davene, eine typische Mutter, Grant, ihr kleiner Halbbruder und ein ziemlicher Lausbua und Gwen, ihre Halbschwester. Nach der Quadfahrt starteten wir einen zweiten Versuch und gingen jagen, aber dieses Mal sind wir zu einem anderen Waldstück auf ihrem Grundstück gefahren. Wir stoppten mitten auf einer Weide und gingen zu Fuß weiter Richtung Waldstück. Im Wald angekommen, waren wir ganz leise und pirschten durch den gesamten Wald auf der Suche nach Frischfleisch. Diese Tätigkeit erinnerte mich an das Fischen. Jagen ist eine schweigende Tätigkeit, mit Freunden, man braucht Geduld und man ist überglücklich, wenn man etwas fängt/erlegt. Ist auch in einer gewissen Hinsicht entspannend. Man ist in der Wildnis, wird Eins mit der Wildnis, auf der Suche nach Nahrung. Dieses Mal waren wir wieder erfolglos. Kein Wild weit und breit. Wir konnten zwar Truthähne wahrnehmen aber nicht lokalisieren. Wahrscheinlich waren wir durch das Marschieren zu laut und verscheuchten damit das Wild oder die Kühe waren schuld, die uns während der ganzen Jagd beobachteten. Überall standen nämlich schwarze Kühe herum, durcheinander gemischt und über das ganze Land verstreut. Wurden wir etwas laut, starrten plötzlich alle Kühe uns an, gleichzeitig und ungewöhnlich starr. Am späten Nachmittag beschlossen wir aufzugeben und waren bereits auf dem Weg nach Hause, als Bobby plötzlich während der Heimfahrt ein Reh entdeckte. Wir hielten am Straßenrand, Bobby stieg aus, legte das Gewehr an und erlegte das Reh mit einem Langstreckenschuss (long-distance shot). Das Reh rannte noch ein paar Meter bevor es zusammenbrach. Beim erlegten Tier angekommen, begann Bobby so gleich das Reh aufzuschlitzen, um die Innereien zu entfernen. Die Prozedur war ziemlich interessant zu beobachten, wie sorgfältig Bobby das Fell vom Bauch entfernte und dann die Innereien entfernte, mit bloßen Händen. Seine Kleidung war voller Blut. Als er fertig war, packten wir das Reh auf die Ladefläche des Trucks und fuhren heim. Daheim angekommen hängten wir das Reh Kopfüber in der Garage auf. Ich half dann Bobby noch das Fell vom Reh zu ziehen. Bobby machte dann noch einige Schnitte in das Fleisch, so dass das Fleisch des Rehs über Nacht besser auskühlen konnte. Das war vielleicht eine Erfahrung. Wir gingen danach hinein, duschten und machten uns ein Abendessen. Diesen Jagderfolg mussten wir natürlich ausgiebig feiern. Dafür sprangen wir wieder in den Whirlpool, tranken ein paar Bier und sangen Lieder. „Ein Prosit, ein Prosit, der Gemütlichkeit.“ Dieses Lied gaben wir an diesem Abend unzählige Male zum Besten. Nach einer Weile verlegten wir die Feier vom Whirlpool in die Küche. Der Abend war lang und wir hatten sehr viel Spaß.

Am nächsten Tag, am Sonntag, verluden wir das Reh auf die Ladefläche des Trucks und brachen

die Heimfahrt an. D'Jeane ist im Besitz eines riesengroßen Trucks, Marke Dodge, was bei uns in Europa wohl eher als Monster-Truck durchgehen würde. Ich wollte mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen und fragte, ob ich nicht am Steuer sitzen könnte. Beide, Bobby und D'Jeane, waren vom Vorabend noch ziemlich müde und geschafft, ich fühlte mich pudelwohl und durfte mit diesem Kalliber die Heimfahrt durch die Prärie Montana's antreten. Dabei fühlte ich mich wie ein Amerikaner, fehlten nur noch Cowboyschuhe und ein Cowboyhut.




Donnerstag, 28. Oktober 2010

Sauberkeit

Puncto Sauberkeit in unserem Apartment. Es gibt Tage, vor allem jene nach jedem Wochenende, wo das Apartment wirklich schlimm aussieht. Brösel, Dosen, benutzte Pappteller am Boden, der Abwasch überfüllt mit Geschirr, Mikrowelle und all die anderen Haushaltsgeräte benutzt und nicht gereinigt, Spiegel verschmiert, Haare im Handwaschbecken vorm Spiegel. Es gibt im Rimview und auch in all den anderen Studentenheimen keine Putzfrauen, die einem hinterher putzen. Nun ja, ich versuche so wenig wie nur möglich anzupatzen und alles was ich anfasse mehr oder weniger sauber zu halten. Wenn es wirklich mal schlimm ist, dann räumen meine Mitbewohner brav alles auf und putzen das Apartment. Natürlich lege ich auch mit Hand an. Manchmal, was sich aber immer mehr zu einer Regelmäßigkeit hinbewegt (das ist mehr heute morgen aufgefallen), als ich so um 9 Uhr aufstand, meine Mitbewohner bereits alle im Unterricht waren und gerade meine Wäsche gemacht habe. Es klopfte an der Türe, ganz leise, nicht ein PEMMPEMMPEMM, wie ich es von meinen Roomies gewohnt war. Nein, es war ein leises, zärtliches Klopfen. Ich ging zur Tür, öffnete diese und wer stand da? Es war Eric's Mum mit zwei Plastiksackerl, gefüllt mit Cookies, in den Händen. Sie bringt ihm immer Lebensmittel, wie Milch usw. vorbei. Ich ließ sie herein und ging dann wieder an meine Wäsche in mein Zimmer. Als ich dann an meinem Laptop arbeitete, hörte ich, wie sie den Kühlschrank auffüllte und danach sogar den Abwasch des Geschirrs begann. Ich war (natürlich) positiv Überrascht. Nach und nach kamen meine Roomies vom Unterricht zurück, und sie machte weiter. Ich ging dann zum Mittagessen in die Cafeteria, als ich eine Stunde später zurückkam, war das gesamte Apartment blitze blank aufgeräumt. Boden sauber, Spiegel sauber, sogar der braune Belag am Boden der Dusche, der sich über Wochen angelagert hatte, ist nun weg.