Freitag, 22. Oktober 2010

Glacier National Park

Hallo,

während dem Road Trip durch Montana zum Glacier National Park habe ich all meine Eindrücke und Erlebnisse auf ein Stück Handabtrocktuch (siehe Foto) festgehalten, was ich auf der Toilette vom Subways her habe. Also eine Art Tagebuch geführt, welche ich hier in diesem Blog teils eins zu eins wiedergeben werde. Warum habe ich das gemacht? Weil ich sonst diesen Trip nicht bis ins kleinste Detail wieder erzählen könnte. Warum nicht in einem Tagebuch oder auf normalem Papier? Weil ich erst beim Subways draufgekommen bin, dass das vielleicht eine gute Idee wäre, und ich auf die Schnelle kein Tagebuch oder weißes Papier auftreiben konnte. Notlösung: Handabtrocktuch aus der Toilette vom Subways. Während der langen Fahrten habe ich geschrieben. Ich hoffe, euch gefällt dieser Stil. Viel Spaß beim lesen.





Mittwoch, der 13. Oktober: Abfahrt vom Campus

Ich fühlte mich an diesem Tag etwas kränklich. Ich schob wieder einen All-Nighter (die Nacht durchmachen), da ich an diesem Tag ein Exam in Marketing hatte. Abfahrt war für 4 Uhr nachmittags ausgemacht. Ich hatte Spanisch bis 3:20 Uhr und noch nichts für den Glacier National Park Trip gepackt, war also ziemlich im Stress und longboardete nach Spanisch so schnell, wie ich nur konnte zurück zu Rimview. Nummer 2, duschen und packen, dann Zimmer etwas zusammen räumen, man will ja vor Einbrechern kein schlechtes Bild von sich machen ;), und die restlichen Sachen verstauen. Noch schnell einen Burrito in der Mikrowelle machen und ein Glas mit Milch trinken, essen, man weiß ja nicht, wann man wieder was zwischen die Zähne bekommt (diese dumme Angewohnheit habe ich noch vom Bundesheer und kann es mir nicht abgewöhnen), Fenster zu, Silhouetten runter drehen, Türen verschließen und Abmarsch in Richtung „Family Bear Student Center“, wo der Treffpunkt war und der Van bereits auf uns wartete. Wir fuhren los:

Prärie - Einöde – das Wetter ist wunderschön – Kühe, Büffel, Wildpferde grasen auf der Weide – fahren gerade durch eine typische Stadt im wilden Westen – viele Trucks (= LKW auf Steroiden) kommen uns entgegen - Zwischenstopp in der Kleinstadt Livengston – wir gehen in das Fast Food Lokal genannt Subways – wir fahren weiter - wunderschöne typisch-amerikanische Kleinstädte sind mitten in der Landschaft

zu sehen während der ganzen Fahrt – es ist Abend und ein unglaublicher, wunderschöner Sonnenuntergang hinter den Bergzeilen ist zu bewundern – der Himmel ist bewölkt – die untergehende Sonne lässt die Wolken in die Farben Rosa und Vanille-gelb schimmern – die Berge sind auf Grund der untergehenden Sonne sehr dunkel und fast nur ihre Silhouette ist erkennbar, darüber ist ein wunderschöner, hellblauer Himmel mit den einzelnen Wolken – ich genieße ein Red Bull, das ich mir vorher bei der Tanke gegenüber von Subways kaufte – die Nacht bricht schön langsam herein, wir suchen uns einen geeigneten Campingplatz im Campingareal „Deer Lodge“ - die Suche dauert, denn es ist Stock dunkel und wir halten bei fast jeder Beschilderung, um mit den Scheinwerfern des Vans die Textur darauf lesend zu machen – endlich, wir sind da – aussteigen und so gleich zwei Zelte aufbauen – Campingtisch mit Essen auftischen – es ist ein wunderscner Sternenhimmel zu sehen, so viele Sterne auf einmal habe ich noch nie irgendwo

vorher gesehen – Abertausende Sterne – klarer Himmel – obwohl wir zwei Zelte aufgebaut haben, lasse ich mir die Gelegenheit nicht nehmen und schalfe draußen auf dem Campingtisch – aus Erfahrung weiß ich, dass der Boden saukalt ist - Seth und Luke schlafen ebenfalls draußen, auf dem Boden – die Mädels im Van – Stunden vergehen und liege noch immer im Schlafsack gekuschelt, blicke nach oben und genieße den unbeschreiblichen Anblick der Sternennacht – am Rand meines Blickfeldes sind die Silhouetten der Bäume zu sehen.
















Donnerstag, der 14. Oktober: Prärie

Muaahhhh – strecken, recken – der nächste Tag ist angebrochen – es ist saukalt draußen – nur schwer kriege ich mich selbst aus dem Schlafsack – ein wunderschöner Anblick von Bergen, die uns umkreisen, begrüßte mich – das haben wir in der Nacht zuvor gar nicht mitbekommen, da es ja dunkel war – einer der Campingtische war bereits mit Essen aufgetischt – Zähne putzen – Gesicht waschen und noch schnell ein Gruppenfoto schießen – ich bin wohl der einzige der immer auf ein Gruppenfoto drängt – seit ich in den USA bin habe ich mir den Satz „We should take a group picture, right now!“ angeeignet – diesen Satz werde ich in den nächsten Tagen noch öfters bringen – wir fahren los – der erste Stopp wird ein altes Gefängnis in Montana sein, es ist ein „Old Prison Museums“ mit angeknüpftem „Montana Auto Museum“ - wir machen ein Tour – das heißt eine Tour auf eigene Tour – Automuseum – wir fahren weiter und stoppen bei einer Ranch,

um noch schnell Toiletten auf zu suchen – Zufällig spricht uns eine Frau an, ob wir nicht eine Tour im Haus auf dieser Ranch machen wollen – sie veranlässt alles und wir m

achen eine Tour auf der Grant-Kohrs Ranch in Deer Lodge – eine alte Frau begrüßt und fürht uns durch das Haus der Kohrs, bekommen einen Einblick in die Lebensart der Kohrs Familie, aufgewachsen in Hamburg, Deutschland, eingewandert in die USA und einer der ersten Pioniere hier in Montana – bekommen einen Einblick in das Leben der Cowboys auf der Ranch der Kohrs – wir fahren weiter - an unendlich vielen, gewellten, senfbraunen Hügeln, Berge, kleinen und großen Riesen/Schluchten, die sich am Fuße der Berge hinziehen vorbei - Schluchten, vereinzelte Bäume auf den Anhöhungen, ausgetrocknetes, gelbliches Gras, überall unendlich lange Straßen, begleitet von Strommasten aus Holz – große Strommasten die sich über die Prärie und die Berge er

strecken – Landschaft durchzogen von Flüssen und Teichstellen, in denen sich die typisch-amerikanische Landschaft widerspiegelt - hin und wieder alte Gleisen – vereinzelt, verlassene, halb-zerstörte Häuser, Hütten - obwohl die Gegend Prärie-artig scheint, sind dennoch große Flächen mit Zäunen durchzogen - blickt man zum Horizont, sieht man eine Bergzeile nach der Anderen, hintereinander, nacheinander, in verschiedenen Anordnungen und Variationen – eine Bergzeile schöner und gewaltiger als die Andere – schimmernd in unterschiedlichen Farben und Schattierungen, Weiden, endlos lange, geradeaus gehende Straßen, gewellt - vereinzelt sind Bauernhöfe zu sehen – Erst jetzt wird mir klar wie gewaltig die Natur sein kann. – die Stimmung im Van gerade ist genau so, wie ich mir ein Road Trip durch die USA vorstelle und wenn es in diesem Fall nur durch Montana war - ich sitze hier mit Emma in der letz

ten Reihe - Emma hört sich Songs über den iPod an und singt zu den Liedern - ich höre ebenfalls ein paar lässige Songs von den Red Hot Chilli Peppers über meinen geborgten iPod - trage meine coole Sonnenbrille - Volume auf laut gedreht – die Landschaft zieht an mir vorbei - die Sonne ist gerade am Untergehen - Seth und Aaron sitzen in der nächsten Reihe und schlafen – diese Weiten, die Komposition der Wolken, Weiden, Bergen, Himmel, formiert zu einer Landschaft, zu einer Augenweide - All das hat einen Einfluss auf die gemütliche Stimmung i

m Van - Mitten in der Einöde, auf der langen gerade-ausgehenden Straße ist plätzlich eine Ampel und wir stehen - eine andere unendlich lang gerade-ausgehende Straße kreuzt unsere Straße – Alle sind etwas durchschwitzt, denn wir hatten seit der Abfahrt keine Dusche mehr gehabt und wir werden vorausschauend auch in den nächsten Tagen keine Duschmöglichkeit haben - Gerade eben fuhren wir an einer Verkehrstafel vorbei, die sagte,

dass wir zwei Stunden vom Glacier National Park entfernt sind

Im Campground St. Mary angekommen, bauen wir unsere Zelte auf – dieses mal drei Stück, denn es sollte ein Unwetter aufziehen - überall im Camp verteilt hängen „Achtung Bären“ Schilder und Hinweisschilder, wie man vermeidet Bären anzulocken - ich werde diese Nacht im Van verbringen (weil ich nach dem Essen, ein heißes Würstchen in den Wald geworfen habe; ich las erst danach die Hinweisschilder) – wir bauen also die Zelte auf, machen Feuer und schmeisen ein paar Würsten auf den Grill – aber nicht wie bei uns, die Würstel auf einem geschnitzten Spieß über dem Feuer braten zu lassen – als Nachspeise gibt es Marshmallows aufgespießt auf Steckern, welche dann über das Feuer gehalten werden - wieder mal haben wir eine unglaubliche Sternennacht – ich versuche wieder diese Pracht mit meiner Kamera festzuhalten – es ist aber nur schwer möglich und kommt nicht mal näherungsweise an die Augenweide oben am Himmel heran – der Wind g

eht sehr stark, ich mache mit Emma, Aaron und Josef noch eine kleine Nachtwanderung - e

infach der Straße entlang, der Wind bläßt was das Zeug hält und es ist stockdunkel – es macht Spaß – nach einem Stück des Weges beginne

ich immer langsamer zu gehen, so dass ich in der Dunkelheit verschwinde – ich schleiche mich an Aaron heran und schreie laut „BUUUHHH“ - Aaron hat sich ziemlich erschreckt – Gruppenfoto – und wir gehen zurück – gehen schlafen

Freitag, der 15. Oktober: Wandern im Glacier National Park


es ist morgen – wir bauen die Zelte ab, räumen unseren Campingplatz zusammen und verlassen das Camp, fahren in Richtung Glacier National Park weiter – ich bin an d

iesem Morgen etwas früher als die Anderen aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu sehen – das frühe Aufstehen hat sich wirklich bezahlt gemacht - der Himmel war teils bewölkt und die Sonne kam hinter den unzähligen Bergen hervor und ließ die Wolken in einem gelblichen Schimmer leuchten. Es war wunder schön anzusehen – wir machen einen Zwischenstopp und sta

rten eine 6 Meilen Wanderung durch ein Gebiet mit vielen Wasserfällen - dabei passieren wir wunderschöne Wasserfälle. - Bei meiner dummen Kletterei auf ein Baumstamm, der quer über den Fluss liegt, plumpse ich mit meinem rechten Fuß ins Wasser – Turnschuh und die Socke sind naß geworden - ich wandere aber trotzdem weiter – nach dieser schönen Wanderung fahren wir nun weiter zu unserem eigentlichen Ziel, die östlichen und westlichen Berge des Glacier National Parks – dort angekommen, starten wir wieder eine große Wanderung, entlang der Berge - die Aussicht ist wunderschön – die Berge sind gewaltig, majestätisch schimmernd in den unterschiedlichsten Farben - gelbe, rote

, grüne, pinke Gesteine liegen entlang des Wanderweges – auch passieren wir entlang des Wan

derweges unzählige kleinere Wasserfälle, die den Berg herunter laufen – es ist saukalt hier oben, der Wind weht so stark, dass man sich dagegen lehnen kann - gerade halt, dass einem die Mütze nicht weg fliegt - es hagelt ein wenig und die Hagelkörner peitschen durch die Gegend und teils uns ins Gesicht - das erinnert mich etwas an den Großglockner – wir wandern auf einer Höhe von ca. 3000m - ich versuche wieder diese Schönheit mit meiner Kamera einzufangen, ich probiere mit allen möglichen Funktionen der Kamera herum – Vergebens - in diesem Moment wird mir klar, dass ich nicht die Macht habe, diesen Moment, die Gefühle dabei auf einem einzelnen Foto festzuhalten, was wohl nicht einmal mit einem Videoclip möglich wäre. Das macht mich ein wenig traurig, euch nicht diese Momente, Naturgewalten, hau

tnah wieder geben zu können. Man muss es erlebt haben. Ich kann mit Fotos und meinen Einträgen nur einen Bruchteil dessen wiedergeben, was ich hier erlebe. - Wir fahren weiter, mit dem Van, kanadisches Radio läuft und spielt gemütliche Country Musik, das aufge

drehte Licht im Rücksitz des Vans, ist wie ein leicht gedimmtes Licht, kein Kräftiges, die Atmosphäre im Van jetzt gerade ist so gemütlich, wir reden über alle möglichen Themen, Erlebnisse, man lernt einander kennen - zwei Tage ohne Duschen sind es jetzt, jeder stinkt etwas und ist verschwitzt - ich hoffe wir haben heute die Möglichkeit zu duschen – ich glaube wir werden heute in Holzhütten schlafen - nächster Stopp ist ein Grocery Store, ein einzigartiger kleiner Einkaufsladen, klein, mitten im Nirgendwo - ich versorgte mich bis jetzt mit Red Bull, aber in diesem Laden kostet eine Dose Red Bull 2.75 Dollar, was zu teuer für mich ist - ich kaufe also einen Kaffee - dazu etwas typisch-amerikanisches, Cracker Jack, ein mit Karamell überzogene Popcorn - ich wünsche mir eine Dusche so sehr – wir fahren weiter – machen wieder eine Wanderung, di

e aber dieses Mal nicht so spektakulär ist - nichts außergewöhnliches - viele Bergziegen sind zu sehen - meinen Wunsch, einen Grizzley Bären von d

er Nähe zu sehen, bleibt mir unerfüllt - ich sehe einen Bären aus der Ferne, was daher nur die Form einen Punktes hat – nach der Wanderung fahren wir zu unseren Kondor (Behausung) weiter – dabei kreuzten wir den Weg eines Elches – ich sah bei dieser Wanderung ein Haufen Bergziegen - bei dieser Wanderung traf ich zufällig zwei Deutsche, die schon seit zweieinhalb Wochen von Kanada aus auf der Durchreise sind und eine Art Road Trip durch verschiedene Parks machen – wir fahren weiter in Richtung des Kondors – stickend, ungutes Gefühl, schon seit 2 Tagen nicht geduscht – Sehnsucht nach Sauberkeit - wir sind nun bei unserem Kondor in der Kleinstadt „Whitefish“ angekommen – Aufgaben werden verteilt - ich hänge mit Aaron die Zelte in der Garage auf, um sie zu trocknen – die Anderen fangen an zu kochen – Zimmer werden auch gleich eingetei

lt - das Haus ist sehr schön eingerichtet - ich verschwinde gleich unter der Dusche, natürlich habe ich keine Ahnung, wie man das Warmwasser aufdrehen kann - also dusche ich halt mit saukaltem Wasser, aber es ist dennoch ein Trau

m – endlich wieder sauber - Haare gestylt, frisches Gewandt an - es duftet bereits nach leckerem Essen – ich gehe nach unten – hm... es gibt Spaghetti, Knoblauchbrot auf richtigen Tellern, Musik im Hintergrund laufend - Zurückversetzt in die Zivilisation! - ich mache den Abwasch – wir spielen noch ein wenig Karten, schauen Fern – mittlerweile weiß ich wie man den Wasserhahnschalter richtig bedient, um ans warme Wasser zu gelangen - über die Blaue Zone in Richtung der roten Zone drehen



Samstag, der 16. Oktober: Flathead Valley Roller Derby

Aufgewacht, die Temperatur im Haus ist verdammt heiß – ich gehe du

schen, aber dieses Mal mit Warmwasser, ich bin einer der Ersten, der munter geworden ist – ich helfe beim Frühstück machen - es gab Speck, Eier und Würstel – ein typisch-amerikanisches Frühstück – eines der Mädels versucht Kaffee zu zubereiten, indem sie „ganze“ Kaffeebohnen in den Filter füllt und die Kaffeemaschine einschaltet – mann, so geht das doch nicht - man muss die Bohnen zerkleinern, bevor man den Filter damit füllt – ich übernehme diesen Part – heute werden wir das Oktoberfest in Whitefish besuchen und danach ein Roller Derby ansehen – morgen werden wir in einer Art Therme halten, genannt „Hot Springs“ - wir beladen den Van und fahren los – Endlich, offiziell im Glacier National Park angekommen, machen wir eine Wanderung – viele große Steine befinden sich im Wald und auch einige hohle Bäume - wunderschöne Wildwasserstellen und -quellen – wir machen einen H

alt in einem Tal, umgeben von Bergen – legen uns in die Sonne, essen unsere Lunchpakete und

schauen den Bergziegen zu – nach dieser Auszeit geht es wieder zurück in die Kleinstadt „Whitefish“, wo ein Oktoberfest auf uns wartet - ich habe hier das Gefühl als wäre ich auf dem Haager Volkfest, die Musik, der Duft, die Menschenmenge – alles dem Volksfest in Haag gleich - es ist aber wirklich nur eine kleines Fest, was mich sehr ärgert, sind die Amis, die billige Lederhosen und Dirndln tragen – diese Outfits aber so billig aussehen als wäre es ein Kostüm für Fasching, so übertrieben – für mich, das anzusehen, ist so als würden die Amerikaner sich über uns und unsere Kultur lustig machen, unser Brauchtum, unsere traditionelle Kleidung – nachdem jeder sei

ne kleine Mahlzeit zu sich genommen hat und ich köstlichen, heißen Sauerkraut (hm... lec

ker), sind wir den Rest der Kleinstadt ansehen gegangen -obwohl wir uns im Jahr 2010 befind

en, sind alle Geschäfte und Lokale im Stadtzentrum der Reihe nach aufgebaut, wie man sich eine Kleinstadt aus dem Wilden Westen vorstellt – also die Vorderwand etwas mehr nach oben gezogen, der hintere Teil der Häuser unschön und nicht sonderlich schön gebaut - ich fühle mich bei dieser Stadtrundtour wie ein Tourist, denn ich habe so viel Blödsinn gekauft, was wohl kein Amerikaner jemals selbst kaufen würde - ein David-Crocket-Hut zum Beispiel – wir fahren weiter zum Höhepunkt des Tages: das Fleathead Valley Roller Derby – Das Roller Derby findet in einer Lagerhalle statt, im Flathead County was eher am Land gelegen ist. Dabei handelt es sich um eine Art Spiel, bei der zwei Teams von lasziv und sexy gekleideten 30+ Frauen auf Rollschuhen im Kreis fahren. Das Ziel des Spieles ist, dass jeweils einer aus beiden Teams versucht, die restlichen (die eine

Art Wand darstellen) zu überholen/durchbrechen. Dabei ist es der „Wand“ erlaubt, die Gegnerischen Spieler zu stoßen/schubsen, um sie zu Fall zu bringen, so dass das eigene Teammitglied die Wand durchbrechen kann. Geschieht dies, punktet das jeweilige Team, dessen Goali die Wand als ersters durchbricht. Das Roller Derby ist meine erste typisch-amerikanische Sportveranstaltung, die ich bis jetzt besucht habe. - Wir stehen in einer riesigen Schlange vor dem Eingang – endlich sind wir drinnen angekommen, bekommen einen Stempel – an mir gehen einige Amis mit Dosenbier in den Händen hinein – die Halle ist bereits gut gefüllt – Die Nationalhymne wird eingestimmt – alle Rednecks drehen sich zur Flagge, mit der rechten Hand auf der Brust und 'ne Dose Bier in der linken Hand – außer mir, ich filmte das ganze Spektakel – Ich denke das eigentliche Ziel dieser etwas niveaulosen Veranstaltung ist, dass alle Zuseher Bier trinken und dabei gaffend das Gerempel der sexy angezogenen Damen zusehen und zujubeln – Seth sagt mir, dass dies ei

ne typische Veranstaltung von und für Rednecks ist. - Viel Niveau in dieser Veranstaltung ist nicht zu erkennen. - Bier, sexy, bitchig angezogene Mädls - das perfekte Event für's Perchten Pub ;) - dieses Event ist eine neue Erfahrung – wir fahren zu unserem Kondor zurück – wir schauen noch einen Film und gehen schlafen.


Sonntag, der 17. Oktober: Heimfahrt


wir stehen auf – beladen den Van, räumen das Kondor zusammen un

d treten die 8-stündige Einfahrt an – wir machen einen Stopp bei einem abgelegenen Restaurant – ich bestelle einen Erdbeer Milkshake – wir fahren weiter und machen nach ein paar Stunden einen Zwischenstopp in einer Art Wasserpark genannt Hot Springs – Das Wasser in den Becken ist warm – dies ist der perfekte Abschluss – die T

emperatur draußen ist ziemlich kalt, das Wasser im Becken heiß – es ist richtig entspannend – raus aus dem warmen Becken – eine kleine kalte Luftwatschn kassieren und rein ins Becken mit noch heißerem Wasser – wow – kurz bevor wir weiterfahren, springe ich noch schnell in eine Dampfsauna – 30 Minuten sind vergangen – ich komme aus der Saune, nehme eine kalte Dusche und legte mich draußen auf eine Liege – rundherum unzählige Berge, die Teil der typisch-amerikanischen Landschaft sind – ich fühle mich wie neu gebohren – die Sauna war genau das richtige was ich jetzt brauchte

Dienstag, 5. Oktober 2010

Food

Tja. Ich versuche hier mit diesem Blogeintrag, alles Geschehene der letzten 10 Tage Revue passieren zu lassen. Ich habe in diesen Tagen wieder soviel erlebt, dass ich Tage brauchen würde, um alle Fakten, meine Eindrücke, die kulturellen Unterschiede bzw. Missverständnisse, die zum Teil auch lustig sind, und die erlebten Emotionen nieder zu schreiben und zwar in einer spannenden Art und Weise, die den Leser fesselt oder noch besser den Leser in meine Situation hinein zuversetzen. Nun, ich bin kein guter Schreiberling, die Zeit ist knapp und ich kann mich nicht mehr detailgetreu erinnern, was am Erlebten der vergangenen Tage genau passierte und wie und warum. Ich habe versucht, meine Blogeinträge in auditiver Form zu verarbeiten und online zu stellen, also quasi als Hörbuch oder Podcast, was mir sehr viel Zeit ersparen würde, theoretisch. Leider hört sich meine Stimme in aufgenommener Form viel zu lahm an und ich kann das Erlebte nicht in einer hinreisenden Art wiedergeben, wie ich es mir wünschen würde.

Zum Inhalt meiner Einträge. Keine Sorge ich mache nicht jeden Tag blau, feiere was das Zeug hält und mache Party. Wenn überhaupt, dann nur am Wochenende. Die restlichen fünf Tage der Woche widme ich mich ganz dem Studium und dem Lernen. Es ist einfach nur so, dass das Studieren und Lernen immer das Gleiche ist und ich dabei immer gleich aussehe und mich immer in gleicher Sitzposition auf dem selben Sessel am selben Schreibtisch sitze und ich mich im gleichen Zimmer befinde. Meine Einträge würden sich wohl auf ein paar Sätze und dieses eine Bild reduzieren und für euch Leser würde dieser Blog wohl langweilig werden.

Etwas, was mir hier schon langsam wirklich auf die Nerven geht, ist die geringe Qualität des Essens. Nicht nur, dass in der Cafeteria Tag für Tag, Woche für Woche, immer derselbe Fraß, nämlich Fast Food in allen Variationen, angeboten wird, worüber ich ja eigentlich schon längst hinweg bin und ich einfach aus diesem Angebot, bewusst die gesunden Elemente raus picke. Die Sache, die mich so aufregt, ist, dass ich heute schon zum x-ten Mal verschimmeltes Brot fast verzehrt hätte. Heute hat es mich beim Dinner erwischt, als ich mir zwei Hamburger griff, diese Brotart mit einem Patty drin, ergänzend mit leckeren Zutaten und dann plötzlich, beim heißhungrigen Zubeißen bemerken musste, dass das Burgerbrot verschimmelt war. Also mit eindeutigen, grauen Flecken auf der Außenfläche. Ich war so angepisst. Das ist mir hier nicht zum ersten Mal passiert. Auch beim Frühstück, als ich mir Marmelade auf Toastbrote schmieren wollte, ja, diese Brote waren auch verschimmelt. Ich meine, diese Brote befinden sich in einer Plastikverpackung und das kann man wahrhscheinlich leicht übersehen, was vielleicht noch entschuldbar, aber nicht, wenn das Essen vom Personal zubereitet wird, wie das bei den Burgern der Fall war und einfach verschimmeltes Brot verwendet wird. Ein weiterer Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte war, dass ich in den letzten Tagen in meiner Suppe Teile von einem Gummi-Handschuh fand. Mein Vertrauen in diesen Köchen ist verloren.

Um so mehr freue ich mich, da mir Rebecca angeboten hat, die Küche in ihrem Haus verwenden zu dürfen, wenn ich etwas kochen möchte. Ich plane gerade einen Österreich-Abend in ihrem Haus zu veranstalten, mit einem 4 Gänge Menü von bester, österreichischer Kost, Fritattensuppe, Gartensalat gut gedresst, Schnitzel mit Kartoffelsalat, Apfelstrudel, Austrian Pancakes, begleitet mit gutem österreichischen Bier und einem Kreislauf-anregenden Apparativ nach der schweren Kost. Wenn euch in puncto österreichischer Esskultur etwas einfällt, was ich hier machen könnte, dann seid so gut und lasst es mich wissen, ich freue mich über jede Idee und auch Rezepte. Dazu meine Mail-Adresse frechi@gmx.at. Es wird wohl Wochen dauern, um alle Zutaten aus dem Überfluss an Lebensmittel , der im Walmarkt geboten wird, zu finden, aber das ist es mir absolut wert. Leider habe ich hier noch nirgends österreichisches Biergut gefunden. Daher werde mich diese Woche mit dem Manager von einem „Liquor Store“ unterhalten und die Möglichkeiten erfragen, um Bier aus Österreich in die USA zu importieren. Wenn es preislich gesehen im Rahmen bleibt, dann werde ich mir ein paar Bier für diesen Österreich Abend und eventuell, privat einen kleinen Vorrat für besondere Anlässe zulegen ;). Ein paar Wieselburger wären ein Traum, aber mal sehen, wie es läuft. (würde mich auch über diverse Zusendungen freuen :P)


Samstag, der 25. September: Toga Party im Snow Creek

An diesem Samstag ist das gesamte Ski Team nach Red Lodge gefahren, um gemeinsam auf die Toga Party ins „Snow Creek“ zu gehen, was schon seit Jahren das Stammlokal des Ski Teams ist. Stammlokal deshalb, weil das Ski Team nach einem Training in den Bergen von Red Lodge oftmals in dieses Lokal einkehrt. Jemand mietete in der Motel Anlage „The Jodler“ ein Zimmer, wo wir alle zusammen kamen und unsere Toga's anlegten und unsere Stimmung für die Toga Party auf Hochtouren brachten. Auf dem ersten Bild seht ihr Ty mit mir, Ty ist gefahren. Während die Anderen direkt ins Snow Creek gegangen sind, bin ich noch kurz in das Lokal gegenüber, genannt „Natalies“, gegangen, wo ich Andrew und Sebastian traf. Die Gäste im Lokal sahen etwas verwundert, weil ich ein Toga an hatte. Nach einiger Zeit sprachen uns die ersten Leute darauf an und unsere Runde wurde größer, wie man am zweiten Gruppenbild sehen kann. Danach gingen wir ins Snow Creek, wo ich verwundert merken musste, dass es sich gar nicht um eine Toga Party handelte, sondern um eine Piraten Party. Nichtsdestotrotz hatten wir alle verdammt viel Spaß und nach einiger Zeit erinnerte nur noch ein Piratenkopf (zu sehen auf dem Bild) auf der Wand daran, dass dies mal eine Piratenparty war. ;P Wir hatten an diesem Abend das Thema der Party zu unserem gemacht. Hier nochmals ein Gruppenfoto mit mir, Andrew, Sebastian und Kristine. Das letzte Gruppenfoto entstand kurz vorm heim gehen.

















Sonntag, der 26. Septembe r: BBQ bei L ee's Nachbarn

Am Sonntag wurde ich von Sebastian und Lee zu einem BBQ bei Lee's Nachbarn eingeladen. Das Besondere war, dass die Ehefrau dieser Familie aus Deutschland kommt und schon 16 Jahre hier in den USA lebt. Ihr Name ist Sonya und gibt hier Deutschunterricht in einer sogenannten Home School. Das bedeutet, dass ihre Familie ihre eigenen Kinder unterrichtet, meistens in Kooperation mit den Nachbarn, so dass jeder Nachbar sich um ein entsprechendes Fach kümmert und lehrt. Diese Art von Schule ist in Amerika weit verbreitet, weil einige Leute hier an der Qualität und Identität der Public Schools zweifeln. Ich hatte eine großartige Zeit dort, mich mit Sonya und all den anderen Verwanden gut verstanden, leckeren Apfelstrudel gegessen, mit den Kindern Fußball gespielt und Kontaktdaten ausgetauscht. Danach zeigte Lee mir und Sebastian noch stolz sein gut-designtes Anwesen und berichtete stolz vom Architekten, der jetzt eine Berühmtheit ist. Den Namen des Architekten hab ich leider vergessen.






Dienstag, der 28. September: Dinner im Texas Road House

Um vor Sebastian's Abreise am Donnerstag noch mal gemeinsam etwas zu unternehmen, haben wir beschlossen in einem typisch-amerikanischen Restaurant zu dinieren. Das Texas Road House, wie auf dem Bild zu sehen ist. Dort waren eine Menge Cowboys mit typischen Cowboyhüten und Cowboystiefel. Ich hatte ein leckeres Steak.










Mittwoch, der 29. September: Abschiedsparty für Sebastian (in einer Villa)

Dieser Abend war eine einzige Katastrophe. Sebastian verbrachte hier in Billings 6 Wochen, um ein Praktikum beim Gericht zu absolvieren. In diesen 6 Wochen lernte er Unmengen von Leuten kennen und auch anscheinend ein paar Reiche. Einer dieser Snobs schmiss für Sebastian an diesem Abend eine Abschiedsparty in seiner Villa auf den Rims. Dieser Freund ist beruflich ein Tennislehrer und scheint richtig viel Kohle zu haben, denn diese Villa war einfach unglaublich anzusehen, mit einer hervorragenden Lage und wunderschönem Blick über die ganze Stadt Billings. Sebastian schwärmte von dieser Party und beharrte darauf, dass ich, Christina und Andrew ebenfalls kommen sollen, weil er schon öfters auf anderen Partys mit diesem Freund war. Er erwartete sich eine gleichartige Abschiedsparty. Dazu lud er auch mich, Christina und Andrew ein und ich konnte auch andere College Kollegen mit auf diese Party bringen. Ich schwärmte also wie Sebastian vor meinen Kollegen von dieser großartigen Party, der riesigen Villa, dem super Ausblick, den vielen Leuten, dem Pool, und deklarierte dies als eine einzigartige Gelegenheit, die man nicht immer hat. Meine Kollegen freuten sich, wie auch ich, schon den ganzen Tag auf diese Party und am Abend war es soweit. Wir machten uns fertig (siehe Foto) und waren bereit, bereit um zu feiern. Dort angekommen gingen all unsere Erwartungen in Luft auf, denn es waren gerade mal eine handvoll Leute da, alle über 30 Jahre alt, eine etwas gehobene Gesellschaft, mit Jazz Musik im Hintergrund. Ein paar von meinen Studienkollegen hatten einfach simple Kleidung an, wie z.B. Jeans und Kapuzenpullover. Sie fühlten sich sichtlich unwohl in dieser Umgebung. Langsam bildeten sich zwei Gruppen, die jeweils im Kreis standen und unter sich blieben. Die Upper-Class Leute und abseits davon meine College Studenten, beide passten überhaupt nicht zusammen. Keiner sprach mit den anderen, ein Versuch von mir beide Gruppen einander vorzustellen scheiterte. Es war einfach schrecklich und eine schlechte Stimmung in der Luft. Die meisten meiner Freunde fuhren nach einer halben Stunde wieder nach Hause. Ich blieb mit Andrew bis zum Schluss, da ich mich mit Sebastian und mit den anderen Gastgebern gut verstand. Es war für mich ein interessanter Abend, jedoch hatte ich ein schlechtes Gefühl, weil ich meine Studienkollegen eine dermaßen falsche Erwartungshaltung eintrichterte. Hier noch ein kleines Gruppenfoto mit mir, Kristine und Sebastian auf dieser Party.


Freitag, der 1. Oktober: Party at Bjorn's Appartment

Heute fuhr ich das erste Mal mit einem Auto in Billings herum, was für mich der absolute Hammer war und mich mit diesem Gefährt wie in Österreich zurückversetzt fühlte. Ich lenkte einen VW GTI 1.8t with a k04 turbo and an intercooler, manueller Gangschaltung, mit eingebauter Bassanlage und derber Techno/House-Musik, ich kurbelte das Fester runter, setzte meine Sonnenbrille auf, fuhr die Anlage hoch, drehte die Musik auf und cruiste lässig durch die Stadt Billings. An dieser Stelle Grüße an das Perchten Pub. Dieser Volkswagen gehört Grant. Grant studiert ebenfalls Informatik, hat eine Freundin in Tschechien ;) und ich helfe ihm manchmal mit dem Stoff im Unterricht, wenn er sich nicht auskennt. Ich kann mir sein Auto ausborgen, wenn ich es brauche. Das wäre kein Problem, meinte er. Ich finde das super. Am Abend war in Bjorn's Apartment in Rimview eine kleine Party. Dort spielten wir Bier Pong, trugen Ski Helme und feierten ein bisschen. Auf eine verrückte Idee kamen wir, als gestern ein Mitbewohner auszog und in Bjorn's Apartment nun ein Zimmer frei ist. Wir diskutierten, was wir mit diesem leeren Zimmer machen könnten. Einen Tanzraum mit Diskokugel oder ein Kuschelraum einrichten, Ideen wurden herum jongliert bis irgendwann das Wort „Jacuzzi“ fiel. Bjorn war dieser Idee dermaßen angetan, dass er gleich los fuhr und sich auf die Suche nach einem Swimming Pool für diesen Raum machte, um am selben Abend eine Poolparty veranstalten zu können. Diese Idee ist echt verrückt, was das Ganze wiederum legendär macht, wenn sie wirklich umgesetzt wird. Bjorn konnte „leider“ nichts finden, also blieb es bei einer normalen Party ohne Pool. Es war trotzdem lustig. Ich denke, er wird sich dennoch ein aufblasbares Becken aus dem Internet bestellen. Bin schon gespannt, wie es dann weitergeht.

















Samstag, der 2. Oktober: House Party at Shamrock

An diesem Tag fand auf unserem Campus wieder ein Football Spiel statt, was aber komplett an mir vorbei ging. Unser Team verlor leider mit 45:55. Eine fette Party im Football-Haus stand aber trotzdem nichts im Wege. Ich ging an diesem Abend zu einer Hausparty at Shamrock (im Ski-Haus). Es war sehr schön, viele Leute sind gekommen und es wurde viel Beer Pong gespielt (siehe Foto). Ich fuhr dieses Mal ziemlich früh nach Hause mit Dave und seinen Leuten (siehe Gruppenfoto im Auto). Als ich im Apartment ankam, warteten bereits meine Mitbewohner auf mich. Sie waren ziemlich betrunken und laut. Auf die Frage, warum sie schon so bald daheim waren, sagten sie mir, dass auf der Football Party die Cops aufkreuzten und der Party ein schnelles Ende bereiteten. Nachdem alle nach Hause fahren wollten, passierte sogar vor dem Football-Haus ein Autounfall, bei dem zwei Autos zusammenkrachten.

Ich chillte mit meinen Mitbewohnern noch so bis ca. 3 Uhr. Ging aber dann schlafen, da sich am nächsten Tag das gesamte Ski Team einem körperlichen Eignungstest unterziehen mussten.

















Sonntag, der 3. Oktober: Live Jazz at Walkers

Heute war ein Physical Assessment in Red Lodge für das gesamte Ski Team. Auf Deutsch wir absolvierten dort Tests, um die körperliche Fitness festzustellen. Dazu wurden verschiedene Übungen gemacht wie z.B. Box springen, Hochspringen, ein sogenannter Beep-Test (in der Halle in und her laufen, bis zum umfallen) usw. .Am gleichen Abend ging ich es ruhiger an und fuhr mit Andrew ins Walkers, einem feinen Lokal in Downtown, wo an diesem Abend eine Live Jazz Band spielte (siehe Foto). Dieses Lokal war sehr fein eingerichtet und servierte sogar Österreichischen Wein, der sich in seiner Preisklasse weit über der meiner Geldbörse befand. Wir blieben für einen Drink und fuhren dann wieder zurück.











Hier noch ein aktuelles Gruppenfoto mit Anton und Laura in meinem Zimmer.









Und ich habe es endlich geschafft ein Eichhörnchen mit meiner Kamera einzufangen. Hab sogar ein Video gedreht.











Best Regards,
Peter Frech

Freitag, 24. September 2010

Germania

Also diese Wochenende war der Hammer und die Geschehnisse voll von Zufällen gespickt.

Am Freitag fand in Cade's Haus wieder eine Party statt. Anfangs etwas lahm, aber doch a gmiatliche Runde zu neunt, spielten wir abwechselnd Beer Pong. Dies war recht unterhaltsam, neigte sich aber so gegen 10 Uhr dem Ende zu. Diesem Zustand der Party wurde ein Ende gesetzt als Diem kam und die geniale Idee hatte, einfach Leute per Auto auf unsere Party zu holen. Gesagt, getan. Wir schnappten uns also zwei Autos und fuhren direkt zu jenen Studentenheimen am Campus, in denen all die Freshmen and Sophmores wohnen. Alles ging sehr schnell. Am Parkplatz vor den Heimen angekommen, sprangen wir aus dem Auto und setzten unsere Aktion um, indem wir an beinahe jeder Tür klopften, die Hinweise auf weibliche Bewohner in Form von Namensschildern lieferte, und versuchten die Bewohner zu überreden auf unsere Party zu kommen. Immerhin war es Freitag Abend. A: „Wie kommen wir dorthin, keiner von uns hat ein Auto?“ - B: „Kein Problem, ihr könnt mit uns mitfahren, wir sind mit zwei Autos hier;)“. Es war herrlich. Wir lernten viele neue Leute kennen und konnten einige weibliche Gäste für unsere Party gewinnen. Zurück in Cade's Haus war die Party bereits voll im Gange, da in der Zwischenzeit einige andere Freunde eingetroffen sind, die per SMS noch eingeladen wurden. Wir hatten gute Musik und eine bomben Stimmung.

Zu den beiden Bilder hier weiter oben. Das ein ist ein Bild über das Football Feld zu den Bergen hier in Billings. Das zweite Bild zeigt den Unterschied der Dimension eines typisch europäischen Autos und einem typisch-amerikanischen Truck. Und glaubt mir, hier fährt fast jeder so einen Monster-Truck. Und der schnittige Fort-Mustang ist hier auf den Parking Lots auch nicht unbedingt eine Seltenheit.


Am Samstag hatte ich die Gelegenheit ein Symphonie Konzert im Alberta Bair Theater zu besuchen. Wiedermal kam es zufällig dazu, dass ich überhaupt von diesem Konzert erfahren habe, da ich ja eigentlich andere Pläne für diesen Abend hatte. Nämlich mit Dave, der seinen 21. Geburtstag hatte, und einigen anderen aus dem Ski Team in die Stadt fort zu gehen. Ich spielte einige Minuten hin und her und entschied mich dann spontan auf das Konzert zu gehen. Den Dresscode auf Leger gewechselt und 15 Minuten später wurde ich bereits von Ali abgeholt. Der Eintritt machte ungefähr 11 Dollar aus, was aber absolut sein Geld wert war, da das Konzert ein wirklich tolles Ereignis war. Der erste Violinist kam auf die Bühne und ergänzte das Orchester, blickte zu seinen Kollegen und stimmte das ganze Orchester mit einem Ton an. Das Orchester folgte, was wir ja bereits aus den Konzerten der Stadtkapelle oder des Jugendblasorchesters kennen. Was mir zum wiederholten Mal besonders aufgefallen war, aber in den USA wohl als patriotische Selbstverständlichkeit gilt, war das Spielen der Amerikanischen Nationalhymne am Anfang des Konzertes. Ebenso bei dem letzten Football Spiel am Campus als auch bei allen anderen sportlichen Ereignissen, auf denen ich bereits war, wurden die Spiele jedes Mal mit der Nationalhymne eingestimmt. Ich saß in der ersten Reihe ganz links (wirklich ganz, ganz links), aber dafür direkt vor einer riesigen Amerikanischen Flagge. Die Sicht auf die Bühne war miserabel, was ich damit Begründe, da mehr Rücken und Gesäße als freundliche Gesichter mir zugewandt waren. :p Das Besondere an diesem Konzert war die Tatsache, dass das Orchester sein 60 jähriges Bestehen mit diesem Eröffnungskonzert zelebrierte und die berühmte Solistin, Jennifer Frautschi, für zwei Stücke das Orchester beehrte. Für Musikinteressierte, bei den beiden Stücken handelte es sich um“Palladio Suite – Allegretto“ von Karl Jenkings und um Piotr Tchaikovsky's „Violin Concerto in D major, Op. 35 - Allegro moderato, Canzonetta: Andante und das Grand Finale: Allegro vivacissimo“. Frautschi stand vorne auf der Bühne neben der Dirigentin und gab wunderschöne Solis zum Besten. Ich bekam beim Zuhören eine Gänsehaut. Bereits nach dem ersten Stück wurde sie mit Standing Ovations gepriesen. Meine Begeisterung war so groß, dass ich neben lauten Klatschern auch noch gejubelt habe. Wie der Zufall so wollte, dürfte ich mich dabei in der Reihe hinter uns bemerkbar gemacht haben. In der Pause habe ich zu meinen Leuten gesprochen, wie toll ich das Konzert fand usw., als mich plötzlich ein älterer Herr aus der Reihe hinter uns fragte, woher ich denn komme. Ich antwortete „I am from Austria.“. Er blickte etwas erstaunt und sagte, dass sein Begleiter, der neben ihm stand, aus Deutschland komme. Ich war so was von Erstaunt und begann sogleich mit dem Deutschen, dessen Name Sebastian war, mich auf Deutsch zu unterhalten. Boah, ich kann euch sagen, dass das genau das war, was ich nach beinahe einem Monat in den USA brauchte. Nämlich mich mit einem Landsmann hier in den USA, weit weg von daheim, auf Deutsch zu unterhalten. Naja, sagen wir mal mit einem Landsmann aus zumindest sprachlicher Hinsicht/Ebene. Diese Begegnung an diesem Abend war so was von einer Überraschung. Lee, der ältere Herr, ist sozusagen der Gastvater hier in den USA für Sebastian, der sich hier für 6 Wochen aufhält, um eine Art Praktikum für sein Studienfach in Deutschland zu absolvieren. Ein Rechtswissenschaftler, übrigens.


Wo ein Deutscher, da auch eine ganzer Rudel von Deutschen ;). Übertrieben gesagt. Durch die kurze Unterhaltung mit Sebastian in der Pause des Konzertes konnte ich erfahren, dass deren (er und Lee) Pläne für den Sonntag ein Treffen mit zwei eingewanderte Pärchen aus Deutschland war. Das Treffen sollte in einer Brauerei stattfinden, dessen Besitzer übrigens ebenfalls Deutscher ist. Sebastian lud mich zu diesem Treffen ein und bevor ich und meine Leute im Konzertsaal zu den besseren Sitzen wechselten, tauschte ich noch schnell mit Sebastian die Handynummer aus.

Das Bild hier rechts zeigt übrigens den künstlich angelegten Teich in Lee's Garten. Lee war/ist ein Arzt und hat ein riesiges Anwesen. Wunderschön sein Grundstück und das Haus. Wir haben Lee nach dem Treffen nach Hause gebracht, weil er etwas müde war.

Ich hatte an diesem Abend wohl einen unwahrscheinlichen Wahrscheinlichkeitsdrive. In einer Kleinstadt, wie Billings, irgendwo im nirgendwo von Amerika, einen Deutschen zu treffen ist eher unwahrscheinlich. Am nächsten Tag, am Sonntag in der Früh, traf ich zufällig Christina, das Mäderl aus Deutschland beim Frühstück in der Cafeteria. Ich erzählte ihr von dieser unwahrscheinlichen Begegnung und dass ich eingeladen wurde, mit zur Brauerei zu fahren, um die anderen Deutschen kennen zu lernen. Christina hasste mich dafür, da sie viel zu tun hatte, aber unbedingt mit kommen wollte. Sie ist bereits seit 2 Jahren in Billings und hatte bis jetzt noch keinen anderen Deutschsprachigen getroffen, was wohl eine Bestätigung für diese Seltenheit ist. Ich telefonierte also mit Sebastian und es schien kein Problem zu sein, Christina und ihren Freund Andrew ebenfalls mit zur Brauerei zu nehmen. Um halb2 holte uns Lee mit Sebastian am Beifahrersitz ab und wir los in Richtung Red Lodge.


Die Brauerei selbst steht mitten in der Pampa, umgeben von Weiden und Bergen. Ein schöner idyllischer Anblick. Wir gingen in die Brauerei und ich fühlte mich wie in einem typischen Wirtshaus in Österreich. Die Einrichtung war in einer Art und Weise urig eingerichtet, wie ich es aus urigen Beisln bei uns zu Hause gewohnt war. Der Besitzer der Brauerei war zwar nicht anwesend, aber draußen saßen bereits 2 Paare älteren Jahres, ich schätze mal über 60, die beiden Damen kamen aus Bayern-München und sind in den USA immigriert. Einer der älteren Herren kam aus der Schweiz und der zweite ältere Herr ist zwar in den USA geboren, hat aber österreichische Wurzeln und war in einer Tracht gekleidet. Wir unterhielten uns herzhaft, natürlich auf Deutsch und ich konnte sogar meinen Dialekt raus hängen lassen, da die beiden Damen ja ebenfalls im Dialekt sprechen konnten. Sie erzählten ziemlich interessante Storys, wie sie in die USA gekommen sind und warum sie geblieben sind. Eine Dame war auf der Hochzeit ihrer Schwester in den USA und lernte einen Schweizer kennen. Liebe auf den ersten Blick. Und so weiter, sie blieben. Mir hat dieses Treffen sehr gefallen und ich denke auch Christina hatte gefallen daran, mal wieder mit Deutschen in ihrer Muttersprache zu sprechen. Übrigens, mir ist aufgefallen, während ich mich mit diesen Leuten auf Deutsch unterhielt, dass ich mir bereits jetzt schon (nach einem Monat) schwer tue Deutsch gerade aus mir heraus zu sprechen. Damit meine ich, dass mir immer wieder englische Begriffe in meine deutschen Sätzen rein rutschen, was wohl daran liegen könnte, weil ich bereits voll auf das englischsprachige Umfeld hier eingestellt bin und ich Umdenken muss, wenn ich Deutsch sprechen möchte. Des is irgendwie ein komisches Gefühl.


Nächste Woche haben wir eventuell die Möglichkeit die Hutterer zu treffen. Das sind Amish People die ihre Wurzeln aus Österreich (16 Jahrhundert herum) haben und vor mehr als 200 Jahren in die USA kamen. Dies Menschen sprechen ein 200 Jahre altes Österreichisch bzw. Deutsch im Dialekt. Das wäre für mich wie eine Zeitreise in ein Österreich mehr als 200 Jahre zurück. Denn nicht nur dass sie ihre Sprache bewahrt haben, auch ihre Lebensweise ist dieselbe wie vor 200 Jahren. Geplant war das Treffen dieses Wochenende, aber die Dame hat sich bis jetzt noch nicht gemeldet. Aber vielleicht kriege ich trotzdem im Laufe meines Aufenthaltes hier in den USA die Gelegenheit die Hutterer zu besuchen.

Mann, Leute. Diese Woche war sehr (zeit-)intensiv für mich. Ich hatte unglaublich viele Hausübungen auf und hatte zusätzlich am Donnerstag ein Exame. Es war ein gutes Gefühl, nach dem Exame. Ich ging Longboarden und war auf einer netten Geburtstagsfeier eingeladen. Es war nett. Für morgen (Freitag) steht eine große Hausparty in meinem Kalender notiert. Am Samstag werden fast alle vom Skiteam nach Red Lodge fahren zur Toga Party im Snow Creek(= eine Lokal oda so). Red Lodge ist ein kleines, verschlafenes Dorf am Fuße der Berge in Red Lodge und nicht besonders viel los außerhalb der Ski-Saison. Aber am Samstag, wenn über 30 Toga-tragende Ski-Fahrer kommen, werden auch alle anderen vom Dorf zu dieser Toga Party kommen. Laut Erzählungen spricht sich das herum, wenn die Leute vom RMC Ski Team auf der Party sind bzw. wir selbst die Party sind und dass des the craziest Party ever wird. I don't know. We will see. Und Ja, ich werde auch eine Toga (= http://kismetsevenseas.savvywebstrategy.com.s3.amazonaws.com/wp-content/uploads/2009/06/steve-toga-dance-2.jpg) tragen. Man darf gespannt sein. Ich werde auf jeden Fall alles auf meiner Kamera festhalten.

Also, beste Grüße nach Österreich

euer Peter

Sonntag, 12. September 2010

Women's Soccer

Olle's Geburtstag am Freitag war wieder mal ein Ereignis der Superlative. Wir kamen alle so um 7Uhr im Shamrock zusammen und spielten draußen im Garten ein bisschen Volleyball, aßen Maiskolben, grillten HotDogs und Burgers, spielten Beer Pong und hatten eine gute Zeit. Um 8:50 Uhr versammelten wir uns alle im Haus und warteten bis Olle um 9 Uhr nach Hause kam. Harald war mit Olle zuvor in einer Bar unterwegs. Das Geniale an der ganzen Sache war, dass Olle nichts von einer Party für ihn wusste. Überraschung! Um 9 Uhr waren alle still, Lichter wurden abgedreht, es war so leise, dass wir ihn draußen noch mit Harald reden hörten, er öffnete die Tür, kam herein und plötzlich, das Licht wurde aufgedreht, sowie die Lautstärke der Stereo Anlage und alle schrien „Happy Birthday!!!“. Eine tolle Atmosphäre.











Gestern (Samstag) sah ich mein erstes Football Spiel hier am Campus. Die Rocky Bears gegen die Montana Western. Ich habe zwar keine Ahnung von diesem Spiel, aber es war lustig anzusehen, wenn alle Spieler am Spielfeld zusammenstießen. Einige vom Militär waren da, die etwas Promotion betrieben und während des Spieles, mit einem Gewehr T-Shirts in die Menge schossen. Sobald ein Touch Down gemacht wurde, tanzten die Cheerleader auf, rannten wie Hühner in einer Reihe in die Mitte des Spielfeldes und machten Liegestütze. Insgesamt waren die Cheerleader (für mich als nicht Kenner des Spiels) eine einzige Lachnummer. Sie standen zum Publikum gerichtet und schrien dauernd „Go, Rocky, Go!“, hielten Tafeln hoch mit der Aufschrift „Make some noise!“ und versuchten während des Spieles das Publikum zu animieren, lauter zu jubeln die Rocky Bears mehr anzufeuern. Die Kunstfiguren der Cheerleader waren auch etwas komisch anzusehen und so wie ich das beurteilen kann, gingen die paar Cheerleader in der Menge komplett unter. Das Spiel bekam die ganze Aufmerksamkeit. Die Rockys haben bis jetzt jedes Spiel verloren, aber dieses Mal war es umgekehrt. Sie gewannen mit 33:31, was ein knappes Ende war und bis zum Schluss wirklich spannend.


Am selben Tag am Abend sah ich mir mit einigen Freshmen einen Drive-In Movie an. Dabei handelt es sich um ein typisch-amerikanisches Open Air Kino, wie man es vielleicht aus Filmen kennt, wo man mit dem Auto im Freien steht, vor einer riesigen Leinwand und sich den Film ansieht. D'Jean ist im Besitz eines riesigen Trucks (der Marke Dodge), was bei uns in Europa eher einem Monster-Truck gleichkommt. Mit diesem Truck fuhren wir zu diesem Open Air Kino und stellten uns verkehrt zur Leinwand, also mit dem Truck in verkehrter Richung zur Leinwand. Mit Schlafsäcken und Decken machten es wir uns der Ladefläche des Trucks gemütlich und lauschten über das Radio des Trucks den Ton des Filmes.







Es scheint wohl im Ski Team Tradition zu sein, bei jedem Women's Soccer Spiel zu cheerleaden, also die Fahne des RMC schwingen, trommeln, sich selbst per Bodypainting mit „Go BEARS“ bemalen und immer zu laut „Go bears“ grölen. Kurz um, einfach das Team anfeuern. Ich war bei dieser Aktion bis jetzt 2x dabei, was immer voi die Gaudi war. Solche Aktionen gehen immer hektisch her. Beispielsweise heute (Sonntag), ich stand so um 10 Uhr auf und bekam auch gleich einen Anruf von Carsen, ob ich bei dieser Aktion dabei bin, ich sagte ja, ging duschen und dann an meine Hausübungen. Um 11 Uhr ging ich zum Brunch. In der Cafeteria angekommen und kaum mit der Suppe angefangen, kam Ty hereinspatziert und sagte "Hey man, let's go to the Soccer Game. Carsen is waiting for us.". Die Suppe schnell ausgelöffelt und den Kuchen noch schnell runtergewürgt und schon ging es ab zum Parking Lot. Dort wartete bereits Carsen mit seinem Auto, wir stiegen ein und fuhren direkt zum Walmarkt, wo wir uns Bodypainting Farben kauften. Danach ging es zum Shamrock, wo wir noch schnell Swedish Pancakes (= Palatschinken in Österreich) aßen. Die nächste Zusammenkunft war dann in A.J.'s Wohnung, wo wir unsere Körper bemalten und gleich darauf in der zweiten Spielhälfte des Women's Soccer Spieles auf marschierten ... mit Gebrüll und Trommel. Die Rockys gewannen (natürlich dank unserer tatkräftigen Unterstützung) mit 1:0. Ein positiver Nebeneffekt von diesen Aktionen ist, dass wie uns als Ski Team bei den Soccer Ladies beliebt machen und sie dann zu unseren House Partys kommen *fetter Grinser*.


Weil grade in diesem Moment ein Kaninchen an meinem Fenster vorbei gehoppelt ist. Hier auf dem Campus tummeln sich viele Oachkatzerln und auch Kaninchen herum. Ist irgendiwe ein ungewohntes Bild den Campus mit diesen Tierchen zu teilen, was jedoch liab anzusehen ist.


Bis jetzt war das Wohnzimmer im Apartment ziemlich leer und nur mit m einem Longboard etwas gefüllt. Dies hat sich heute geändert, denn es sind meine beiden anderen Mitbewohner eingezogen. Die Beiden haben ca. 10 mal soviel mitgebracht wie ich. Das Wohnzimmer ist vollgeräumt mit

Zeugs, wie z.B. einem Flachbildfernseher, Ventilatoren, unzähligen Haushaltsgeräten und so weiter. Beide sind im Football-Team und scheinen ziemlich lässig zu sein. Mit denen verstand ich mich auf Anhieb und ich glaube, dass das Wohnen mit ihnen ziemlich leiwand wird. Meine Arnold Schwarzenegger Poster sind auch gut angekommen und hängen jetzt an ehrwürdigen Plätzen. Eines im Wohnzimmer und das Andere im Klo.

Das Programm für diese Woche sieht vor: Training mit dem Ski Team. Präsentation in "Parallel Processing" am Dienstag. Erstes Exam in "Computer Networking" am Donnerstag. Also viel zu tun.

Best Regards nach Österreich,
Peter Frech

Freitag, 10. September 2010

Campus

Letztes Wochenende war wieder mal der Hammer. Am Samstag bin ich mit einigen vom Ski Team und dem Coach selbst zu einem See gefahren. Die Fahrt ausgehend vom Campus dauerte ungefähr eine Stunde und führte uns durch die Prärie Montana's. Riesige Weiden und Wiesen, vereinzelte Bauernhöfe, in der Einöde grasende Büffel und Pferde und entlang der ewig-geraden Straße ein typisch-amerikanischer Horizont bestehend aus Hügeln und typisch-amerikanischen Gesteinsformationen. Der See selbst war irgendwo im Nirgendwo, aber umgeben von wunderschönen, typisch-amerikanisch aussehenden Hügeln und Weiden. Wenn ich darüber nachdenke, dann war es wohl eher eine große Wasserpfütze mitten in der Prärie. Eine nette Begegnung waren die grasenden Kühe, die uns herzlich begrüßten und die ich natürlich gleich wieder fotografieren musste. Als wir ankamen, waren natürlich auch schon andere Leute da, die bereits ihre Zelte aufgebaut hatten, aus deren Auto bereits Country Musik dröhnte und ihre Boote und Jet Skis bereits ins Wasser gelassen worden waren. Der Coach kam mit seinem Pickup und hatte auf der Ladefläche 2 kleine Jet Ski mit und im separaten Anhänger sein Motorboot hinterher ziehend. Das Wetter war perfekt, keine einzige Wolke am Himmel. Wir bauten die Campingstühle auf, griffen uns ein kühles Bier und entspannten uns unter strahlendem Sonnenschein. Abwechselnd fuhren wir mit dem Jet Ski (das andere Jet Ski war defekt) auf dem See herum. Ich war grottenschlecht und konnte mich nur schwerlich auf diesem Ding halten. Stehend ging mal gar nichts, dafür hatte ich einfach die Balance nicht, jedoch konnte ich nach einigen Anläufen auf den Knien herum düsen, was viel Spaß gemacht hat. Natürlich habe ich mir wieder an gescheiten Sonnenbrand geholt und bin auf ein mit Spitzen abstehenden Wirbelsäulenteil von irgendeinem Tier (siehe Foto) getreten, was höllisch weh getan hat. Aber keine Sorge, ich bin okay und wohl auf ;). Am späten Nachmittag machte der Coach dann einen kleinen Trip mit dem Motorboot. Da nicht alle auf das Boot passten und jemand auf die Sachen aufpassen musste, mussten die „Neuen“, das waren Ich und 2 Andere am Land bleiben. Wir hatten aber mit dem Jet Ski trotzdem unseren Spaß. Das Wetter änderte sich als die Anderen wieder zurück kamen ziemlich schnell zu einem Schlechtwetter. Wir packten also unsere Sachen und fuhren wieder zurück nach Billings. Auf dem Weg hielten wir auf einer, ja genau, typisch-amerikanischen Tankstelle mitten in der Einöde. War nett.
















Am selben Tag stand als Abendprogramm wieder eine Hausparty an, dieses Mal in Cade's Haus. Diese Party war der Hammer, denn ich brachte den Amis ein paar Prost-Sprüche bei und auch österreichisches Trinkgut. Ich fuhr aber dann mit Christina und ein paar anderen Leuten zu einer anderen Hausparty etwas weiter weg.






Ich bin jetzt schon seit einigen Wochen in den USA und habe mich auf dem Campus schon sehr gut eingelebt. Die Möbel in meinem Zimmer sind nach meinem Geschmack umgestellt, das Bett tiefer gelegt, mein Schreibtisch neben dem Fenster positioniert und ready-to-study und meine Arnold Schwarzenegger Poster aufgehängt. RMC-Sportshorts und Laufschuhe sind gekauft, sowie ein warmer RMC-Pullover. Weiters bin ich seit neuestem stolzer Besitzer eines Longboards. Anfangs noch etwas wackelig drauf, bin ich jetzt schon soweit, um lässig von meinem Apartment zum Morledge-Kimball Hall auf der anderen Seite des Campus zu cruisen (siehe Video). Ich spare mir damit geballte 10 Minuten Gehzeit! Mal abgesehen davon ist hier in Billings mein Longboard ein vorteilhaftes Fortbewegungsmittel und absolut berechtigt in seiner Existenz, da hier alle Häuser und Plätze einfach weiter auseinander liegen und ich schneller von Punkt A nach Punkt B gelangen kann. Die Straßen bzw. Gehsteige sind optimalst zum longboarden geeignet.











Das Bild hier rechts unten zeigt den Eingang der Rimview Hall. Die Rimview Hall ist ein großes Gebäude, worin sich mein Appartment befindet. Anders als bei der Anderson Hall oder Widenhouse, wo eine Art Rezeption auf einen wartet und eine Unterschrift verlangt, wenn man nachts hineinwill oder jemanden mitnehmen möchte, kann man hier in Rimview ein und aus, wie man will. Das Bild zur Linken zeigt den Innenhof des Rimview Gebäudes. Wunderschön anzusehen und bei sonnigen Tagen super geeignet, um mit Freunden gemütlich auf ner Bank zu sitzen.

Das Bild hier unten zeigt mich in meinem Zimmer.
















Letztens bin ich mit Bjorn abends auf einer bergarbgehenden (downhill) Straße (siehe Bild rechts) longboarden gewesen, was ich aber in Zukunft lieber lassen werde, da ich mich bei zu hoher Geschwindigkeit nicht darauf halten kann geschweige denn erst mal das Bremsen beherrschen muss.

Anfang dieser Woche begann das Training, auch "Practice" genannt, für das Ski Team. Dabei treffen wir uns jeden Tag unter der Woche, um zusammen zu trainieren. Montags, Mittwochs und Freitags steht Dry Running auf dem Plan, was soviel bedeutet wie ein paar Runden um den Campus zu laufen und danach Zirkeltraining. Dienstags und Donnerstags steht Gewichte heben im Fitness-Raum auf dem Plan. Jedes "Practice" dauert um die 2 Stunden und es werden vorallem die Oberschenkel trainiert, die ja beim Ski-fahren immens wichtig sind. Alles im Allen macht das Training mit dem Ski Team Spaß, man motiviert sich gegenseitig, lernt sich besser kennen und wächst zusammen.

Hier auf dem College bekommen die Studenten jede Menge Service geboten.Es gibt eine Bibliothek, wo man sich auch DVDs und Videos ausleihen kann, ein Cafe, eine Schwimmhalle, mehrere Sporthallen, mehrere Fitness-Räume, Fußball- sowie Footballfeld, Volleyballplatz, mehrere Gemeinschaftsräume mit Billiardtischen, Klavieren, Fernseher, Laundry Rooms, das sind Räume mit Waschmaschinen und Wäschetrockner,usw.

Ich war schon in einigen Bars hier in Billings. Am merkwürdigsten war das „Wild West“, dabei handelt es sich um ein beliebtes Tanzlokal dekoriert im Stil des Wilden Westens und natürlich mit einer Menge Country Musik. Der Dresscode in diesem Laden lautet: Cowboy Hut, - Stiefeln und Flanell Hemd. Ab und zu wird auch gute, alte House Musik aufgelegt, bei dem ich auf der Tanzfläche voll abgeh. Jedoch wird meiste Zeit wird Country gespielt.Aus meiner Sicht ist es sehr beeindruckend, was die Einwohner auf der Tanzfläche zu bieten haben. Schnelle, Spritzige Bewegungen, sich um den Arm drehende, durch Beine rutschende Mädels, Line Dance, wo sich alle auf der Tanzfläche in einer linienartigen Formation aufstellen und sich dem Line Dance hingeben. Ich kann kein Line Dance und bin auch zur Country Musik gehörenden Swing Dance nicht mächtig. Dies ist auch der Grund, warum ich gestern bei der Swing Dance Stunde in der Turnhalle war. Ein Student hier bietet wöchentlich Swing Dance Stunden an, wo man einfach hingehen kann und einem ein paar Swing Dance Bewegungen und Schritte beigebracht werden. Ohne Angeben zu wollen. Ich war dort gestern ein gefragter Tanzpartner! Dezent in komplett Schwarz gekleidet und dank meinen früheren Tanzstunden in Österreich, machte ich wohl den Eindruck als hätte ich den Rhytmus im Blut. Anyway. Ich lernte dort einige lässige Swing Dance Moves. Ich beherrsche jetzt die Fähigkeit die Tanzpartnerin in einer Art Salto rund um meinen Arm werfen/kreisen zu lassen. ;)

Schulisch gesehen bin ich gut unterwegs. Ich verstehe mich mit den Lehrern sehr gut und mache brav meine Hausübungen. Eine witzige Begebenheit war das Identifizieren des Problemes, aufzeigen von Alternativen, Lösungsvorschläge des ersten Case Studies in Marketing, was wir in einer Gruppe von 3 erarbeiten mussten. Ich machte mir einige Gedanken zu diesem Thema und machte einige Notizen über alle zu erarbeiteten Punkte. Keine große Sache. Als ich bei dem Treffen mit meinen beiden Gruppenkollegen war, wo ich mir dachte, dass wir das Ganze gscheit erarbeiten und darüber disskutieren, und ich meine Notizen herzeigte, waren Beide baff und sagten nur: "We are done! Dude, you already did all the work." Der Lehrer war auch ziemlich zufrieden. Also mit dem Standard geschriebener Texten hier, kann ich locker mithalten. Mit Spanisch sieht es derweil auch sehr gut aus und es macht mir auch Spaß eine zweite Fremdsprache zu lernen. Die Hausübungen in Parallel Processing sind dafür etwas aufwendiger und fordern mich sehr. Aber auch das ist schaffbar. Nächste Woche habe ich meinen ersten Test in Computer Networking. Wünscht mir Glück.

Das kommende Wochenende verspricht wieder ein buntes zu werden. Am Freitag, also heute, hat Olle, einer der schwedischen Ski-fahrer, seinen 25. Geburtstag, was wieder in einer Hausparty ausarten wird. Hab grad gehört, dass wir uns alle vor 8 Uhr im Shamrock (Spitzname des Hauses, wo einige Ski Mitglieder wohnen) treffen. Zwei oda Drei werden vorher mit Olle in eine Bar gehen und dann zwischen 8 und 9 Uhr zurück kommen. Überrauschung. Er weiß nichts von einer Party.

Am Samstag hat unser Football-Team ein Heimspiel hier auf dem Football-Feld am Campus, was sicher eine große Menschenmenge anziehen wird, nicht nur wegen den Cheerleader. Für mich wird das das erste Live Football-Spiel sein. Bin schon gespannt.


Best Regards,

Peter Frech